Wie oft noch muss ich diese Bauklötze aufstapeln, die das Kind alle 30 Sekunden mit Begeisterung umkickt? Muss ich wirklich in die Tiefen der Kuscheltier-Lego-Saga eintauchen – und dabei alle Rollen perfekt ausfüllen, die mein Kind mir zuweist? Warum nur, frage ich mich, ist es manchmal so schwer, im Spiel in Verbindung zu sein? Ist Kinderspiel vielleicht einfach nur Kinderkram? Kann ich das etwa gar nicht? Diese Frage hat sich so oder so ähnlich bestimmt jede*r von uns schon mal gestellt. 

Was macht eine gute Eltern-Kind-Beziehung aus?

Wenn wir uns fragen, wie wir die Verbindung zu unserem Kind stärken können, sollten wir einen Glaubenssatz ablegen: Die Vorstellung, dass wir Kinderkram mit unserem Nachwuchs machen müssen, um uns mit unseren Kindern zu verbinden, ist nicht wahr. Wir müssen keinen Kinderkram machen, um uns mit unseren Kindern zu verbinden, sondern danach schauen, wie wir etwas machen können, dass Gemeinsamkeiten nutzt und Verbindung schafft.

Wie kann ich die Bindung zu meinem Kind stärken?

Als ersten Schritt für eine bessere Eltern-Kind-Beziehung schauen wir auf die Gemeinsamkeiten, nicht auf die Unterscheide. Welche gemeinsamen Interessen habe ich als Elternteil mit meinem Kind, auf die wir aufbauen können? Fragen, die uns hier weiterhelfen können, wären zum Beispiel: 

  • Was tue ich, als Erwachsene*r, aktuell gern?
  • Was habe ich als Kind gerne getan? Was hat mir Spaß gemacht?
  • Was wollte ich immer schon mal ausprobieren, sei es als Kind oder als Erwachsene*r?
  • Was macht mein Kind gern? Gibt es dort etwas, was mir auch Spaß machen würde?

Wenn wir von diesen Fragen ausgehen, ist es leichter, gemeinsam etwas Schönes zu erleben. Wir konzentrieren uns nicht auf die Unstimmigkeiten oder das Gefühl, dass es schwierig ist, auf einen Nenner zu kommen. Gemeinsam mit unserem Kind machen wir uns daran, besondere Momente zu erschaffen. 

Eltern-Kind-Beziehung: gemeinsam etwas entstehen lassen

Dabei können wir die Beziehung zu unserem Kind auf vielfältige Art und Weise stärken und nähren, ohne dabei müde in einer Armada aus Kuscheltieren zu versinken. Bewegung in der Natur beispielsweise sorgt dafür, dass wir mehr bei uns sind, Raum gewinnen und innerlich loslassen können. So entsteht Luft für besondere Erlebnisse. Dieses „Gemeinsam im Moment sein“ ist es, nach dem wir suchen. Ganz gleich, ob wir zusammen wandern, oder etwas mit unseren Händen erschaffen, indem wir kochen, backen oder gärtnern. 

Warum ist die Eltern-Kind-Beziehung so wichtig?

Jedes Kind und jede Eltern-Kind-Beziehung ist einzigartig. Was mit dem größeren Bruder oder den Kids der Nachbarn funktioniert, muss nicht unbedingt beim eigenen Kind die perfekte Lösung sein. Wer auf der Suche nach mehr Bindung mit seinem Nachwuchs ist, muss seinen eigenen Weg finden. Ihr entscheidet, wie ihr die Beziehung zu eurem Kind lebt. Dabei braucht es keine großen Gesten. Wenn ihr den Fokus darauf habt und euch Raum füreinander nehmt, stärken auch die kleinen Momente eure Nähe. Besser als jedes Wochenende ein siebenstündiges Event zu veranstalten, ist es, regelmäßige Rituale zu haben. Das kann ein Abendspaziergang sein, gemeinsam im Bett toben oder etwas vorlesen. 

Das Wichtigste für eine gute Eltern-Kind-Beziehung ist es letztlich, Momente zu finden, die nur euch selbst und dem Kind gehören. 

Olaf Bernstein schreibt für Barrio zu allen großen und kleinen Themen des Elternalltags. Weitere Gedanken findet ihr auf seinem Blog, bei Instagram oder bei Twitter.

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