#fragBARRIO – BAM!-Wissen zum Jahreswechsel

Rumms-bumm-bäng! – und dann ist es rum, das alte Jahr. Warum feiern wir Silvester so laut und bunt? Das verraten wir euch knapp und zappzarapp mit den Knallerfakten zum Glänzen. #fragBARRIO.

„Ist die Omi im Schnee ausgerutscht?“, fragt die Tochter, nachdem ich mit meiner Mutter telefoniert habe. Die Kleine hat hervorragende Ohren, weiß aber noch nicht, warum man sich zum Jahreswechsel einen „guten Rutsch“ wünscht. „Oma ist nicht ausgerutscht“, erkläre ich ihr: „Ich habe ihr nur gewünscht, dass das neue Jahr gut für sie losgehen soll. Das sagt man so.“ Ganz nach dem Schneeball-System hat das Mädchen nun drei weitere Fragen: Warum ist das Jahr jetzt alt? Wofür brauchen wir ein neues? Und wohnt dieser Silvester nun bei Oma?

  • In einigen europäischen Sprachen wird der 31. Dezember als Silvester bezeichnet. Es ist im gregorianischen Kalender der letzte Tag des Jahres. Nach dem Heiligenkalender der römisch-katholischen Kirche ist es der Gedenktag des heiligen Papstes Silvester I., der am 31.12.335 in Rom starb.
  • Der Silvesterabend wird häufig in Gesellschaft begangen – mit Freunden zu Hause oder beim Essen, aber gerne auch mit Fremden auf zentralen Plätzen. Zum Jahreswechsel um Mitternacht wird meist mit Raketen und Böllern gefeiert, die laut krachen und oft auch bunt leuchten. Solch ein Feuerwerk sollte früher böse Geister vertreiben. Heutzutage drückt es vor allem die Vorfreude aufs neue Jahr aus. Leiser, aber mindestens genauso schön, sind Wunderkerzen, die goldene Funken sprühen.
  • Kurz vor 24 oder 0 Uhr werden die Sekunden laut heruntergezählt. Ab Mitternacht wird dann von vielen Kirchen das neue Jahr eingeläutet. Je nach Tradition dauert der Klang der Glocken zwischen zehn Minuten und einer ganzen Stunde. Das Läuten mischt sich mit dem wilden Geballer und klingt sehr beeindruckend. Die Kirchen bieten zudem nächtliche Gottesdienste an, die eine schöne Atmosphäre haben.
  • Wenn bei uns Mitternacht ist, haben viele Menschen auf der Welt schon Silvester gefeiert, andere haben den Jahreswechsel noch vor sich. Das liegt an der Zeitverschiebung. Zuerst wird auf ein paar weit entfernten Inseln mit hübschen Namen wie „Samoa“ gefeiert, wenn es bei uns noch 11 Uhr vormittags ist. In Amerika oder Kanada zum Beispiel müssen die Menschen noch länger warten als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dort wird erst geballert, wenn wir schon längst schlafen.
  • Feuerwerk hat mit Sprengstoff zu tun und ist gefährlich. Nach deutschem Recht ist Feuerwerk der Kategorie „F2“ für Erwachsene am 31. Dezember und 1. Januar erlaubt. Die Orte, wo das Feuerwerk stattfinden soll, können aber strenge Regeln erlassen und Verbote verhängen. In Nordfriesland im Norden Deutschlands zum Beispiel gibt es viele schöne Häuser mit Reetdächern aus getrocknetem Schilfrohr. Sie fangen leicht an zu brennen und müssen deshalb geschützt werden. Sonst folgt aufs Feuerwerk die Feuerwehr.
  • Bei privaten Silvesterfeiern macht man oft Bleigießen. Dabei wird Blei auf einem Löffel geschmolzen und flüssig ins kalte Wasser gegossen. So entstehen lustige Figuren. Um herauszufinden, was sie genau bedeuten, hilft es oft, das Stück Blei vor eine Lampe oder Kerze zu halten und sich seinen Schatten an der Wand anzusehen. Diese Art des Orakelns kannte man schon im antiken Griechenland, bei den Römern und auch bei den Kelten – also vor langer, langer Zeit. Blei ist allerdings nicht gut für die Gesundheit, deshalb müsst ihr es nach dem Bleigießen wegwerfen und euch die Hände waschen, versprochen?
