Liebe Mamas und Papas,

die ersten spannenden Monate mit eurem Baby haben euch wahrscheinlich ganz schön auf Trapp gehalten.  Was für eine aufregende Zeit. Nun seid ihr als kleine Familie angekommen und die normalen Anforderungen des Lebens können wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die meisten Eltern haben sich bereits in der Schwangerschaft darüber Gedanken gemacht, wie sie gemeinsam die jeweiligen beruflichen Wünsche auch mit einem Kind erfüllen können und welche Anforderungen die eigene finanzielle Situation fordert. Wer geht wann zurück an den Arbeitsplatz, zu wie viel Prozent und wer bleibt während dieser Zeit beim Baby zu Hause. Wer nimmt wann seinen Anteil der Elternzeit in Anspruch. Gibt es Großeltern die auch mal für die Kinderbetreuung einspringen können? Oder soll euer Baby in die Kinderkrippe gehen?

Vorstellungen und Realität

Nun kommt die Zeit, dass ihr die Gedanken, die ihr euch in der Schwangerschaft gemacht habt mit der Wirklichkeit, die ihr jetzt als Eltern erlebt überprüfen solltet. Lassen sich die damaligen Vorstellungen, die ihr vom Elternsein hattet mit der Realität abgleichen? Stimmen sie noch oder sind eure Bedürfnisse jetzt ganz anders? Ein wichtiger Baustein für diese Überlegungen wann du als Mama wieder zurück an den Arbeitsplatz gehst, ist dein Erleben mit dem Stillen. Das Stillen war in der Schwangerschaft nur eine Vorstellung.  Die meisten Mamas erleben das Stillen und die ganz besonders innige Bindung zu ihrem Baby während der Stillmahlzeit als so wertvoll, dass sie sich eine Rückkehr an den Arbeitsplatz schwerlich vorstellen können. Ganz oft wird die Rückkehr an den Arbeitsplatz in den Gedanken mit dem Ende der Stillzeit und dem Verlust dieser innigen Momente in Verbindung gebracht. Das kann zu Traurigkeit und Stress führen, besonders wenn beide Einkommen zur finanziellen Sicherheit beitragen. 

Stillen als berufstätige Mutter

Aber schaut euch die Situation mal ganz genau an, denn gerade für das Stillen, auch als berufstätige Mutter gibt es viele Möglichkeiten. Auch hier geht es darum für eure individuelle Situation den besten Lösungsweg zu suchen. Es bedarf zwar einiger Organisation und ist auch vom Alter eures Babys abhängig, aber ihr müsst keinesfalls auf das Stillen und die schönen Momente der Innigkeit mit eurem Baby verzichten.  

Eine gute Voraussetzung 

Das deutsche Mutterschutzgesetz berücksichtigt die Wichtigkeit des Stillens für Mutter und Kind.

Ein Auszug aus dem Mutterschutzgesetz: Zum Januar 2018 ist ein neues Mutterschutzgesetz in Kraft getreten. Dieses regelt unter anderem den Schutz des Stillens während der Erwerbstätigkeit. 

Laut Mutterschutzgesetz hat die stillende Frau einen Anspruch auf Freistellung während ihrer Arbeitszeit für die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens jedoch zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde. Arbeitet die stillende Frau mehr als 8 Stunden am Tag zusammenhängend, dann ist eine Freistellung von mindestens 45 Minuten zweimal täglich oder eine Pause von mindestens 90 Minuten vorgesehen. Die Arbeitszeit gilt dann als zusammenhängend, wenn sie nicht durch eine Ruhepause von mehr als zwei Stunden unterbrochen wird. Durch diese Freistellung darf der stillenden Frau kein Entgeldausfall entstehen und die Freistellungszeiten sind weder vor- noch nachzuarbeiten. Sie werden auch nicht auf die Ruhepausen angerechnet. Dieser Anspruch auf bezahlte Freistellung ist auf die ersten zwölf Monate begrenzt. Ab dem 1. Geburtstag des Kindes hat die stillende Mutter auf bezahlte Freistellung also keinen Anspruch mehr.

