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Juli 19, 2020 9:00 am

Deutschland ist bunt: Regenbogenfamilien

Wie sprechen wir mit unseren Kindern über Regenbogenfamilien?

Wir Eltern sind dafür da, um unseren Kindern dabei zu helfen, die Welt zu verstehen. Manchmal fehlen uns aber selbst die Worte oder die Erfahrungen, Dinge richtig einzuordnen. Diese Reihe im Barrio-Magazin soll dabei helfen. Heute geht es um Regenbogenfamilien.

Warum ist eine Einordnung wichtig?

Manchmal hilft es uns, Worte für etwas zu haben, dass unseren Kindern seltener im Alltag begegnet oder wovon sie vielleicht schon Abfälliges gehört haben. So können wir nicht nur Vorurteilen entgegentreten, sondern gemeinsam mit unseren Kindern lernen und daran wachsen, uns mit anderen Lebensmodellen auseinanderzusetzen.

Wie erkläre ich das?

Auf dem Papier verstehen wir unter Regenbogenfamilien Familien, in denen Kinder mit zwei Partnern des gleichen Geschlechts als Familie zusammenleben. Dabei können die Elternteile in einer Partnerschaft leben oder – je nach Land – auch miteinander verheiratet sein. Eurem Kind wird es leichter fallen, andere Familienmodelle besser zu verstehen, wenn ihr erklärt, wie eure Liebe als Paar funktioniert und dass die Liebe zwischen Mann und Mann oder Frau und Frau genauso funktioniert wie bei euch – dass man sich also in einen Menschen so sehr verliebt, dass man zusammen eine Familie gründen möchte. 

Ist das nicht eigentlich ganz normal?

Gerade weil es normal ist, sollten diese Familienmodelle Raum in den Gesprächen mit unseren Kindern finden. Regenbogenfamilien und andere Familienmodelle abseits der klassischen Mama-Papa-Kind Familie sind leider in Kinderbüchern, Filmen und Serien noch stark unterrepräsentiert. Da die Erfahrungen und Einsicht von Menschen durch unsere Sehgewohnheiten beeinflusst werden, ergibt es Sinn, Familien zu zeigen, die so leben, um unsere Wahrnehmung an die Realität anzupassen. Zum Glück gibt es Vorbilder auf Instagram, die bewegend über ihren Alltag als Regenbogenfamilie berichten.

Müssen wir über Diskriminierung sprechen?

Leider werden Menschen, die anders sind oder anders leben als die Mehrheit, auch heute noch oft diskriminiert. Ob ihr konkret mit euren Kindern über die Diskriminierung von Regenbogeneltern sprechen möchtet, kommt wahrscheinlich sehr auf den Charakter eures Kindes an. Generell ergibt es Sinn, über die Bedeutung von Offenheit und Toleranz zu sprechen. Manche Kinder erleben allerdings in ihrem Umfeld, dass befreundete Familien offen angefeindet werden. In diesem Fall ist es notwendig zu erklären, dass manche Menschen manchmal Angst vor dem Unbekannten haben und was man dagegen tun kann. 

Häufige Einwände: Wird mein Kind davon nicht schwul oder lesbisch?

Die eigene Sexualität oder Geschlechtsidentität ist etwas, das angeboren ist und nicht trainiert wird. Der einzige Effekt, der eintritt, wenn ihr offen und ehrlich über gleichgeschlechtliche Partnerschaften redet, ist, dass euer Kind lernt, dass es wichtiger ist, mit sich selbst und seinen Bedürfnissen im Reinen zu sein, als anderen zu gefallen. So wird sich euer Kind in seinem späteren Leben nicht falsch fühlen, falls es feststellen sollte, lesbisch, schwul oder queer zu sein. Vorbeugen kann man dem nicht, es handelt sich einfach um eine Spielart des Menschseins. Hier haben wir Eltern es in der Hand, den Fokus unseres Kindes ein wenig zu lenken. Damit sie selbst als junge Erwachsene wirkliche Wahlfreiheit haben und damit sie unser Land sehen, wie es nun mal ist: vielfältig und bunt.

Josephine Bernstein

Blog: http://backpackbaby.de/

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