#fragBARRIO – BAM!-Wissen zum 3. Advent

Der Advent ist eine ganz besondere Zeit im Jahr – und deshalb gibt’s dafür einen speziellen Kalender mit 24 geheimen Türchen. Doch woher stammt dieser schöne Brauch? Wir liefern euch und euren Kindern knapp und zappzarapp die Knallerfakten zum Glänzen! #fragBARRIO

Was wäre die Adventszeit bloß ohne den Adventskalender?! Über ihn und seine kleinen Geheimnisse freuen sich nicht nur die Kinder. Auch Mama und Papa bekommen einen gebastelt – mit viel Kleber und noch mehr Liebe. Und manchmal im Leben muss man seinen Kindern auch etwas beichten (sollte man eigentlich viel öfter machen!). Zum Beispiel, dass man selbst auch nicht wirklich gut mit dem Warten und der Vorfreude ist… „Du hast wirklich aaaalle Türchen auf einmal aufgemacht, Mama? Das darfst du gar nicht! Da ist das Christkind aber sauer!!“ Das stimmt. Und nicht nur das Christkind. Ab sofort hat Mama eine eigene Adventskalender-Polizei, die jeden Tag die Türen kontrolliert.

  • Wie kam es nun aber überhaupt zum Adventskalender? Bereits im 19. Jahrhundert entstanden Bräuche des Abzählens bis Weihnachten, vor allem im evangelischen Umfeld. Sie sollten die Wartezeit bis zum Fest verkürzen und die Vorfreude steigern. Manchmal hängten evangelische Familien nach und nach 24 Bilder an die Wand. Eine einfachere Variante war es, 24 Kreidestriche zu machen. Die Kinder des Hauses durften täglich einen davon wegwischen. In katholischen Haushalten wurden teilweise Strohhalme in eine Krippe zum Jesuskind gelegt. Bis Heiligabend waren es dann 24 Stück.
  • Den ersten gedruckten Adventskalender druckte dann der Verleger und Lithograf Gerhard Lang 1908 in München. Er trug den Titel „Im Lande des Christkinds“ und war ein paar Zeitungen beigelegt. Zu entdecken gab es 24 bunte Bilder. Die Kinder durften sie ausschneiden und auf einen weiteren Bogen Papier aufkleben. Ein doppelter Spaß also. Bis weit in die 1930er-Jahre erzählten sich die Leute, dass Gerhard Lang die kunstreichsten und fantasievollsten Kalender machen würde. Als Kind hatte Gerhard Lang in der Adventszeit übrigens immer 24 Plätzchen bekommen. Seine Mutter hatte sie für ihn auf einen Karton aufgenäht, weil der Sohn immer so geduldig auf das Weihnachtsfest wartete. Vermutlich war sie es, die ihn zum allerersten Adventskalender der Welt inspirierte.
  • Seit 1920 gibt es Adventskalender mit Türchen, die man öffnen kann. Dahinter versteckt sich dann eine Überraschung.
  • In den 1950er-Jahren setzten sich Naschereien im Adventskalender durch. In den Verstecken lagen Schokolade, Bonbons und noch mehr Süßkram. Der Kalender war nicht mehr teuer und wurde zur Massenware – jeder wollte einen haben. Und es dauerte nicht lange, da gelangte der Adventskalender von Deutschland aus nach Amerika und um die ganze Welt.
  • Bis heute steckt meistens etwas Süßes hinter den Türchen. Aber natürlich gibt es auch immer noch Kalender mit Sprüchen und Bildern. Von den 24 Türchen sind dabei oft die mit der Nummer 6 und 24 am größten. An diesen Tagen kommen ja der Nikolaus und das Christkind oder der Weihnachtsmann.
  • Habt ihr auch schon von den „lebenden“ und „lebendigen“ Adventskalendern gehört? Dafür werden schöne Bauten wie Rathäuser mit den Nummern 1 bis 24 versehen. Am entsprechenden Tag wird vor einem großen Publikum eine Tür geöffnet. Dann dürfen sich die Besucher Musik, ein Schauspiel oder eine Geschichte anhören. Der größte freistehende Kalender der Welt steht im Böttchergässchen in Leipzig.
  • Übrigens gibt es auch eine Adventskalenderkerze. Sie hat wie ein Kalender 24 Zahlen, die hier aber übereinander angeordnet sind. Täglich darf die Kerze so lange brennen, bis die darauffolgende Zahl erreicht ist. Diese Tradition stammt aus dem Norden, genauer gesagt aus den skandinavischen Ländern. Ähnlich geht es mit einer Weihnachtsuhr, bei der der Zeiger auf einem Kreis jeden Tag ein Stück weiter gedreht wird. Es gibt noch viel, viel mehr – und man kann auch selbst kreativ werden.

Veronika Beer freut sich jedes Jahr über einen Adventskalender von ihrem Mann, denn dann fühlt sie sich wie in der Pfefferkuchen-Wunderkerzen-Welt ihrer Kindheit. Heute macht sie aber nicht mehr alle Türchen auf einmal auf – im Gegenteil: Oft vergehen die Adventstage wie im Flug – und wenn endlich mal Zeit ist, darf sie ganz legal ein paar Nummern auf einmal plündern…

Gemeinsam mit Stefanie Gentner betreibt Veronika den Blog „Verrückt nach München“. Dort berichten sie über ihre Lieblingsstadt, die in der Vorweihnachtszeit besonders charmant daherkommt. Für #fragBARRIO liefern euch beide regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

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