Liebe Mamas, liebe Papas,

heute möchte ich euch ein seltenes Phänomen vorstellen, was bei bzw. nach einer Stillmahlzeit auftreten kann. In meiner langjährigen Arbeit mit frisch entbundenen Müttern und Neugeborenen ist es mir zum ersten Mal begegnet und ich hatte erst einmal keine Idee wie ich mir die Symptome erklären sollte.

Das Anlegen des Babys gelang nun nach den ersten Tagen des Stillens immer besser und Mutter und Kind waren in einer schönen Einheit miteinander.

Der kleine Junge trank gut und die Muttermilch floss ausreichend. Das Kind konnte problemlos seinen Hunger stillen. Die junge Mama war glücklich.

Weißfärbung der Mamille

Nachdem die Brust gelehrt war und das Baby die Brustwarze losgelassen hatte verfärbte sich die Mamille plötzlich weiß und es traten starke Schmerzen an der Brustwarze auf.

Bei der Untersuchung zeigte sich keine Verletzung, keine Reizung und auch keine Rötung, was auf einen entzündlichen Prozess hätte hinweisen können. Die Brustwarze war ganz und gar unversehrt.

In den Tagen zuvor hatten wir Anlegetechniken und wie das Baby die Brustwarze im Mund haben sollte gut geübt und besprochen. Das Baby zeigte keine Auffälligkeiten wir Zungenbändchen oder eine Überstreckung beim Stillen.

Was ging hier vor sich?

Bei Nachfrage bei einer Lactationsberaterin bekamen wir die Antwort. Die Symptome wiesen auf das Raynaud-Phänomen hin. Ein Gefäßkrampf (Vasospasmus) der kleinen Endgefäße in der Brustwarze.

Das Raynaud-Syndrom tritt am häufigsten nach der Stillmalzeit auf, gelegentlich auch während der Mahlzeit. Passiert es während der Mahlzeit, wird er Milchfluss unterbrochen und es führt dazu, dass das Baby unruhig und unzufrieden wird. In der Folge ist ein Milchstau möglich. Der Gefäßkrampf tritt auf, wenn sich die kleinen Gefäße nach oder während dem Stillen zusammenziehen. Diese Verengung der kleinen Gefäße ist ein wichtiger Mechanismus, der durch die Hormonregulation bei der stillenden Mutter ganz natürlich und auch wichtig ist.

Die genaue Ursache für diesen Gefäßkrampf / Raynaud-Syndrom sind unbekannt. Benannt ist das Phänomen nach dem französischen Arzt Maurice Raynaud, der das Phänomen erstmalig beschrieben hat. Ausgelöst wir es meist durch Kälte, aber auch durch Stress. Man vermutet, dass es zu einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems kommt, was eine übermäßige Verengung der kleinen Endgefäße nach sich zieht. Dieses Phänomen kann auch unabhängig von der Stillzeit an den Fingern, Zehen, Nasenspitze und den Ohrmuscheln auftreten.

Wie kann geholfen werden?

Kennt ihr das Phänomen bei euch selber, so haltet Rücksprache mit eurer Laktationsberaterin, Hebamme oder eurem Frauenarzt/in. Bevor behandelt wird, sollte immer eine Diagnose gestellt werden und andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Den meisten Patienten reicht bereits eine Behandlung mit Magnesium, Calcium und Vitamin B6. In seltenen Fällen muss der Arzt medikamentös behandeln.

Bitte achtet in der Stillzeit gut auf euch! Sorgt für Entspannung und Ruhe. Dir und deinem Baby soll es gut dabei gehen. Bist Du unglücklich oder hast Schmerzen, so lass dich von einer Stillberaterinnen, deiner Hebammen oder deinem Frauenarzt/in beraten.

Bleibe nicht allein.

Liebe Grüße

Eure Stefanie

Liebe Stefanie, wir danken Dir für diesen interessanten Artikel für unsere Mamas, Deine Hilfe und Unterstützung ist so wichtig.

********

Diesen und weitere interessante Artikel findest du in der Barrio App. Hast Du schon? Super! Ansonsten: Hole dir dort Inspiration für Freizeitaktivitäten, verabrede dich in der App mit Eltern in deiner Nähe zu Playdates. Und finde dort außerdem Gutscheine und andere Vergünstigungen. Jetzt App installieren: bit.ly/barrio-app