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März 27, 2020 7:30 am

Aktive Kinder zu Hause beschäftigen

Viele von uns werden die nächsten Wochen viel viel Zeit zu Hause verbringen. Die von uns, die Kinder haben, wissen, dass die nächsten Wochen eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit werden. Diejenigen, deren Kinder einen besonders hohen Bewegungsdrang haben, spüren langsam leichte Panik aufsteigen.

Selbstquarantäne heißt nicht Hausarrest

Ihr seid mit euren Kindern nicht zu Hause eingesperrt. Es gilt vor allem den Kontakt zu anderen Menschen und belebten Innenräumen wie öffentlichen Verkehrsmitteln oder Supermärkten zu meiden, in denen sich die Erreger leicht verteilen können. Sofern ihr auf Bahn, Kindercafé und gemeinsame Einkäufe im Gedränge verzichtet, könnt ihr trotzdem mit euren Kindern vor die Tür gehen.

Haltet Abstand von anderen Menschen (und erklärt diese neue Regel vor dem Ausflug). Geht früh morgens oder abends raus, sucht weitläufige Parks, den Wald oder zur Not leere Parkplätze zum Toben auf.

Die Fitness-Challenge

Ganz besonders bewegungsfreudige Kinder brauchen ein Ventil für ihre Unmengen an Energie. Baut Sport und Fitness in euren Tagesablauf ein. Ob ihr den Tag mit Morgenyoga beginnt, mittags die Matratze ins Wohnzimmer räumt oder abends einen Parcours im Flur aufbaut, bleibt euch selbst überlassen. Hauptsache, es gibt einen Fokus auf Bewegung im Tagesablauf. All das geht, zum Glück, auch auf sehr kleinem Raum.

Das Bad – eure Rettung

Kleine Turbokinder brauchen oft nicht nur viel Bewegung, sondern auch viel Abwechslung. Das kann in einer 40,60 oder 80 Quadratmeter großen Wohnung schon mal schwierig werden. Wichtig ist es also, den Platz, den wir haben, kreativ zu nutzen. Viele Kinder beschäftigen sich zum Beispiel mit Freude eine geschlagene Stunde in der Badewanne, der Dusche oder sogar am Waschbecken. Einfach ordentlich bunten Schaum vorbereiten, leere Gefäße und Plastikspielzeug bereitstellen und sich selbst und den Wischmop mental auf die Bereitung der Überschwemmung vorbereiten.

Baut Entertainment-Inseln 

Die Wohnung ist klein – der Tag ist lang. Also deklarieren wir Entertainment-Inseln, an denen sich unsere Kleinen ein Stück weit durch den Tag hangeln können. So gibt es zum Beispiel eine kleine Lesehöhle mit Taschenlampen und Geheimfenster, eine Fitnessecke für Sportübungen, einen Maltisch, einen kleinen Bauernhof unterm Küchentisch und einen Seifenblasen-Spender am Balkon. So wird die Wohnung für unsere Kleinen zu einem Ort voller Abenteuer, während wir Erwachsenen das Chaos in jeweils einem Bereich klein halten können.

Struktur

Was uns als Eltern im Homeoffice mit Kind im Haus unheimlich geholfen hat, war eine klare Struktur. Jeder Tag wird von morgens bis abends mit klaren Abläufen und Zuständigkeitsbereichen der Eltern durchgetaktet. Auf die Art wissen alle Familienmitglieder, was sie erwarten können. Und wir Eltern können klar abgetrennte Arbeits- und Pausenzeiten nutzen, in denen wir einfach mal nicht verantwortlich sind. Oft hilft so eine Struktur dem natürlichen Flow ein wenig nach und die Kinder laufen sehr viel leichter mit durch den Tag.

Gemeinsam arbeiten

Haushalt mit Kind – wir alle wissen, dass das nicht die effizienteste Variante ist. Aber da unsere Kleinen nun ohnehin zu Hause sind und wir quasi alle Zeit der Welt haben, können wir die Aufgaben so in den gemeinsamen Alltag einbauen, dass unsere Kinder darin eine Verantwortungsbereich finden, die ihnen ein gutes Gefühl und Bestätigung gibt. Hierbei ist es wichtig, sich vorher zu überlegen, welche Teilaufgabe das Kind gut und sinnvoll mit erledigen kann – wie zum Beispiel den Putzeimer leeren, beim Fegen helfen, Abtrocknen oder die Wäsche nach Farbe sortieren.

Homeoffice zu zweit

Ein Trick nicht nur für alleinerziehende Eltern sind klare Arbeitszeiten, in denen das Kind mit Bastel – oder Malsachen neben dem Elternteil sitzt. Kinder wollen Teilhaben und werden öfter als man meinen würde, begeistert mindestens eine Weile ruhig neben uns im Homeoffice sitzen. Da sie wie Mama oder Papa arbeiten müssen, sind sie oft ganz konzentriert und unheimlich stolz – so können wir gemeinsam Zeit verbringen und trotzdem effizienter arbeiten.

Gemeinsame Projekte

Durch gemeinsame (oder bei größeren Kindern: eigene) Projekte nutzen wir wieder den Wunsch unserer Kinder, selbstwirksam zu sein. Also basteln wir einen Riesenbauernhof, legen einen Balkongarten an oder malen tausend kleine Blumen auf die Kinderzimmerwand. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Eskalationsstufe rot – Notfallpläne

Manchmal hilft alles nichts. Der Lagerkoller schlägt um sich und das Kind ist kurz vorm Durchdrehen – und wir mit. Also macht es Sinn, Notfallpläne für die maximale Eskalation bereit zu haben. Vielleicht gibt es noch ein wenig Malerplane im Keller und wir können einen kleinen Raum ankleben und die Wände bemalen? Oder eine Essensschlacht machen? Gibt es die Möglichkeit, das gesamte Bad mit Schaum zu füllen oder ein gigantisches Stück Papier zu bemalen?

Wenn alles nichts hilft, können wir immer noch innerlich die Nachbarn um Verzeihung bitten, die Musik aufdrehen, die Matratze ins Wohnzimmer legen und eine Tobe- und Tanzparty veranstalten. Hauptsache, die Endorphine fließen wieder.

Aktiv-Passiv Spiele

Nun haben wir all diese Pläne und Ideen für uns und die Kids, aber wir Eltern sind einfach kaputt und müde? Dann suchen wir uns Spiele, in denen unser Kind auf viele Bewegungsmeter kommt und wir uns möglichst kaum bewegen müssen. Gute Varianten sind:

  • sich mit Wasserfarbe anmalen lassen
  • Arzt spielen
  • Baby spielen
  • Fotos von Statuen im Internet suchen und sich vom Kind exakt genau so ausrichten lassen
  • Das Kind auf dem Rücken balancieren lassen
  • Acroyoga
  • Friseur spielen
  • Sich vom Kind massieren lassen
  • Das Kind muss Sportübungen machen, wir zählen/stoppen die Zeit
  • Verstecken
  • Wir erzählen eine Geschichte, die das Kind parallel als Theaterstück aufführt
  • „Roboter“ – das Kind muss allen Anweisungen folgen

So wird die Zeit zu Hause mit einem aktiven Kind nicht zur Belastungsprobe, sondern zu einem gemeinsamen Abenteuer.

Olaf Bernstein

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Beitragsfoto: von Olaf Bernstein

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