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Juni 8, 2019 9:00 am

Fehlgeburt: Allgemeines Wissen

Liebe Mamas, liebe Papas,

bei aller Freude über eine Schwangerschaft und auf ein Baby ist es auch wichtig, dass wir uns mit den Schattenseiten beschäftigen. Denn wo Sonne ist, da ist auch Schatten. So trägt unsere neue Serie den bedrohlichen Titel „Fehlgeburt“. Es ist uns wichtig, dass ihr gut informiert seid, um mögliche Frühzeichen zu erkennen und wisst wie ihr sie einzuschätzen habt.

Traumata offen ansprechen

Außerdem ist es uns ein Bedürfnis, euch wissen zu lassen, dass BARRIO euch auch anbietet traurige Momente mit uns zu teilen, um das Tabu welches über dem Thema Fehlgeburt liegt zu lüften. Es ist so wichtig Traumata, die zu unserem Leben nun mal dazugehören offen anzusprechen und Anteilnahme zu erfahren. Dann ist man schon weniger allein.

Wen wir uns nun das sensible Zwischenspiel der hormonellen-, anatomischen und organischen Komponenten vorstellen die nötig sind, um nach 40 Schwangerschaftswochen ein gesundes Baby in den Armen halten zu dürfen, dann wird uns deutlich bewusst welch ein Wunder hier an jedem Tag der Schwangerschaft passiert.

Fachsprache:

Je nach Schwangerschaftsalter und Geburtsgewicht verwendet man unterschiedliche medizinische Fachbegriffe. Von einer Fehlgeburt oder einem Abort spricht man, wenn der Fetus vor der 24. Schwangerschaftswoche (SSW) verstirbt.

Eine Fehlgeburt bis zur 12. SSW gilt als früher Abort, ab der 20 SSW als Spätabort.

Gut zu wissen:

Früher, bevor es die moderne Schwangerschaftsdiagnostik gab, wussten viele Frauen gar nicht, dass sie überhaupt schwanger waren, da die Schwangerschaft mit den damaligen Tests frühestens mit der 6. SSW erkannt werden konnte. So wurde auch eine frühe Fehlgeburt nicht als solche erkannt. Die Periode „ist dann vielleicht nur etwas später gekommen“ oder eine Blutung wurde stärker als gewöhnlich wahrgenommen. Natürlich schenkt uns die moderne Wissenschaft Vorteile, aber auch Nachteile für unsere Psyche.

Moderne Schwangerschaftstests

Heute kann man eine Schwangerschaft mit den modernen Tests im Morgenurin bereits nach zwei Tagen einer ausbleibenden Periode feststellen. Dann ist eine befruchtete Eizelle gerade mal 14 Tage alt. Im Blut kann man eine Schwangerschaft bereits am 6.-9. Tag nach Befruchtung feststellen. Es ist ein sehr früher Zeitpunkt an dem uns die moderne Forschung ermöglicht das Beta HCG nachzuweisen.

Das Beta HCG ist das Hormon, was von der zurückbleibenden Eihülle im Eierstock produziert wird, um die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter zu ermöglichen. Später, wenn die Schwangerschaft etabliert ist, wird das Beta HCG von den Plazentazellen gebildet und steuert die Ausschüttung von Östrogen und Gestagenen, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. In dem besagten sehr frühen Stadium aber, ist die kleine befruchtete Eizelle meist noch auf dem Wege zur Gebärmutter und es ist noch gar nicht sicher, ob sie sich einnisten kann.

Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt?

50% aller befruchteten Eizellen werden keine stabile Schwangerschaft.

30% davon gehen bereits vor dem Einsetzen der nächsten Periode ab.

Hier liegt ein Schutzmechanismus der Natur zu Grunde. Ursache hierfür ist meist, dass der Embryo aus vielerlei Gründen nicht lebensfähig gewesen wäre.

In der 6.-8. SSW liegt das Risiko einer frühen Fehlgeburt bei ca. 18%

Ab der 17. SSW sinkt das Risiko deutlich auf 2-3%.

Anzeichen einer drohenden Frühgeburt:

  • Vaginale Blutungen
  • Deutliches, wiederholtes Ziehen im Unterbauch
  • Starke, krampfartige Schmerzen
  • Unwohlsein

Alle Anzeichen können, müssen aber nicht Zeichen einer drohende Frühgeburt sein. Du solltest Dich aber dringend mit Deinem Gynäkologen besprechen und dich untersuchen lassen.

Im nächsten Artikel werdet ihr mehr zu den möglichen Ursachen, die zu einer Fehlgeburt führen können erfahren.

Liebe Grüße

Eure Stefanie

Liebe Stefanie, wir danken Dir, dass Du unsere Leserinnen zu diesem wichtigen Thema so umfassend aufklärst.

Zum Serienstart geht es hier

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