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Juli 11, 2019 9:00 am

Fehlgeburt: Verlust und Trauer

Liebe Mamas, liebe Papas,

„Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Und wenn du dich getröstest hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.“

(Antoine de Saint-ExupéryDer kleine Prinz. 61. Aufl. Düsseldorf: Karl Rauch 2005, S. 87.)

Mein heutiger Artikel beginnt mit einem Gedicht. Ich mag es sehr gern. Es tröstet mich. Es schenkt mir ein Lächeln unter allen Tränen, die ich um meine Lieben weine die vor mir gehen mussten.

Trauer ist schwer auszuhalten und so oft ich auch Eltern auf diesem Wege begleitet habe, fehlten mir Worte um auszudrücken wie fühlbar und unendlich allumfassend der Schmerz ist, wenn ein Baby nicht auf die Welt kommen durfte; wenn Eltern ihr Kind wieder loslassen müssen bevor sie es in den Armen halten konnten.

Der Verlust ist so bitter, dass es einfach keine Worte gibt.

Als professioneller Begleiterin versuche ich in dieser schweren Zeit Orientierung zu geben, um die Trauer anzunehmen, sie auszuhalten, sie in das Sein zu integrieren, daran zu wachsen und irgendwann wieder positiv im Leben weitergehen zu können.

Es ist ein Prozess den jeder Mensch ganz individuell erlebt und seine eigene Zeit dazu benötigt.

Besonders schön ist, wenn Eltern bei einer Fehlgeburt gemeinsam um den Verlust ihres Kindes trauern können und sich gegenseitig Stütze in einer schweren Zeit sein dürfen.

Individueller Prozess

Es ist ein individueller Prozess und meistens finden Eltern erst in späteren Trauerprozessschritten einen gemeinsamen Weg, können schließlich als Paar trauern und dann gemeinsam in einen positiven Lebensplan zurückzukehren.

Wenn der Schmerz zu schwer ist das so gewünschte Baby loszulassen, dann kommt es zu Blockierungen im Trauerprozess. Eltern finden dann nur schwerlich wieder als Paar zusammen, da der Partner zu sehr an den Verlust erinnert. Fühlt in euch hinein, seid Geduldig mit euch und eurem Partner.

Holt Euch Hilfe

Es hilft enorm, wenn ihr euch Hilfe holt und euch durch diesen schweren Prozess begleiten lasst.

Die Phasen der Trauer:

  • Phase 1- Ablehnung/ Nicht Ankommen des Ereignisses
  • Phase 2/ Bewusstwerdung
  • Phase 3/ Integration des Ereignisses/ Anpassung/ Akzeptanz

Viele sagen die Zeit heilt alle Wunden, aber der Verlust eines Kindes „heilt“ eigentlich nicht.

Es ist weniger eine Heilung, als ein Akzeptieren des Verlustes was die Erinnerung an die Liebe möglich macht. Sorgt dafür, dass ihr einen Platz für Erinnerungen schafft, wie zum Beispiel eine Kerze an einem lieben Ort der Ruhe aufzustellen. Geht an diesen Ort, zündet die Kerze an, haltet inne und erinnert euch gemeinsam. Sprecht über euren Verlust und erzählt euren Kindern und Familienmitgliedern davon.

Ich sende euch Kraft und Zuversicht für euren Weg! Die Liebe wird euch helfen!

Folgende Links haben vielen Eltern im Trauerprozess helfen können:

Initiative Regenbogen:

http://initiative-regenbogen.de/ueber-unsere-initiative.html

Das Buch von Hannah Lothrop

GUTE HOFFNUNG – JÄHES ENDE.
Verluste in der frühen Lebenszeit.
Begleitung und neue Hoffnung für Eltern
LOTHROP, Hannah.
Kösel-Verlag, 2005.

Leserprobe Gute Hoffnung -jähes Ende von Hannah Lothrop, Randomhouse

Liebe Grüße

Eure Stefanie

Liebe Stefanie, wir danken Dir, dass Du unsere Leserinnen zu diesem wichtigen Thema so umfassend aufgeklärt hast.

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