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Dezember 3, 2019 9:00 am

Der mystische Mistelzweig

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit findet man auf Weihnachtsmärkten und in Blumenläden Mistelzweige zu kaufen. Um dieses besondere Gewächs gibt es zahlreiche Mythen, der wohl bekannteste besagt, dass man denjenigen heiraten werden wird, den man unter einem Mistelzweig küßt. 

Hängen deshalb in so vielen Hauseingängen Mistelzweige über den Türen?

Misteln sind immergrüne in Kugelform wachsende Sträucher, die zumeist Laubbäume besiedeln, nicht selten in schwindelerregender Höhe. Sehr oft kommen sie auf Obstbäumen, zumeist Apfelbäumen vor. Im Sommer fallen sie nicht weiter auf, aber sobald die Bäume ihre Blätter verloren haben, sind sie überall zu sehen. Manche Bäume beherbergen gleich eine Vielzahl der weißbeerigen Mistel. In Deutschland sind sie häufig im Süden und im Osten zu finden, wohingegen der Norden eher weniger Mistelvorkommen hat. 

Mistel geht Verhältnis zum Baum ein

Die Mistel geht hierbei ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Baum ein, denn um ihren Bedarf an Wasser und Nährsalzen zu decken, durchdringt sie die Rinde des Baumes und zapft seine Leitungsbahnen an. Nur die benötigten Nährstoffe produziert sie selbst. 

Diese außergewöhnliche Pflanze, die niemals den Boden berührt, auf einem Wirt wächst, das ganze Jahr über grüne Blätter hat und im Winter Früchte trägt, hat schon immer die Menschen besonders fasziniert. 

Kelten glaubten an Zauber und Heilkräfte der Mistel

Sowohl die Kelten, als auch die Germanen und sogar die Römer waren sich sicher, dass diese Pflanze Zauber- und Heilkräfte besitzt. So wurde sie auch nur zu bestimmten Zeiten mit speziellen Ritualen geerntet. Auch heute noch sind manche Menschen davon überzeugt, dass sie ihre magischen und mystischen Kräfte besonders gut entfaltet, wenn man sie in Vollmondnächten erntet. 

Brauchtum

Unsere Vorfahren haben Mistelzweige in Stallungen und Haus gehängt, um so geschützt zu sein. 

In England und den USA hängen die Menschen Mistelzweige unter Türeingängen auf, um so mit Glück gesegnet zu sein, gerade zu Neujahr ist man dort der Meinung, dass es ohne Mistelzweig im kommenden Jahr kein Glück geben wird. 

Auch bei uns hat in den letzten Jahren der Mistelzweig vermehrt an Bedeutung gewonnen und ist zur Weihnachtszeit vielerorts zu sehen. Mit dem Mistelzweig hat sich auch der Brauch des Küssens unter dem Mistelzweig bei Paaren verbreitet.  Egal ob man daran glaubt oder nicht, auf jeden Fall sieht ein Mistelzweig als Weihnachtsdekoration wunderschön aus, vor allem wenn es frostig ist und dieser die Blätter und Beeren bedeckt. 

Die Beeren der Mistel sind im Winter vielen Vogelarten eine willkommene Nahrungsquelle und die Vögel sorgen natürlich auch ihrerseits für die weitere Verbreitung der Pflanze. 

In der Forschung interessiert man sich vor allem für die sogenannten Lektine, die in Misteln vorkommen. Ihnen wird Immunsystem anregende Wirkung nachgesagt.  Des weiteren wird über eine Wirkung der Mistel-Lektine gegen Krebs geforscht. 

Fotos: Kirsten Hilling

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