In Finnland und Russland hat das Eisbaden eine lange Tradition und ist sogar ein Volkssport, in dem Wettkämpfe abgehalten werden.  Auch in Deutschland steigt die Zahl der Eisschwimmer*innen, derzeit wird geschätzt, dass es ca. 3000 gibt. In den letzten Wochen konntet ihr immer mehr über das eiskalte Hobby lesen und in den sozialen Medien sehen. Grund genug, dass wir das Eisschwimmen näher für euch beleuchten wollen. Eins ist sicher, wenn euch die Leidenschaft zum Eisbaden gepackt hat, wird sie euch nie mehr loslassen. 

Ursprungsländer des Eisbadens

Die Bewohner*innen Finnlands sind Saunaweltmeister*innen. In keinem Land der Welt gibt es so viele Saunen, wie in Finnland. Deshalb kombinieren sie das Eisbaden mit dem Saunagang. Der Eisbadegang wird vor oder nach dem Saunagang eingebaut. Aber natürlich gehen viele Fans des Eisbadens auch ganz ohne Sauna zum Eisschwimmen. Deutschlands liebster Finne, der Frontmann von Sunrise Avenue und Voice of Germany Coach, Samu Haber ist in diesem Jahr durch seine Corona-Zwangspause auch ganz dem Eisbaden verfallen. 

Eisbaden der Adrenalinkick

Eisbaden erfrischt Körper, Geist und Seele und bringt einen richtigen Adrenalinkick dazu. So ganz nebenbei kommt auch noch der Kreislauf in Schwung, die Blutgefäße werden trainiert, die Fettverbrennung wird angekurbelt, die Haut verjüngt und die Kältewiderstandsfähigkeit wird trainiert. Und es wird angeführt, dass auch die Libido gefördert werden soll, da die Produktion von Testosteron und Östrogen angeregt wird. Durch die aktivierte Durchblutung sämtlicher Körperteile nach dem Bad, ein echter Viagra-Ersatz.

Gute Laune und Glücksgefühl beim Eisbaden inklusive

Auf jeden Fall werden körpereigene Endorphine freigesetzt, was dazu führt, dass gute Laune garantiert ist. Es entsteht ein anhaltendes Glücksgefühl durch Adrenalin und Endorphin, was beim Eintauchen ins eiskalte Nass ausgeschüttet wird. Dieser Zustand kann über mehrere Stunden anhalten und führt zu einer tiefen inneren Ruhe und Zufriedenheit. Schlafen werdet ihr nach einem Eisbad wie ein Murmeltier.  Eisschwimmen ist immer auch ein Naturerlebnis der ganz besonderen Art. Es ist einmalig in Finnland, in einem Eisloch im See zu baden. Bei uns könnt ihr in einen eiskalten See, oder Fluss eintauchen. Ist all das nicht in der Nähe, lässt sich auch eine Wassertonne auf dem Balkon in ein Eisloch verwandeln. 

Wichtig beim Eisbaden

Wichtig ist, dass ihr auf keinen Fall Winterschwimmen solltet, wenn ihr Alkohol getrunken habt oder gesundheitlich nicht ganz fit seid. Bei Blutdruck- und Herzproblemen sollte unbedingt vorher ein Arzt konsultiert werden. Springt auf keinen Fall direkt ins kalte Wasser, sondern lasst euch langsam ins kalte Wasser gleiten, damit sich der Körper an die Kälte gewöhnen kann.  Mit dem Kopf unterzutauchen ist ein No-Go, da ihr sonst durch die nassen Haare zu leicht auskühlt. Eisbaden solltet ihr nur in Begleitung eines*r erfahrenen Schwimmer*in machen, falls es unerwartet zu Problemen, wie zu einem Kälteschock kommen sollte.  Achtet unbedingt darauf, dass euer Körper, aber vor allem die Extremitäten vor dem Eisbaden nicht auskühlen bzw. kalt sind. Die Finnen*innen tragen während des Eisschwimmens sogar eine dicke warme Mütze, da sonst über den Kopf sehr viel Wärme verloren geht. 

Das erste Mal Eisbaden

Wenn ihr zum ersten Mal in ein Eisloch steigt, werdet ihr im ersten Moment nach Luft schnappen, eure Augen werden sich weiten und der Fluchttrieb wird aufgrund des Kälteschocks einsetzen. Das ist normal, mir und den vielen anderen ist es nicht anders ergangen. Versucht einfach so weit ins Wasser zu gehen, wie es möglich ist und steigert euch langsam. Klar gibt es auch Leute, die es sofort schaffen, aber Menschen sind unterschiedlich und es zwingt euch ja keiner sofort aufs ganze zu gehen. 

Steigert euren Badegang von Mal zu Mal. Erst ein kurzes Eintauchen, dann ein paar kleine Schwimmbewegungen und später könnt ihr euren Wassergang auf vier bis fünf Minuten auszudehnen. Sobald ihr aus dem Wasser rauskommt, solltet ihr warme bequeme Kleidung anziehen und euch wieder wärmen oder einen Saunagang einlegen. 

Vorbereitung auf das Eisschwimmen

Als Vorab-Training ist es super beim Duschen die Atmung zu trainieren. Atmet langsam und gleichmäßig ein und aus. Wenn ihr das übt, wird auch der Kälteschock nicht dazu führen, dass Schnappatmung eintritt und ihr nur hektisch hechelt. Bei einer ruhigen gleichmäßigen Atmung empfindet ihr die Kälte auch nicht mehr als schmerzhaft und unerträglich. Übungsgänge in der Badewanne bringen allerdings nicht viel, denn die Bedingungen sind unrealistisch. Weder das Wasser, noch die Umgebungstemperatur entsprechen den wirklichen Bedingungen, und es ist auch nicht möglich sich ausreichend zu bewegen.  Lieben es eure Kids auch so sehr Schneeengel zu machen? Das ist im Moment die perfekte Trainingsmethode. Allerdings nicht im dicken Schneeanzug, sondern in Badeklamotten.



In Finnland gibt es spezielle Winterschwimmclubs und es mag euch verwundern, aber die Wartelisten, um aufgenommen zu werden, sind lang. Eins kann ich euch versprechen: Auch wenn es einige Zeit dauern wird, bis ihr die erste längere Runde schwimmen könnt und einige extrem unangenehme Sekunden überstanden werden müssen, werdet ihr mit einem fantastischen Gefühl der Glückseligkeit belohnt, das süchtig macht. Außerdem können wir beim Eisbaden gut lernen, dass wir zu allem fähig sind, was wir wollen und das ist ein mega gutes Gefühl. 

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Fotos: Von Inga Gedrovichashutterstock.com

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