grid | list

März 30, 2020 7:30 am

Coronavirus: Aus der Sicht einer 4-fach Mama

Ich gebe zu, dass ich mich sehr spät und allgemein auch eher weniger intensiv mit dem Thema Coronavirus auseinander gesetzt habe, als man vielleicht von einer Mutter von vier kleinen Kindern erwarten würde.

Kids at home

Was mir allerdings sehr leicht gefallen ist, war die Entscheidung meine Kinder aus dem Kindergarten zu nehmen und so gut es geht nur noch Zeit zuhause, im Garten und zum Wald spazierend zu verbringen. Tatsächlich war ich damit den Behörden einige Wochen voraus. Die Blicke im Kindergarten schrieen schweigend “Panikmacherei” und ich habe mich fast ein bisschen unwohl gefühlt die Mutter zu sein, die natürlich überreagiert.

Playdates abgesagt

Als ich am selben Tag für die restliche Woche alle Playdates absagte, konnte sich eine Mutter ihr “Mensch, die armen Kinder sollen jetzt so eingeschränkt leben?” nicht verkneifen. Völlig verunsichert dachte ich die ganze Nacht lang über etwas nach wovon ich auch heute noch kaum Ahnung habe: Coronavirus…Coronavirus…Coronavirus…zzzz

Schnelle Isolation

Mein Hauptgrund für diese schnelle Isolation war ganz klar unser eher fürchterlicher Dezember. Eine 6-köpfige Familie, die sich einen Monat lang gegenseitig immer wieder mit Magen-Darm und pünktlich zu Weihnachten mit Grippe ansteckt, ist kein Spaß. Vergesst mal, dass ich vier Kinder innerhalb von 11 Monaten hatte, ich selbst mit Grippe und gleichzeitig auf vier fiebernde und/oder kotzende Kinder aufpassen, war das heftigste was ich bisher als Mutter durchgemacht habe.

Sorge um die Versorgung der Kids

Abends schloss ich meine Augen mit dem Gedanken und der Sorge am Morgen nicht wieder aufzuwachen. Wer würde sich dann um die Kinder kümmern und wie sähe wohl ihr Leben ohne mich aus?  Vor Erschöpfung schlief ich dann ein und was bin ich dankbar, dass ich doch noch jeden Morgen die Augen öffnete und weiterhin Erbrochenes aufwischen und für meine vier Kinder da sein konnte.

Intensiver Alltag

Mit dem Dezember im Hinterkopf gebe ich heute alles um meinen Kindern die Zeit gerade, obwohl eher isoliert, mit viel Spaß und Liebe zu gestalten. Ohne Kindergarten und keine Playdates ist unser Alltag momentan sehr intensiv. Ich bin dankbar, dass sich meine vier so wahnsinnig gut verstehen und sich jeden Tag aufs Neue in Rollenspiele begeben und ihrer Fantasie gemeinsam freien Lauf lassen.

Dankbar

Ich bin dankbar über all den Platz den wir haben, drinnen sowie auch draußen, die frische Luft hält mich bei Sinnen und wie viel Wert es tatsächlich hat flexibel von zuhause aus arbeiten zu können, das stelle ich auch jetzt mehr fest denn je. An jeder Ecke und auf jedem Sender bekommt man etwas Anderes zu hören und für mich persönlich war irgendwann einfach klar, dass ich möglichst nicht Coronavirus bei uns im Haus haben möchte.

Was für Auswirkungen der Virus in Zukunft auf unseren Alltag hat, dass weiß ich nicht. Was ich weiss, ist dass wir vorsichtig sind.

Häufiges Händewaschen

Meine Hände sind vom vielen Waschen bereits trocken, rauh und gerissen.  Mit jedem Kind wird mehrfach am Tag Happy Birthday beim Hände waschen gesungen um ihnen die Länge beizubringen, die es braucht damit sie sauber sind.

Was kriegen denn die Kinder vom Coronavirus mit?

Seve fragt:”Kann Alfie heute zum Spielen kommen?” Tj möchte wissen, ob morgen wieder Kindergarten ist. Bella will zum Indoorspielplatz und Lulu zum Coffee Shop Muffins essen. Den Kindern habe ich erklärt, dass wir für eine Weile einige Dinge anders machen werden als zuvor. Das große Bild verstehen sie natürlich nicht, aber sie interessieren sich dafür, warum wir unser Verhalten geändert haben und stellen viele Fragen.

Es gibt so viele Menschen auf denen gerade ein wahnsinniger Druck lastet, Entscheidungen  zu treffen, die unsere Welt erst einmal verändern werden. Da wird wohl mein kleiner Beitrag dazu, dass das Gesundheitssystem und die Wirtschaft nicht einbrechen kaum einen Unterschied machen, aber ich halte ihn dennoch für wichtig.

Was bedeutet diese soziale Isolation eigentlich so für mich?

Wir haben die Handbremse angezogen in einem normal eher stressigen Alltag. Wir dürfen mal ganz ohne schlechtes Gewissen bis mittags im Pyjama bleiben und am Morgen länger im Bett kuscheln. Ohne Termine und dem ständigen Druck den Kindern möglichst viele Aktionen außerhalb in die Woche einzubauen.

Intensive Beschäftigung mit den Kids

Ich bin auf eine gewisse Art dankbar dafür, gezwungen worden zu sein mich intensiver mit meinen Kindern hier zuhause zu befassen. Ich lege öfters mein Handy an die Seite, um anstelle von einem schnellen Buch einfach mal 10 am Stück ganz in Ruhe vorzulesen, die Playmobilwelt mit aufzubauen und mich mit den Kindern zusammen als Superhelden zu verkleiden und uns gegenseitig lachend und singend durchs Haus zu jagen.

Was mein Leben ausmacht

Wir kuscheln, wir küssen und unterhalten uns mehr.  Wir müssen uns nicht mehr beeilen. Und wisst ihr was, wir machen tatsächlich weniger den Fernseher an als zuvor. Coronavirus, meine ganz persönliche Erinnerung daran, was mir wirklich wichtig ist und was mein Leben ausmacht. Die Gesundheit meiner Kinder, ihre Zufriedenheit und ihre Zukunft.

In dem Sinne hoffe ich ihr bleibt alle gesund, gebt gut auf euch und eure Familien Acht und versucht das beste aus dieser ungewissen Zeit zu machen.

Liebe Rebecca, wir danken Dir für diesen authentischen Bericht. Bleibt alle gesund. Liebe Grüße von uns allen nach England. 

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es im nächsten Monat mit einem neuen spannenden Thema. 

********

Diesen und weitere interessante Artikel findest du in der Barrio App. Hast Du schon? Super! Ansonsten: Hole dir dort Inspiration für Freizeitaktivitäten, verabrede dich in der App mit Eltern in deiner Nähe zu Playdates. Und finde dort außerdem Gutscheine und andere Vergünstigungen. Jetzt App installieren: bit.ly/barrio-app

Unseren Newsletter bekommst Du hier

Kategorisiert in: ,

Stichwörter: , , , , ,