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Januar 13, 2019 9:00 am

Es kommt immer anders, vor allem als man denkt

So endete Teil eins meiner Trilogie. Es geht weiter, meine Lieben, hier nun der etwas längere Teil zwei, eins Punkt null, wenn Ihr versteht…

Teil II

„Ich wurde schwanger und von diesem Zeitpunkt an stresste es mich mal mehr, mal weniger, dass ich irgendwann aus meiner Wohnung, der schönsten in der ich jemals in Berlin gewohnt habe, raus musste.“

Die Wohnung lag im Hinterhaus, eines wundervoll sanierten Altbaus, mit einem riesigen Balkon. Auch die Nachbarn waren der absolute Jackpot. Sowas hatte ich in einer Stadt, wie Berlin sie ist, in der man nämlich eigentlich eher anonym bleibt, noch nicht erlebt.

„Vier Jahre vergingen wie im Fluge, aber wem erzähle ich das, der Kinder hat.“

Die letzten 12 Monate in Berlin,

waren ziemlich hart. Ich begann Anfang 2018, mich von wöchentlich auf täglich mit dem Thema Wohnungssuche auseinanderzusetzen. Ende Mai, als wirklich nichts mehr ging und mir meine Anwältin riet, besser auszuziehen, ich dem ganzen Druck auch nicht mehr standhalten konnte, zog ich kurzerhand ein Résumé – für mich, weil ich es einfach nicht glauben konnte, was mir da widerfuhr. ‚Es kann doch nur an mir liegen, dass ich keine Wohnung finde‘, so meine letzten, hilflosen Gedanken zu diesem Thema.

Über 140 Bewerbungen hatte ich in den letzten sechs Monaten (Januar bis Mai 2018) auf einer uns allen sehr bekannten Immobilienseite verschickt. Knapp 160 € musste ich für ein dreimonatiges All-inclusive-Premium-Abonnement zahlen, weil man das jetzt in Berlin anders nicht mehr macht, wie mir zwei Immobilienagenturen verrieten. Es sei mal dahin gestellt, ob das wirklich der Wahrheit entsprach. Immobilienmakler in meiner näheren Umgebung schrieb ich an oder versuchte es über das altbewährte Kommunikationsgerät Telefon. Gebracht hat es mir dennoch nichts, außer wertvoller Lebenszeit, die ich damit verbrachte, keine Resultate an Land zu ziehen.

Wie viele Wohnungen ich mir in den letzten sechs Monaten anschauen konnte, fragt Ihr euch nun schon seit meinem ersten Artikel, gell?

ACHT. Ach nee, Moment, ich lüge, es waren dann doch ZEHN Wohnungen, die ich mir schlussendlich anschaute.

Vier dieser Wohnungen habe ich ohne Begründung nicht bekommen. Eine habe ich nicht bekommen, weil ich mit Kind bin und der Eigentümer einen Mieter für längerfristig suchte und seine Wohnung wirklich zu klein (40 qm) gewesen wäre, aber ich war verzweifelt. Die übrigen Wohnungen waren entweder nicht wie auf den Bildern dargestellt und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte nicht oder aber, man sagte mir: „Es kann nur einen Gewinner geben.“

Am Ende, bevor ich die komplette Familie mit ins Boot holte gab ich mir noch folgendes Szenario:

Die sogenannte Massenbesichtigung. Kennt ihr? Aus dem Fernsehen, oder?

Nicht? Dann ein kurzer Einblick dazu aus dem Jahr 2018.

Ihr müsst euch das ungefähr so vorstellen.

Eine Wohnung steht bei ImmoDINGSBUMS drinne, open door. Trotzdem werden Termine vergeben, man möchte den Ansturm vermeiden, so die Aussage in der Email, die man bekommt, wenn man auf die Wohnungsanzeige reagiert. Tag und Uhrzeit sind FETT in der Überschrift markiert.

Du fährst also hin. Bist schon zwanzig Minuten früher da, denkst ‚hey cool du kannst vielleicht die Ansprechperson unter vier Augen sprechen‘, steht ein Handwerker draußen vor dem schönen Vorderhaus an der Türe, der die Selbstauskunft verteilt und dazu sagt: „Ick kann zu dem Janzen hier nischt sagen, nur das Sie Bescheid wissen. Wohnung liegt im Hinterhaus, erste Etage.“

Auf Instagram findet Ihr Alexia unter: @alexiavonwismar
Ihren Blog unter diesem Link: www.alexiavonwismar.com

Die Fortsetzung von Lexi’s Story folgt am 20. Januar 2019

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