  • Die Menschen wünschen sich einen „Guten Rutsch!“. Das heißt, dass sie gesund und fröhlich ins neue Jahr kommen sollen. Diesen Gruß gibt es mindestens seit 1900. Aber woher kommt der Wunsch, „gut rüberzurutschen“? Das ist nicht ganz klar. Eine Erklärung ist es, dass der Spruch aus dem Jiddischen kommt, das dem Deutschen oft ähnlich ist, aber eben doch ein klein wenig anders klingt. Im Lauf der Zeit werden dadurch häufig solch schöne Sprachbausteine übernommen. Möglich ist aber auch, dass das Verb „rutschen“ früher so viel wie „reisen“ bedeutete. Die „Rutsche“ oder der „Rutsch“ meinen also eine „Reise“ oder „Fahrt“. Das Fahren mit Autos sollte man an Silvester und Neujahr allerdings den Taxifahrern überlassen, weil Erwachsene zuvor oft Bier und Sekt miteinander getrunken haben.
  • Auch das Fernsehen ist an diesem Tag besonders. Viele Menschen freuen sich über alte Sketche, etwa das legendäre „Dinner For One“ aus dem Jahr 1963, das noch in Schwarz-Weiß gezeigt wird. Dabei geht es um eine lustige Feier von einer Frau namens „Miss Sophie“ und ihren Freunden. Bis zum Jahr 1988 übertrug das ZDF um Mitternacht übrigens das Geläut der Berliner Freiheitsglocke – als Mahnung, die Deutsche Einheit wiederherzustellen. Zum Glück ist das längst passiert! Nun sendet das Fernsehen die Neujahrsfeier am Brandenburger Tor.
  • Apropos Glück: Habt ihr an Silvester schon einmal einen Glückskeks bekommen? Wenn ihr ihn auseinanderbrecht, findet ihr einen Spruch, der euch das neue Jahr vorhersagen soll. Zum Beispiel: „Ein Wunsch wird in Erfüllung gehen!“ Am schönsten ist es, solche Glückskekse selbst zu backen und nette Sprüche für die Lieblingsmenschen darin zu verstecken!
  • Häufig verschenkt werden auch Glücksbringer wie vierblättriger Klee, Hufeisen, Marienkäfer, Fliegenpilze oder Schornsteinfeger. Aus dem früheren Glückspfennig ist inzwischen ein Glückscent geworden, der für den Jahreswechsel auch mal golden angemalt wird. Manchmal werden kleine Kaminkehrer, Marienkäfer oder Kleeblätter auf ihn draufgeklebt. Dieser Pfennig oder Cent soll bösen Zauber fernhalten und dafür sorgen, dass das Geld nie ausgeht. Am schönsten aber ist der Gedanke, dass er eben deshalb Glück bringt, weil in allem Kleinen der Ursprung für etwas Großes liegt.
  • Auch Marzipanschweine sind an Silvester beliebte Geschenke. Für echte Tiere ist der Jahreswechsel aber nicht so toll. Viele von ihnen haben Angst vor der Ballerei, weil es ihnen viel zu laut ist und sie befürchten, mit einem Gewehr gejagt zu werden. Diese Panik steckt einfach in ihnen drin. Streicheln hilft!

Veronika Beer ist an Silvester oft beim Skifahren in den Bergen. Falls sie doch daheim bleibt, geht sie mit der Familie und Freunden zum Essen. Davor aber wird noch kurz mit ein paar Nachbarskindern im Hinterhof geböllert und über Raketenkunst gestaunt. Wichtig ist Veronika aber, dass nicht zu viel Müll zusammenkommt – und dass der am Ende brav entsorgt wird.

Gemeinsam mit Stefanie Gentner betreibt Veronika den Blog „Verrückt nach München“. Dort berichten sie über ihre Lieblingsstadt, ihre Glücksorte und Gschlamp am Eck. Für #fragBARRIO liefern euch beide regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

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