Die Technik schreitet voran, so stehen uns heute ganz andere Ultraschall-Möglichkeiten zur Verfügung als noch vor ein paar Jahren. Was ihr darüber wissen solltet, erfahrt ihr von unserer Expertin Prinzessin Stefanie zu Sayn-Wittgenstein.

Liebe Mamas und Papas,

die Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft ist eine wertvolle Errungenschaft in der Medizin, die viel bewegt hat. Schwangerschaft und die Geburt wurden seitdem sicherer für Mutter und Kind. 

Forschende Mediziner*innen fanden damals heraus, dass Schallwellen, die in den Körper gesendet werden an den Geweben durch das Abprallen des Schalls ein Echo ergeben. Je nach Dichte eines Gewebes, wie Knochen oder Organen entsteht ein entsprechendes Schallecho. Dieses Echo machten sie sich zu Nutze und ließen einen Computer diese Informationen in ein Bild umrechnen. Es entstanden Bilder aus dem Inneren des Körpers, ohne dass man ihn eröffnen musste.

Ultraschall-Bilder des Fötus

1952 konnte man zum ersten Mal ein Ultraschallbild eines Fötus im Mutterleib betrachten. Die Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen konnte um einen wertvollen Bereich erweitert werden. Bis dato konnten Ärzte*innen und Hebammen nur anhand des Abhörens und Abtasten des Mutterbauches die Entwicklung einer Schwangerschaft beurteilen. Nun konnte man zum Beispiel erkennen wie die Plazenta lag, ob sie ein Hindernis bei der Geburt sein könnte. Mit zunehmender Entwicklung der Ultraschalltechnik konnten sogar Fehlbildungen des Kindes immer besser gesehen werden. 

Erweiterte Diagnosemöglichkeiten durch Ultraschall

1973 war die Ultraschalltechnik soweit gediehen, dass zum ersten Mal ein offener Rücken bei einem Baby im Mutterleib diagnostiziert werden konnte. Nun waren die Geburtshelfer*innen besser auf mögliche dramatische Entwicklungen unter der Geburt vorbereitet und konnten sofort nach der Geburt lebensrettende Maßnahmen einleiten. Bis heute hat sich die Ultraschalltechnik stark weiterentwickelt. Vom damaligen Standbild mit der ersten B-Ultraschalltechnik bis zur heutigen 3D und 4D Technologie, die immer stärkere Schallwellen aussendet, um noch genauere Bilder des Ungeborenen zu erreichen.

Selbst Videos aus dem Mutterleib sind heute möglich

Heute können Eltern sogar Videos in Farbe und detailgetreuer Übertragung von ihrem Ungeborenen aus dem Mutterleib sehen. Die neue Technik schafft neue Möglichkeiten, die an vielen Stellen in unserem Leben zu Begrüßen sind. Aber wir sollten uns auch immer die Frage stellen, wo der Einsatz neuester Technik sinnvoll ist und wo sie mögliche Gefahren darstellt. Beim Ultraschall in der Schwangerschaftsvorsorge hat nun die neue Strahlenschutzverordnung eine klare Orientierung geschaffen, da die Belastungen für das Ungeborene, die von den verschiedenen Schallbelastungen ausgehen kontrovers diskutiert werden. 

Schädlichkeit der Schallwellen

Die Wissenschaft diskutiert die Schädlichkeit der starken Schallwellen der 3D und 4D Technologie, von denen Möglicherweise eine schädliche Wärmeentwicklung und Lautstärkebelastung ausgehen. Darum wurde die nicht-medizinische 3D und 4D Ultraschalldarstellung des Ungeborenen, vor allem beim Baby-Viewing ab dem 1. Januar 2021 verboten.

Unterschiede der Ultraschalltechnik in der Schwangerschaftsvorsorge

2D- Ultraschallvariante

  • schwarz-weiß Darstellung 
  • Darstellung von Organen, Knochen – und dem heranwachsenden Fötus. 
  • Sie ist ausreichend für die medizinische Grundüberwachung in der Schwangerschaft.
  • Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für diese Untersuchung drei Mal im Rahmen des Schwangerschaftsvorsorge-Screenings:
  • 09-12. Woche  
  • 19.-22.Woche
  • 29.-32. Woche

3D-Ultraschallvariante:

  • Der Schallkopf wird zusätzlich geschwenkt, um die Wellen aus unterschiedlichen Winkeln zu senden. 
  • Es entsteht ein räumliches Bild in Farbe.
  • Hat der Arzt/In bei der 2D Ultraschalluntersuchung einen Verdacht auf Entwicklungs- Auffälligkeiten beim Ungeborenen, so wird er eine detaillierte Untersuchung mittels 3D-Ultraschall empfehlen. 

Dazu gehören beispielsweise: 

  • Lippenspalten
  • Skelettfehlbildungen
  • Neuralohrdefekte (Anomalie des embryonalen Nervensystems).
  • Herzfehler

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten im Falle einer ärztlichen Anordnung.

4D-Ultraschallvariante:

das Ultraschallgerät kann zu einzelnen Standbildern Live-Videos aufnehmen. Zur räumlichen Darstellung der 3D Aufnahme kommt die zeitliche hinzu. Diese Ultraschallvariante ist aus medizinischer Sicht für die Schwangerschaftsvorsorge aus aktuellen Gesichtspunkten nicht nötig.

Nutzen und Belastung der Ultraschall-Art abwägen

Für euch als Eltern ist es natürlich wunderschön, wenn ihr ein Bild in Farbe und aller Deutlichkeit aus einem 3D Ultraschall bekommen könnt, aber für euer Baby ist diese Untersuchung möglicherweise nicht so schön, da der die Schallintensität eine hohe Lautstärke bedeutet. Im Falle einer möglichen Fehlentwicklung wird ein*e spezialisierte*r Ärzt*in die Untersuchung so kurz wie möglich halten, um euer Baby nicht zu sehr zu belasten. In diesem Falle ist die Untersuchung möglicherweise Lebensrettend und darum auch wertvoll. Das Baby-Viewing allerdings, was in den letzten Jahren immer häufiger von nicht ausgebildeten Anbietern angeboten wurde ist nicht zu empfehlen.  

Ich wünsche euch eine gesunde und glückliche Schwangerschaft mit ganz viel Vorfreude auf die Überraschung, wie euer Baby aussehen wird.

Liebe Grüße, eure Stefanie

Interessante Links:

geltend ab dem 1.Januar 2021

  • Artikel aus dem Ärzteblatt vom 17.12.2020 zur Gefahr durch 3D- Ultraschalluntersuchung 

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/119505/Ultraschall-als-Babyfernsehen-wird-ab-2021-verboten

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu den Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Vorsorge in der Schwangerschaft

https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/schwangerschaftsvorsorge/ultraschall/

Foto von MART PRODUCTION von PexelsKopieren

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