#fragBARRIO – BAM!-Wissen zum Valentinstag

Was hat ein wilder Kaiser mit dem Valentinstag zu tun? Kommt dieser Festtag der Liebenden womöglich doch nicht aus Amerika? Das verraten wir euch knapp und zappzarapp in unseren Knallerfakten zum Glänzen. #fragBARRIO.

„Was habe ich mit der Liebe zu tun?“, fragt Valentin beim Spaziergang durchs Viertel. Überall sind die Schaufenster mit Rosen und Herzen geschmückt, in jedem Blumenladen der Hinweis: „Bald ist Valentinstag!“ Puh, keine leichte Frage, denn so genau lässt sich das gar nicht sagen. Doch sein Papa hat die perfekte Antwort: „Mama und ich lieben dich einfach ohne Ende, und für uns ist jeder Tag ein Valentinstag!“

  • Am 14. Februar wird in vielen Ländern der Valentinstag gefeiert. Ein gesetzlicher Feiertag ist er allerdings nicht, deshalb gehen die Erwachsenen zur Arbeit und die Kinder in die Schule oder den Kindergarten.
  • Der Valentinstag ist vermutlich nach dem Heiligen Valentin benannt, der im dritten Jahrhundert Liebespaare christlich getraut haben soll. Die Menschen durften mit seiner Hilfe in der Kirche heiraten – und das obwohl es sein Chef, Kaiser Claudius, verboten hatte. Warum? Er brauchte tüchtige Soldaten für seine Armee und wollte keine verliebten Ehemänner und Familienväter.
  • Es wird erzählt, dass diese Ehen unter einem besonders guten Stern standen. Die Paare waren offenbar besonders glücklich miteinander. Valentin soll den Paaren auch Blumen aus seinem schönen Klostergarten geschenkt haben. Eine sehr nette Geste! Aber der Kaiser war sauer, weil Valentin sein Verbot nicht beachtet hatte. Er bestimmte deshalb, Valentin von Rom am 14. Februar 269 hinrichten, also sterben zu lassen.
  • Unklar ist, ob dieser Tag genau stimmt – es ist ja auch schon lange her. Es wird vermutet, dass die katholische Kirche den Todestag von Valentin mit einem Feiertag im alten Rom verknüpft hat. Damals war der 14. Februar der Feiertag zu Ehren von „Juno“, der Göttin der Ehe und der Geburt. Der Valentinstag ist also keine Erfindung der Blumenläden, sondern viele Jahrhunderte alt. Schon die alten Römer sollen ihre Frauen an diesem Tag mit Blumen beschenkt haben.
  • Wer aber nun dieser Valentin oder Valentinus genau war, ist unsicher. Menschen, die das Leben der Heiligen erforscht haben, gehen davon aus, dass unter dem Begriff „Heiliger Valentin“ mehrere Menschen zusammengefasst sein könnten, die Valentin hießen und Gutes getan haben. Mal ist von „Valentin von Rom“ die Rede, mal vom Bischof „Valentin von Terni“, einer Stadt, die weiter im Norden von Italien liegt. Vielleicht war es doch eine und dieselbe Person. So ganz genau weiß das aber niemand.
  • Eine andere Möglichkeit ist es auch, dass Valentinsbräuche erst viel später im 14. Jahrhundert auftauchten. Der von Frankreich ausgehende Minnegesang und seine Liebeslyrik, also ganz besondere gesungene Gedichte, könnten etwas damit zu tun haben. Damals änderte sich in der Gesellschaft die Einstellung Frauen gegenüber: Ihnen wurde mehr Respekt entgegengebracht. Diese Tradition soll von den reichen Menschen des Adels eingeführt und später von den normalen Bürgern übernommen worden sein.
  • Ab dem 15. Jahrhundert wurden in England „Valentinspaare“ gebildet – mit einem Mann und einer Frau, die „Valentin“ und „Valentina“ genannt wurden. Sie schickten sich an dem Tag kleine Geschenke oder Gedichte. Später wanderten arme Engländer nach Amerika aus, weil es dort mehr Geld zu verdienen gab. Sie nahmen den Brauch einfach mit.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen dann Soldaten aus Amerika nach Deutschland, um hier für Frieden zu sorgen und die kaputten Städte wieder aufzubauen. Sie feierten ihren Valentinstag – und manche Deutsche übernahmen diesen Brauch.
  • Allgemein bekannt wurde der Valentinstag in den 1950er- und 1960er-Jahren, als Deutschland immer reicher wurde. Oft wird auch vom „Wirtschaftswunder“ gesprochen. Die Menschen hatten wieder genug zu essen und konnten sich Wünsche erfüllen. Die Besitzer*innen der Blumenläden merkten das und machten immer viel Werbung für ihre schönen Sträuße.
  • So ist es bis heute geblieben. Am meisten werden Blumen verschenkt, aber auch Schokolade, Parfüm und Karten sind beliebt. Um den Valentinstag herum gibt es nun Gottesdienste, in denen Ehepaare gesegnet werden.
  • In Schweden feiern die Menschen den 14. Februar als „Tag aller Herzen“, in Spanien als den „Tag der Liebenden“, in Finnland und Estland als „Tag der Freunde“. In Südafrika ist es üblich, Kleidung in Weiß und Rot zu tragen, weil diese Farben mit der Liebe verbunden werden. Japan hat den Brauch, dass Mädchen selbstgemachte dunkle Schokolade verschenken. Bei den Italiener*innen werden Liebesschlösser auf Brücken angebracht und der Schlüssel mit dem festen Glauben daran, die ewige Liebe gefunden zu haben, ins Wasser geworfen. Macht also, was ihr wollt, aber habt euch lieb!

Veronika Beer unterstützt ganz bewusst die wunderbaren Blumenläden in ihrem Viertel. In die große Vase im Wohnungsflur kommen nahezu jede Woche frische Ranunkeln, Hortensien oder Wiesenblumen mit duftenden Olivenzweigen und Kräutern wie wildem Rosmarin. Oft kauft sie sich die Blumen selbst. Außer ihr Mann ist schneller. Nur am Valentinstag nimmt sie keine Blumen von ihm an – das ist ihr zu Mainstream. 

Gemeinsam mit Stefanie Gentner betreibt Veronika den Blog „Verrückt nach München“. Dort berichten sie über ihre Lieblingsstadt, ihre Glücksorte und Gschlamp am Eck. Für #fragBARRIO liefern euch beide regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

Beitragsfoto: Photo by Denise Johnson on Unsplash

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