Liebe Mamas und Papas,

versunken im Spiel sitzt euer Kind auf dem Boden im Sand auf dem Spielplatz und backt einen köstlichen Sandkuchen für seinen Bären. Aber es ist Herbst, der Boden ist kalt und feucht. Kleine Kinder verstehen den Wandel der Jahreszeiten so schwer und dass man jetzt eben besser nicht mehr längere Zeit auf dem Boden sitzen sollte. Dass man die Strumpfhose, die Matschhose, die warmen Socken und die Stiefel anziehen muss. Und die Stiefelchen müssen nun auch angezogen bleiben und für eine Weile kann man nicht mehr barfußlaufen auf der Wiese. 

Füße und Popo warum halten

Schon unsere Großmütter mahnten uns Füße, Nierengegend und Popo warm zu halten. Ob sie bereits wussten, dass kalte Füße zu einer geringeren Durchblutung der Nierengegend führen, in der Folge das Immunsystem an dieser Stelle reduziert wird und sich Erreger leicht und schnell ausbreiten können? Was fand ich die juckenden Wollstrumpfhosen schrecklich, die unsere Großmutter mühevoll über das Jahr strickte und uns Kindern zu Weihnachten schenkte. Aber sie hatte mit ihrer Sorge vor einem Harnwegsinfekt in der kalten Jahreszeit ganz recht und auch ich fürchtete den Ausruf meiner Töchter: Mami, das Pipimachen brennt!

Blasenentzündung bei Kindern

Das Kaltwerden von Po, Nierengegend und Füßen ist beim Wechsel zu den kalten Jahreszeiten ein häufiger Auslöser einer Blasenentzündung im Kindesalter. Das erste schmerzhafte Brennen beim Wasserlassen und das vermehrte Wasserlassen-müssen sind die ersten Hinweise auf einen beginnenden Harnwegsinfekt (HWI), der sich zu einer Blasenentzündung entwickeln kann. Bei kleinen Kindern, die gerade gelernt haben nachts ohne Windel zu schlafen, kann das erneute Einnässen auch ein Hinweis auf einen Harnwegsinfekt sein, da sie den häufigen Harndrang, der durch eine beginnende Entzündung entsteht, noch nicht kontrollieren können.

Hausmittel im Frühstadium

In dem frühen Stadium, wenn das Pipimachen beginnt unangenehm zu werden, könnt ihr noch mit den altbekannten Hausmitteln helfen:

Viel trinken, um die Bakterien auszuschwemmen und sie daran zu hindern in der Schleimhaut von Blase und Harnröhre die Entzündung auszuweiten

  • Cranberrysaft ist bekanntlich hilfreich
  • viel Wasser allein ist besser als nichts
  • auch andere Säfte aus Vitamin C-haltigen Beeren wie Himbeer-, Brombeer-, Heidelbeer-, oder Johannisbeersaft können helfen
  • Kräutertees aus Bärentraubenblättern, Ackerschachtelhalm, Brennnessel, Thymian, Schafgarbe, Goldrute und Birkenblättern haben schon in Zeiten geholfen als es noch keine Antibiotika gab

Sitzbad

Ein Sitzbad lindert den Schmerz, wirkt entzündungshemmend und schenkt wohlige Erleichterung. Aus getrockneten Kamillenblüten oder aus einer Mischung aus getrockneten Heublumen, Scharfgarbe und Zinnkraut wird ein Sud abgekocht (1Handvoll aller getrockneten Kräuter mit ca. 2 Litern kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen). Diesen Sud gibt man in eine kleine Wanne mit angenehm warmem Wasser. Das Kind sollte ca. 5 bis 10 Minuten darin sitzen. Der Sud eignet sich auch für ein Vollbad.

Bitte achtet darauf, dass euer Kind das Bad als angenehm empfindet. Manche Kinder reagieren mit Jucken auf die Kräuter, das kann ein Hinweis auf eine Allergie sein. In diesem Falle unterbrecht das Bad!

Vom HWI zur Blasenentzündung

Wichtig! Leider kann sich ein Harnwegsinfekt sehr schnell ausbreiten und zu einer Blasenentzündung oder auch einer Nierenbeckenentzündung führen. Hält das Brennen beim Wasserlassen über 24 Stunden an und kommen evtl. Fieber, Abgeschlagenheit, allgemeine Schwäche und Appetitlosigkeit hinzu, dann sucht bitte umgehend euren Kinderarzt auf!

Weitere Ursachen, die zu einem Harnwegsinfekt führen können: Der Harnwegsinfekt stellt die häufigste bakterielle Erkrankung im Kindesalter dar. Dabei sind Darmbakterien, die in die Harnröhre gelangen der häufigste Auslöser. Die wichtigste Prophylaxe ist die richtige Genitalhygiene. Etwa 7% aller Mädchen und 1% Prozent aller Jungen erleiden bis zur Pubertät mindestens einen Harnwegsinfekt, die meisten im Vorschulalter.

Wichtige Regel

Eine der wichtigsten Regeln die ihr euren Kindern beibringen solltet ist:

Beim Waschen des Pos oder auch beim Abwischen nach dem Toilettengang: immer von vorne nach hinten wischen.

In seltenen Fällen können Fehlbildungen des Urogenitalsystems zu einem Rückfluss des Harns in die Niere führen. Manche dieser Anomalien fallen erst auf, wenn das Kind unter häufigen Harnwegsinfekten leidet, meistens schon im Neugeborenenalter. Beim Säugling solltet ihr bei jedem fieberhaften Infekt auch an eine Blasenentzündung denken. Der Kinderarzt untersucht bei einem hochfieberhaften Infekt dazu immer auch den Urin eures Kindes. Ein Säugling kann uns noch nicht sagen, dass er Schmerzen beim Wasserlassen hat und so denken wir ganz selten daran, dass auch schon ein Baby einen Harnwegsinfekt oder eine Blasenentzündung haben kann.

Darum achtet bitte auf folgende Symptome:

  • euer Baby reagiert auf Berührung empfindlich und mit Schreien
  • es trinkt schlecht
  • es schläft viel mehr als sonst
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Fieber

Ich wünsche euch, dass ihr den Winter ohne Harnwegsinfekt genießen könnt!

Liebe Grüße, eure Stefanie

Beitragsfoto: Von Ann in the ukshutterstock.com

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