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Januar 6, 2019 9:00 am

#fragBARRIO Heilige Drei Könige

#fragBARRIO – BAM!-Wissen zum Dreikönigstag

Das „C+M+B“ an den Türen bedeutet gar nicht Caspar, Melchior und Balthasar! Was ihr sonst noch über den Dreikönigstag wissen müsst, verraten wir euch knapp und zappzarapp in unseren Knallerfakten zum Glänzen. #fragBARRIO.

„Aber wo waren die Königinnen?“, fragt Marla, nachdem ich ihr von den Heiligen Drei Königen erzählt habe: „Wollten sie nicht auch zu dem Stern reiten?“ Gute Frage! Wir bauen die Geschichte einfach ein wenig aus. Die Königinnen mussten nämlich noch einen Zauberstab suchen, der beim wilden Ritt mit den Einhörnern in die Schatzkammer gefallen war. Diese Details rund um den Feiertag könnten frei erfunden sein. Folgendes aber dürft ihr für bare Münze nehmen:

  • Der Dreikönigstag fällt immer auf den 6. Januar und ist ein gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Dort haben die Erwachsenen frei, die Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Viele Menschen sehen den Tag als Ende der Advents- und Weihnachtszeit. Sie bringen ihre Christbäume aus dem Haus, weil die auch schon ihre Tannennadeln verlieren. Jetzt geht das neue Jahr so richtig los.
  • Doch wer sind diese Heiligen Drei Könige? Erinnert ihr euch an die Weisen aus dem Morgenland, die zur Geburt Jesu einem Stern bis zur Krippe folgten? Sie brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe. So steht es in der Bibel.
  • Lange war unklar, wie viele Menschen es wirklich waren. Irgendwann legte man die Zahl der Weisen auf drei fest, weil sie ja auch drei Gaben gebracht hatten. Außerdem wurden immer drei unterschiedliche Lebensalter für sie angegeben. Auf Bildern wurden sie damals als Jüngling, Mann und Greis gezeichnet. Und irgendwann nannte man sie auch einfach Könige.
  • Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar wurden ihnen erst im 9. Jahrhundert  zugeschrieben. Wegen ihrer langen Reise sind sie bis heute die Patrone der Reisenden, die sie dem Glauben nach schützen sollen.
  • Das bekannteste Brauchtum rund um den Dreikönigstag ist das Sternsingen. Erstmals erwähnt wird es im 16. Jahrhundert. Damals zogen Soldaten und arbeitslose Handwerker von Haus zu Haus und baten um Essen und Geschenke für ihren Gesang. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Brauch von der Kirche wiederbelebt.
  • Heutzutage sind es vorwiegend Kinder, die sich als Heilige Drei Könige verkleiden und als Sternsinger an den Türen anderer Leute klingeln. Eines der Kinder hat meistens ein schwarzes Gesicht, weil einer der Könige eine dunkle Hautfarbe gehabt haben soll. In katholischen Gegenden sind es Ministranten, Kommunionkinder oder andere Jugendliche der Kirchengemeinde, die in die Häuser und Wohnungen kommen, ein Gefäß mit duftendem Weihrauch schwenken und dabei von früher erzählen. Mit ihren Liedern, Gebeten und Gedichten sammeln sie Geld für Wohltätigkeitsorganisationen. Oft geht es an arme, kranke und benachteiligte Kinder. Toll, oder? Für diese Mühe bekommen sie meistens Süßigkeiten von den Erwachsenen.
  • Vielleicht habt ihr auch schon mal den Spruch „C+M+B“ mit einer Jahreszahl dahinter an Haustüren oder Türbalken gelesen. Dieser Segen wurde mit geweihter Kreide geschrieben. Die Buchstaben stehen nicht, wie oft vermutet wird, für die Anfangsbuchstaben der Heiligen Drei Könige, sondern für den Segensspruch „Christus Mansionem Benedicat.“ Das bedeutet: „Christus segne dieses Haus.“
  • Der Dreikönigstag wird in der katholischen Kirche auch „Fest der Erscheinung des Herrn“ genannt, in der evangelischen Kirche „Epiphanie“. Verwirrend, oder? Das ist so, weil die Geburt Christi ursprünglich am 6. Januar gefeiert wurde. Im Jahr 432 wurde es auf den 25. Dezember verlegt, also auf den ersten Weihnachtsfeiertag. So kennen wir das ja heute noch.
  • Ihr könnt zum Dreikönigstag auch „Dreikönigsfest“ oder „Heilig Drei König“ sagen. In manchen Orten heißt der Tag auch „Groß-Neujahr“ oder „Hochneujahr“. In Österreich sprechen manche Leute vom „Weihnachtszwölfer“. Diese Bezeichnung leitet sich vermutlich von dem Brauch ab, das Weihnachtsfest zwölf Tage lang bis zum 6. Januar zu begehen.
  • Ähnlich wie an Ostern ist es üblich, Wasser und Salz in der Kirche weihen zu lassen. Damit erinnert man an die Taufe Jesu. Die Heiligen Drei Könige gelten auch als Schutzheilige gegen Feuer. Deshalb befestigt man an Ställen und Schuppen das Dreikönigszeichen und spritzt geweihtes Wasser auf die Balken. Bauern segnen ihren Stall mit dem Dreikönigswasser und räuchern ihn mit dem Duft von Weihrauch aus. Sicher ist sicher! Die Tiere bekommen manchmal sogar Brot, das in dem besonderen Wasser eingeweicht war. So bitten die Menschen um Schutz für ihre Tiere, damit diese nicht krank werden.
  • In einigen Teilen Deutschlands, vor allem aber in Köln, war es seit dem 16. Jahrhundert Tradition, einen Königskuchen zu backen. In ihm war eine Münze oder eine Bohne versteckt. Jeder in der Familie bekam ein Stück vom Kuchen. Wer darin die Münze oder die Bohne fand, war der König. Heute findet man diese Tradition eher in südeuropäischen Ländern. Aber vielleicht wollt ihr auch so einen Kuchen backen?

Veronika Beer freut sich, wenn es im Haus ihrer Eltern tagelang nach Weihrauch und Myrrhe rieht, nachdem die Sternsinger da waren. Und ihre Tochter freut sich über das „M“ beim „C+M+B“. Das ist nämlich der Anfangsbuchstabe ihres Vornamens – und ihrer Heimatstadt.

Gemeinsam mit Stefanie Gentner betreibt Veronika den Blog „Verrückt nach München“. Dort berichten sie über ihre Lieblingsstadt, ihre Glücksorte und Gschlamp am Eck. Für #fragBARRIO liefern euch beide regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

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