#fragBARRIO – BAM!-Wissen zum Reformationstag und Halloween

Warum feiern wir am 31. Oktober den Reformationstag? Und was hat das mit Halloween zu tun? Wir liefern euch und euren Kindern knapp und zappzarapp die Knallerfakten zum Glänzen. #fragBARRIO

„Dieses Jahr darf ich aber mitlaufen!“, fordert die Tochter vehement. „Jetzt bin ich ja schon fünf.“ Ein Kostüm ist schnell gefunden – und so geht das kleine Gespenst mit den ebenso gruselig verkleideten Nachbarskindern auf Tour durchs Viertel. Klar! Mit fünf ist sie jetzt echt groß genug. Naja, zum Glück sind ein paar 14-jährige Hexen und Vampire dabei, die aufpassen. Was ich aber ganz vergessen hab: Ihr zu erklären, dass es am 31. Oktober nur zum Teil um Halloween, Grusel-Geister und Süßigkeiten geht. Vorrangig wird am gleichen Tag nämlich ein ganz anderer Feiertag begangen: Der Reformationstag – da geht’s eigentlich nicht um Süßigkeiten…

Der Reformationstag ist ein evangelischer Feiertag und immer am 31. Oktober. Denn der Kirchenmann Martin Luther schlug am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg.

Aber jetzt mal langsam und der Reihe nach. Was sind die 95 Thesen? Und warum hat er sie an eine Schlosstür geschlagen? Also, jetzt kommt ein bisschen Kirchengeschichte: Bis vor etwa 500 Jahren gehörten alle Christen derselben Gemeinschaft an. Sie waren katholisch und ihr Chef war der Papst. Doch 1517 kam es zum Streit. Martin Luther fand nicht alles gut, was der Papst vorgab und wollte viele Dinge in der Kirche verändern. Seine Ideen schrieb er damals in 95 Thesen auf. Er hing sie in der Stadt Wittenberg aus, damit alle Menschen sie lesen konnten. Vielen Christen und vor allem dem Papst war das natürlich gar nicht Recht. Andere fanden seine Vorschläge gut und schlossen sich seinem Protest an. Diese Protestanten leiteten die Reformation ein. Das heißt, es wurde eine neue Glaubensrichtung im Christentum gegründet. Neben der römisch-katholischen Kirche gibt es seitdem auch die evangelische Kirche. Am Reformationstag laden alle evangelischen Kirchen zu einem besonderen Gottesdienst ein. Die Predigt und die Lieder drehen sich fast nur um Martin Luther, um seine Thesen und was sie in der heutigen Zeit bedeuten.

Seit dem 17. Jahrhundert ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag – allerdings nur in fünf Bundesländern, nämlich Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Schleswig-Holstein beschloß Anfang 2018 den Reformationstag als Feiertag. Hamburg, Bremen und Niedersachsen zogen nach. Die Bayern gucken 2018 allerdings nochmals in die Röhre, auch wenn 74% abgestimmt haben, dass sie ebenfalls einen Feiertag haben wollen. Und was hat der Reformationstag mit Halloween zu tun? Eigentlich nichts. Bis auf dass beides am 31. Oktober gefeiert wird. Viele finden Halloween sogar blöd, nennen es einen großen, kommerziellen Unsinn, der in den letzten Jahren immer bedeutender wird und dabei gleich zwei christliche Feiertage alt aussehen lässt. Denn: Die Kinder lieben vor allem Halloween und vergessen dabei ganz den Reformationstag und auch den daran anschließenden Feiertag „Allerheiligen“ am 1.November.

Tja, da müssen wir also für den gleichen Tag noch eine zweite Tradition erklären.

Also: Halloween kommt aus Irland und heißt eigentlich „All Hallows Eve(ning)“. Gemeint ist der Vorabend von Allerheiligen. Allerheiligen wird in der katholischen Kirche am 1. November gefeiert – als Gedenktag für die Heiligen. Deshalb fällt „All Hallows Eve“ genau auf den 31. Oktober. Im Mittelpunkt der irischen Halloween-Geschichte steht Jack O´ Lantern: Durch eine List entkommt dieser Jack aus der Hölle. Doch als er in den Himmel will, ist die Tür dort für ihn verschlossen. Jack ist verdammt, ewig zwischen Hölle und Himmel zu wandern – immer dabei hat er eine Kerze in einer ausgehöhlten Rübe. Daher kommt der Brauch, Fratzen in Kürbisse zu schneiden und zu beleuchten. Irische Einwanderer bringen Halloween im 19. Jahrhundert nach Amerika. Und von dort kommt der Brauch nach Deutschland und wird seit einigen Jahren – etwa Anfang der 90er-Jahre – immer populärer. Seitdem gibt es auch bei uns Kürbismasken mit Kerzen oder blinkenden Augen, Hexen-Girlanden, Gespenstermasken, Grusel-Deko wie Spinnennester und Süßgkeiten, die aussehen wie Augen, Finger oder Totenköpfe – alles Verkaufsschlager an Halloween. Kritiker sagen deshalb, das Fest gibt es nur, weil damit viel Geld zu verdienen ist. Das ist den Kindern aber egal. Ganz nach dem Motto „Süßes oder (es gibt) Saures“ laufen sie am Abend des 31. Oktober durch die Straßen, klingeln an den Türen und fragen nach Schoki und Bonbons. Einen Spruch haben wir auch noch für euch: „Leute nehmt euch bloß in acht, die Halloweengeister sind erwacht. Wollt ihr keine Qualen erleben, müsst ihr uns was Süßes geben.”

Stefanie Gentner hatte Halloween jahrelang nicht auf dem Schirm. Heißt: Wenn es am 31. Oktober abends an ihrer Wohnungstür klingelte, hatte sie nie genügend Süßigkeiten gekauft und musste ihre eiserne letzte Reserve rausrücken. Nicht schön! Seitdem ihr eigenes Kind im Halloween-Alter hat, ist sie besser präpariert. Auf ihrem Blog „Verrückt nach München“ berichten Stefanie Gentner und Veronika Beer über ihre Lieblingsstadt, entdecken Glücksorte und schreiben auch über Umweltthemen. Für #fragBARRIO liefern sie euch regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

 

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