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Dezember 6, 2018 9:00 am

#fragbarrio Nikolaus

Warum feiern wir Nikolaus – und zwar immer am 6. Dezember? Was passiert an diesem Tag? Und was hat der Nikolaus eigentlich mit dem Weihnachtsmann, dem Christkind und Knecht Ruprecht zu tun? Wir liefern euch und euren Kindern knapp und zappzarapp die Knallerfakten zum Glänzen. #fragBARRIO

Jedes Jahr wieder hat Karli ein bisschen Angst, dass der Nikolaus vielleicht gerade ihn vergessen könnte. „Der hat ja so viel zu tun und muss an alle Kinder denken“, sagt er – und fügt dann kleinlaut hinzu: „Mama, zu mir muss er gar nicht kommen. Es reicht, wenn er was in meine Schuhe legt.“ Dann sucht er die größten Stiefel vom Papa und stellt sie akribisch vor die Wohnungstür. Tatsächlich gab’s noch jedes Jahr Geschenke für Karli – und noch nie war der Krampus dabei. Trotzdem ist ihm der Nikolaus irgendwie nicht ganz geheuer. 

  • Über den Nikolaus gibt es viele wundersame Geschichten, die bestimmt nicht alle stimmen. Von manchen Forschern wird sogar angezweifelt, dass es den Nikolaus überhaupt gab. Das kann aber nicht sein – weil es viele Aufzeichnungen über ihn gibt. Und daher ist Folgendes bekannt: Der Heilige Nikolaus hat tatsächlich gelebt – und zwar im 4. Jahrhundert, also vor etwa 1.700 Jahren – an der türkischen Mittelmeerküste. Er wurde zwischen 270 und 286 als Sohn reicher Eltern geboren. Den Überlieferungen zufolge wurde er mit 19 Jahren zum Priester geweiht. Dann leitete er als Abt das Kloster Sion in der Nähe von Myra – daher auch sein Name Nikolaus von Myra.
  • Zahlreiche Legenden über seinen Gerechtigkeitssinn und seine Wohltätigkeit machten den Nikolaus zum Schutzheiligen der Seefahrer, Reisenden, Pilger, Händler, der Armen und der Kinder. Eine der vielen Erzählungen ist die über das Kornwunder. Während einer Hungersnot soll er alle kirchlichen Kornspeicher öffnen lassen haben, damit die hungernden Menschen kostenlos Brot backen konnten. Eine andere Geschichte erzählt, dass der Nikolaus vielen armen Kindern das Leben gerettet hat, indem er alles Gold aus seiner Kirche verkaufte und das Geld den armen Familien gab.
  • Weil der Nikolaus mehr an die Armen als an sich selbst dachte, verehren ihn Christen weltweit bis heute als Heiligen und erinnern sich in jedem Jahr am Nikolaustag an ihn. Das ist am 6. Dezember, weil der Nikolaus von Myra an diesem Tag gestorben sein soll. Dieser Tag ist allerdings in den meisten Ländern kein gesetzlicher Feiertag. Die Kinder haben also nicht schulfrei, die Kindergärten und Kitas haben offen, und Mama und Papa müssen zur Arbeit.
  • Den Kindern ist das aber egal. Sie freuen sich auf die Geschenke, die es an diesem Tag gibt. Dabei haben sich verschiedene Bräuche entwickelt: Viele Kinder stellen und Legen am Abend des 5. Dezember voller Vorfreude ihre Schuhe oder Socken vor die Wohnungstür. Am nächsten Tag finden sie darin Schokolade, Nüsse und Mandarinen. Dieser Brauch geht übrigens auf eine weitere Legende zurück. Demnach lebte seinerzeit im Dorf vom Nikolaus ein Mann mit seinen drei Töchtern. Der Mann war so arm, dass ihm nichts anderes übrigblieb, als seine Töchter zu verkaufen. Als der Nikolaus davon hörte, warf er in den darauffolgenden Nächten Gold oder Geld durch das Fenster oder den Kamin der Familie. Die Geschenke landeten in den Socken oder Schuhen der Töchter, besagt die Legende.
  • Es geht aber auch anders: In vielen Familien kommt der Nikolaus am Abend des 5. oder 6. Dezember sogar höchstpersönlich. Er lobt die lieben Kinder und tadelt die weniger braven. Weil er sich nicht alles merken kann, hat er sein „goldenes Buch“ dabei. Da steht ganz genau drin, wie brav jedes Kind im letzten Jahr war.
  • Wenn der Nikolaus vorbeischaut, begleitet ihn manchmal auch Knecht Ruprecht oder Krampus. Er ist ein Gehilfe und für die weniger braven Kinder zuständig; mit einer Rute und rasselnden Ketten erschreckt er die Kinder und schimpft sie, damit sie im nächsten Jahr wieder braver sind. Aber keine Angst: Bisher hat der Nikolaus noch immer für jedes Kind Geschenke aus seinem großen Sack gezogen.
  • Der Nikolaus hat seine Fans auf der ganzen Welt – deshalb hat er auch ganz viele Namen: In Österreich heißt er zum Beispiel Nikolo oder oft auch St. Niklas, in Italien San Nicola, in England und Irland nennt man ihn Father Christmas und in Nordamerika Santa Claus. In den Niederlanden und Flandern ruft man ihn Sinterklaas, das ist eine Abkürzung für Sint Nikolaas.
  • Christkind, Weihnachtsmann, Nikolaus – irgendwie kommt da heute einiges ganz schön durcheinander. Aufgepasst – wir erklären’s nochmal: Der Nikolaus ist NICHT der Weihnachtsmann! Um das Andenken des Heiligen zu fördern und vom Weihnachtsmann der Werbung abzugrenzen, haben kirchliche Organisationen in letzter Zeit Initiativen gestartet. Dabei werden immer öfter auch Schoko-Nikoläuse mit Mitra und Bischofsstab verkauft – als Alternative zu den Weihnachtsmännern mit Mütze und Beutel. Denn: Aus kirchlicher Sicht hat der am Konsum orientierte, amerikanische Weihnachtsmann der Geschenke-Industrie nichts mit dem Bischof Nikolaus zu tun, der selbstlos Menschen in Not geholfen habe.
  • Das Christkind gibt es erst seit dem 16. Jahrhundert. Denn: Ursprünglich war der Nikolaus auch der Gabenbringer an Heiligabend. Doch das katholische Gedenken an einen Heiligen – in diesem Fall den Nikolaus von Myra – widerstrebte Martin Luther. Er schaffte es in der Reformation ab und erfand stattdessen ein überirdisches Wesen, das wie ein Engel oder eine Elfe mit Flügeln aussehen soll. Es erhielt den Namen Christkind, in Anlehnung an die Geburt Jesus Christus am 24. Dezember. Seitdem kommt das Christkind an Heiligabend. Doch wer wirklich die Geschenke bringt, ist jedes Jahr wieder spannend. Denn: Keiner hat das Christkind je gesehen.

Stefanie Gentner wundert, warum sich ihre Kinder die Geschichten vom Nikolaus und dem Christkind nicht merken können. So erklärt sie jedes Jahr wieder, dass zunächst der Nikolaus am 6. Dezember kommt – und erst dann das Christkind am 24. Dezember. Macht nichts, denkt sie. Sie ist ja schon froh, dass sie inzwischen nicht mehr nach dem Weihnachtsmann fragen!
Auf ihrem Blog „Verrückt nach München“ berichten Stefanie Gentner und Veronika Beer über ihre Lieblingsstadt, entdecken Glücksorte und schreiben auch über Umweltthemen. Für #fragBARRIO liefern sie euch regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

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