#fragBARRIO – BAM!-Wissen zum 2. Advent

Zweiter Advent heißt zweite Kerze – und damit quasi Halbzeit! Das lange Warten auf das Christkind und den Weihnachtsmann wäre ohne den guten alten Adventskranz ziemlich dunkel. Doch woher kommt dieser Brauch? Überraschung: aus Hamburg! Wir liefern euch und euren Kindern knapp und zappzarapp die Knallerfakten zum Glänzen! #fragBARRIO

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.“ Das hat Johann in der Kita gelernt. „Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier“ – das kann ich nur noch erahnen, weil sein Mund inzwischen voller Plätzchen ist – „dann steht das Christkind vor der Tür.“ Der Kinderreim begleitet mich seit meiner eigenen Kindheit und sagt eigentlich alles. Und doch nicht. Woher stammt denn eigentlich der Brauch, vier Kerzen auf einem Kreis zu entzünden?

  • Der Adventskranz gehört zu der wunderschönen Lichtersymbolik rund um Weihnachten: Er soll auf das Licht hinweisen, das mit Jesus Christus in die Welt gekommen ist.
  • Erfunden wurde der Adventskranz in Hamburg. Im 19. Jahrhundert gründete ein Mann namens Johann Hinrich Wichern eine evangelisch geprägte Einrichtung für sozial benachteiligte Kinder. In dieser Stiftung lebten Mädchen und Jungen, deren Eltern teilweise schon gestorben waren oder große Probleme hatten. Das Weihnachtsfest spielte in dem Haus eine große Rolle. In den Wochen davor fragten die Kinder immer wieder, wann denn endlich Weihnachten sei. Um ihnen ihr sehnsüchtiges Warten erträglicher zu machen, bastelte Johann Hinrich Wichern 1839 eine Art Weihnachtskalender. So etwas hatte es vorher in dieser Art noch nie gegeben!
  • Dieser Adventskranz bestand aus einem Wagenrad, also aus einem riesigen Ring aus Holz. Darauf stellte Johann Hinrich Wichern 23 Kerzen: 19 kleine rote und 4 große weiße Kerzen für die vier Sonntage in der Adventszeit. Warum gerade 23 – hatte er eine vergessen? Nein! Er rechnete anders – nicht ab dem 1. Dezember, sondern vom 1. Adventssonntag an. Der liegt ja auch mal im November und manchmal erst kurz vor dem Nikolaustag. Deshalb waren es von da an jedes Jahr unterschiedlich viele Kerzen auf dem Kranz – mal 22, mal 28. Diesen Adventskranz hängten alle mit großer Freude im Betsaal des Waisenhauses auf. Die Kinder wussten von da an immer, wie lange es noch bis Weihnachten dauern würde – und lernten ganz nebenbei das Zählen und das Rechnen.
  • Etwa 20 Jahre später, um 1860, wurde der Kranz dann mit Tannenzweigen und viel Grün aus der Natur geschmückt. Das sah natürlich noch schöner aus. Bis zum 20. Jahrhundert gab es dann schon überall Adventskränze in evangelischen Kirchen und vielen Häusern von Familien.
  • Der Brauch kam somit von der evangelischen Glaubensseite, setzte sich aber auch bald bei den Katholiken durch. 1925 soll erstmals ein solcher Kranz in einer katholischen Kirche in Köln gehangen haben. Viele Kirchen machten das nach und schmückten hohe Kirchendecken mit großen Kränzen. Noch heute werden die meist roten Kerzen mit langen Stangen angezündet – ein toller Anblick!
  • Spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg findet man den Adventskranz überall auf der Welt. Inzwischen hat er alle möglichen Farben und Formen. Es gibt ihn aus Plastik, weichem Frottee-Stoff und sogar zum Auseinanderklappen für Reisen.
  • Aus rein praktischen Gründen hat der Kranz im Lauf der Zeit abgespeckt. Heute trägt er nur noch vier Kerzen für die vier Adventssonntage. Wenn ihr euch einen Kranz mit mehr als 20 Kerzen aufstellen wollt, habt ihr daran sicher besonders große Freude – ihr braucht aber auch besonders viel Platz: Damit nicht alles wild zu brennen beginnt, müssen die Kerzen etwas Abstand voneinander haben. Bei etwa 24 Kerzen müsste der Adventskranz dann schon an die zwei Meter lang und breit sein… Und ob dann noch Platz für den Christbaum bleibt?

Warum der erste Adventskalender der Welt in München entstand, erzählen wir euch in den nächsten Folgen von #fragBARRIO – BAM!-Wissen zum 3. und 4. Advent. Dann verraten wir euch auch ein Geheimnis über unsere Weihnachts- und Christkindlmärkte, versprochen! Weil manchmal ist Warten schon okay – und Vorfreude ist immer noch die schönste Freude, oder?

Veronika Beer freut sich alle Jahre wieder auf einen Adventskranz mit viel Tannengrün, Zapfen und duftenden Kräutern drumherum. Die Farbe der Kerzen ist immer wieder anders – aber sie besteht darauf, dass die Lichter jeden Abend mit Streichhölzern angezündet werden. Nur so ist der Duft perfekt! Veronika Beer und Stefanie Gentner erzählen auf ihrem Blog „Verrückt nach München“ über alles Mögliche aus ihrer Lieblingsstadt, zum Beispiel über gute Cafés, Umweltthemen und ihre Glücksorte. Für #fragBARRIO liefern euch beide regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

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