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August 25, 2020 9:00 am

BARRIO räumt auf: Vorurteile, die Einzelkinder kategorisieren

„Typisch Einzelkind“ – jeder von uns hat diese Aussage so oder ähnlich schon mal gehört. Einzelkinder müssen sich selbst als Erwachsene hin und wieder anhören, dass es ja kein Wunder sei, dass sie dies oder das wollen oder auch nicht, denn schließlich sind sie ja als Einzelkind groß geworden. Wir haben hier mal die häufigsten Vorurteile für euch näher beleuchtet. Sie sind alle aus der Zeit, als es noch üblich war mehrere Kinder zu haben, übrig geblieben. In dieser Zeit sind Familien mit nur einem Kind sofort aufgefallen, was die Entstehung solcher Vorurteile natürlich noch begünstigte. Leider haben diese sich sehr hartnäckig gehalten. 

Einzelkinder sind egoistisch

Dies ist wohl sicher das häufigste Vorurteil in Bezug auf Einzelkinder. Unter heutigen Gesichtspunkten hat es jedoch keinerlei Gültigkeit mehr, denn Einzelkinder gehen schon früh mit Altersgenossen in den Kindergarten oder die Kita. Dort müssen sie sich mit anderen auseinander setzen und lernen soziale Kontakte zu pflegen und soziale Kompetenzen aufzubauen.  Ebenfalls achten Eltern vermehrt darauf, dass die Kids neben Kindergarten und Schule weitere soziale Kontakte zu Gleichgesinnten haben, wie z.B. in Sportvereinen, Musikschulen, auf dem Spielplatz oder im Kindercafé, um nur einige Orte zu nennen, um mit anderen zusammen zu kommen. 

Als Einzelkind kann man nicht teilen

Dieses Vorurteil stimmt garantiert nicht: Einzelkinder tun sich laut Untersuchungen anfänglich schwerer als andere, was das Teilen angeht, lernen es aber im Umgang mit anderen Kindern sehr schnell. Bei Kindern mit Geschwisterkindern kann man hingegen häufig beobachten, dass ein großes Konkurrenzverhalten an den Tag tritt und jeder alles für sich haben will. Auch muss ein Einzelkind keine Angst haben, seine Dinge vehement zu verteidigen, da es ja alles für sich alleine hat.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Einzelkinder, wenn sie älter sind, sogar besser teilen können, da sie nie das Gefühl hatten zu kurz zu kommen.

Die Kinder sind unselbständig

Studien belegen, dass Erwachsene, die Einzelkinder sind, keineswegs unselbständiger sind als Menschen mit Geschwisterkindern. Einzelkinder bekommen zwar in vielen Fällen von den Eltern die uneingeschränkte Aufmerksamkeit, aber das heißt nicht, dass sie später nicht genauso selbständig wie alle anderen sind.  Natürlich werden viele Einzelkinder mehr verwöhnt als Kinder in Familien mit mehreren Geschwistern, aber es ist an den Eltern darauf zu achten, dass sie ihren Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen, ihnen beibringen, dass sie nicht alles bekommen, nur weil sie es gerade haben wollen und dass es natürlich auch Grenzen gibt. 

Einzelkinder sind weniger beliebt

Der Start in Kita und Kindergarten ist für Einzelkinder oft schwieriger als für andere, aber Studien haben erwiesen, dass sie genauso beliebt sind, wie andere Kinder. Man kann sogar machmal feststellen, dass Einzelkinder aktiver auf andere zugehen und interessiert daran sind Freundschaften mit anderen Kindern zu schließen. Sie zeigen soziale Kompetenz und Empathie für andere.

Einzelkinder sind überbehütet

In einigen Fällen, oft bei Paaren, die entweder sehr spät Eltern geworden sind oder bei denen der Kinderwunsch sehr lange unerfüllt geblieben ist,  stimmt dies sicherlich. Einzelkindern werden von den Eltern nicht selten mehr behütet, ihre Eltern sind unsicherer und versuchen die Kids vor allen Gefahren zu schützen. Das heißt leider manchmal auch, dass sie ihnen die Chance nehmen Dinge selbst zu lernen und sich auch mal die Finger zu verbrennen, was zu einer gesunden Entwicklung dazu gehört. Vertraut euren Kids und laßt sie mal selbst entscheiden, wie und was sie machen, und ihr werdet sehen, sie können es. 

Einzelkinder sind kleine Besserwisser

Da Einzelkinder häufigen Umgang mit Erwachsenen haben, und die Eltern sie eher bei Hausaufgaben unterstützen bzw. ihre Talente fördern, sind ihre Leistungen häufig gut. Da hat man dann schnell mal den Ruf eines Besserwissers weg. Einzelkinder sind im Umgang mit Erwachsenen sicherer im Auftreten, als Gleichaltrige. Auch ihr Wortschatz unterscheidet sich durch den Kontakt zu Erwachsenen von dem von anderen Kindern.

Es ist also wichtig, Kinder frühzeitig in Kontakt mit Gleichaltrigen zu bringen, damit sie sich an ihnen orientieren können. 

Kinder in unserer Zeit haben früh Kontakt zu anderen Kindern und leben nicht sozial isoliert. Im Gegenteil, ihre soziale Kompetenz wird von klein auf gefördert. So sind die typischen Vorurteile auch nur ein Überbleibsel aus früheren Zeiten und durch Studien leicht zu entkräften. 

Hier findet ihr eine Buchrezension zum Thema Geschwisterkinder

Beitragsbild: Photo by MI PHAM on Unsplash

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