Quelle: Gesetz zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium (Mutterschutzgesetz – MuSchG): https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/MuSchG.pdf; besucht am 02.07.2018

Was ist zu tun?

Arbeitgeber informieren

Informiert euren Arbeitgeber über euren Stillwunsch, bevor ihr an den Arbeitsplatz zurückkehrt. Der Arbeitgeber muss euch sowohl die Zeit für das Stillen zur Verfügung stellen, als auch einen Raum indem ihr in Ruhe, unter hygienischen Bedingungen stillen oder auch abpumpen könnt.

Beobachtet die Bedürfnisse eures Babys 

Beobachtet in den Wochen vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz die Bedürfnisse eures Babys gut. Lebensalter und Bedürfnisse eures Babys bezüglich der Mahlzeiten und der Milchmenge helfen euch eine gute Organisation für das Stillen während der Arbeitszeit aufzustellen.

Entscheidungen

Entscheidet, ob ihr euer Baby am Arbeitsplatz stillen wollt oder ob ihr abpumpen möchtet. Soll euer Baby voll gestillt werden, also zu jeder Mahlzeit? Oder ist es schon älter als sechs Monate und kann ein bis zwei Mahlzeiten schon feste Nahrung zu sich nehmen? Kann euer Baby schon aus der Flasche trinken oder ist es noch ganz an die Brust gewöhnt? Entsprechend könnt ihr euer Vorgehen dann vorbereiten.

Möglichkeiten Stillen

Möchtet ihr euer Baby am Arbeitsplatz stillen, dann ist es sinnvoll eine Lösung zu finden, sodass euer Baby in der Nähe deiner Arbeitsstelle betreut wird. Erkundigt euch nach Kinderkrippen die vom Arbeitsplatz aus leicht erreichbar sind und erkundigt euch, ob ihr dort einen Betreuungsplatz erhalten könnt und ob in der Einrichtung das Stillen und ihr als stillende, berufstätige Mütter unterstützt werdet. Ist die Einrichtung auf die Aufbewahrung von Muttermilch eingerichtet? Große Unternehmen haben manchmal Kooperationen mit Kinderkrippen in der Nähe oder gar eine eigenen Betreuungseinrichtung im Haus.

Abpumpen

Das Abpumpen der Muttermilch ist für die meisten Mütter die sinnvollste Lösung, um das Stillen aufrecht zu erhalten. So können Mutter und Kind das direkte Stillen und die Nähe beim Stillen vor und nach der Arbeit genießen, aber zu den Mahlzeiten, die während der Arbeitszeit der Mutter stattfinden, erhält das Baby die Muttermilch durch eine dritte Person. Das Füttern der Flasche mit Muttermilch hat für dich als Papi auch einen schönen Aspekt, denn auch du darfst die Nähe und Intensität einer Mahlzeit mit deinem Kind erleben.

Ihr seht, es gibt ganz viele Optionen wie ihr das Stillen für euch und euer Baby weiter aufrecht halten könnt, auch wenn es einiges an Organisation erfordert.

In meinem nächsten Artikel schreibe ich euch mehr zum Thema Abpumpen, sowie der Lagerung und Haltbarkeit der Muttermilch.

Liebe Grüße eure Stefanie

Foto: Photo by Jan Kopřiva on Unsplash

**********

Diesen und weitere interessante Artikel findest du in der Barrio App. Hast du schon? Super! Hast du noch nicht? In der App findest du aufgrund der aktuellen Lage noch mehr digitale Angebote, virtuelle Playdates zum Austauschen, Online-Kursempfehlungen für die ganze Familie sowie Angebote, Gutscheine und andere Vergünstigungen. Jetzt App installieren: barrio-app download