Heute haben wir ein Interview mit einer Mama zum verfrühten Verschluss der Schädelnähte beim Säugling/Frontalnahtsynostose für Euch. 

Liebe Mamas, liebe Papas,

heute möchte ich Euch ein Interview mit einer Mama senden, die plötzlich mit einer seltenen Diagnose bei ihrem Neugeborenen konfrontiert war.

Vielen Dank liebe Corinna Hölzle, dass Du mir Dein Vertrauen für dieses Interview geschenkt hast, und wir Deine Erfahrungen unseren Eltern auf der BARRIO App zur Verfügung stellen dürfen.

„Unser erstes Kind war unterwegs und wir freuten uns auf unsere kleine Familie. Die Schwangerschaft verlief gesund und mir ging es gut.

Da es in unserer Familie einen Fall von Spina Bifida gab, hatten wir alle Untersuchungen und Ultraschallscans machen lassen, die bereits frühzeitig einen Hinweis Erkrankungen des Ungeborenen geben konnten. Alles war gut und es gab keine Auffälligkeiten.

Die Geburt war schwer und unser Sohn kam schließlich mit Hilfe der Saugglocke und einem großen Dammschnitt bei mir auf die Welt. Danach entwickelte sich unser Kind bestens und wir durften die Geburtsklinik nach der U2 verlassen.

Ungewöhnliche Kopfform

Das einzige, was auffiel, war die ungewöhnliche Kopfform unseres Sohnes. Das Köpfchen erinnerte ganz leicht an ein Dreieck, da die Stirn ein wenig spitz war. Wir machten uns darüber keine großen Gedanken, da uns bekannt war, dass nach einer Saugglockengeburt das Köpfchen des Babys leicht verformt sein konnte und im Verlauf der Zeit in seine normale Form zurückfindet.

Erst bei der U3 in der 4. Lebenswoche stellte unser Kinderarzt fest, dass die Kopfform unseres Babys nicht auf die Geburt zurückzuführen war und sie sich leider nicht zurückbilden würde.

Ganz im Gegenteil, sowohl die schwere Geburt, als auch die Kopfform wiesen auf eine seltene Erkrankung hin, die Grund zur Sorge gab. Wir hörten zum ersten Mal das Wort: Frontanahtsynostose

Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem verfrühten Verknöchern der frontalen Schädelnähte.”

Verfrühte Verknöcherung

Normalerweise hat der Schädel eines Babys bindegewebig verbundene Schädelnähte, die flexibel verbunden sind, damit sich der Kopf bei der Geburt anpassen kann um durch den Geburtskanal zu rutschen. Besonders wichtig ist diese Flexibilität auch für das Wachstum des Gehirns. Erst im Alter von ca. 14 Lebensjahren ist die Verknöcherung der Schädelnähte abgeschlossen. Verschließen sich alle Schädelnähte zu früh, so kann sich das Gehirn in seinem Wachstum nicht ausreichend ausbreiten. Es ist mit einem erhöhten Hirndruck zu rechnen, der sowohl geistige als auch körperliche Entwicklungsdefizite nach sich zieht.

„Und plötzlich war alles anders….wir waren mit Fragen und Sorgen konfrontiert, deren Konsequenzen wir, als medizinische Laien gar nicht absehen konnten. Was bedeutete diese Diagnose für uns? Warum hat uns das bisher niemand gesagt? Wir hatten doch alle Untersuchungen gemacht? War unser Kind ernstlich krank? Sorgen um geistige und körperliche Behinderung standen plötzlich im Raum. Es war furchtbar, was mein Mann und ich in diesem Moment erlebten.

Was nun auf die kleine Familie zukam, erfahrt Ihr morgen im 2. Teil des Interviews.

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