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Dezember 6, 2018 9:25 am

Frühgeburtlichkeit eine Ausnahmesituation

Liebe Mamas, liebe Papas,

von einer Frühgeburtlichkeit sprechen wir, bei einer vorzeitigen Entbindung in der 24.-37. Schwangerschaftswoche, mit einem Geburtsgewicht zwischen 500-2500 gr. In Deutschland liegt die Frühgeburtenrate bei 5-8% aller Geburten.

Ursachen können sein, eine akute Infektion der Mutter, Diabetes Mellitus oder eine Schwangerschaftsgestose, die mit akuter Nierenschwäche, Bluthochdruck, starken Wasseransammlungen und Bluthochdruck einhergeht.

Ebenso eine Schwäche des Muttermundhalses, die Cervixinsuffizienz oder eine Unterfunktion der Plazenta.

Wenn die Mutter viel Unruhe und Stress in ihrer Schwangerschaft erlebt, kann das ein zusätzlicher Faktor sein, der das Einsetzen vorzeitiger Wehen auslösen kann.

Ungewohnte klimatische Veränderungen, wie ein Umzug in ein anderes Land oder Reisen können sich ebenfalls negativ auf die Schwangerschaft auswirken.

Zigarettenkonsum, vorrangegangene Fehlgeburten, sowie ein höheres Lebensalter der Mutter ebenso.

Die Auslöser einer Frühgeburt sind vielfältig und oft ist es nicht nur eine Ursache, sondern die Gesamtheit der Situation.

Da die Geburtshilfe heute aber ein sehr umsichtiges und gutes Vorsorgesystem hat, kann die Situation meistens vorhergesehen und in ganz vielen Fällen abgewendet werden. Zum Glück gibt es die akute, plötzliche Situation einer Frühgeburt nur noch selten, wenn die Mutter die angebotenen Schwangerschaftsuntersuchungen wahrnimmt.

Sollte der Gynäkologe bei einer Untersuchung zum Beispiel feststellen, dass sich der Muttermund verkürzt hat, das Ungeborene sich nicht ausreichend entwickelt oder eine andere Ursache, die Hinweis auf eine drohende Frühgeburt gibt, wird er sehr schnell in eine Klinik mit entsprechendem Perinatalzentrum überweisen.

Mit einer speziellen Lagerung, Bettruhe und medikamentöser Behandlung wird in der Klinik sofort dafür gesorgt, dass sich die Situation entspannt. Geht es dem Kind im Bauch weiterhin gut, ist die Gefahr erst einmal gebannt.

Sollte es bereits zu einem vorzeitigen Blasensprung gekommen sein, ist die Gefahr einer Aufsteigenden Infektion sehr groß und das Leben von Mutter und Kind können gefährdet sein. Sollte es zu solch eine Situation gekommen sein, wird die Lungenreifung des Ungeborenen durch mehrere Gaben von Cortison beschleunigt und so wird auch bei sehr kleinen Frühchen die Überlebenschance erhöht.

Ab der 24. Schwangerschaftswoche ist ein Kind lebensfähig, aber mit einem Gewicht von ca. 500 gr. noch sehr, sehr klein.

Ab jetzt ist jeder Tag, den es länger im Bauch sein darf wertvoll. Mit jedem Gramm mehr Gewicht, kann es seine Körpertemperatur außerhalb zusehends selbstständig halten, seine Organe, vor allem Lunge, Blutgefäße und Magen-Darm-Trakt reifen, bis sie ab der 40-igsten Schwangerschaftswoche die Funktion für ein eigenständiges Leben nach der Geburt übernehmen können. Auch das Immunsystem wird mit jedem Tag stärker.

So bietet die große Spanne zwischen der 25. Und 37. Woche ganz unterschiedliche Probleme. Ein Kind aus der 36. Woche ist häufig munter und fit und kann sich ohne weitere Einschränkungen weiterentwickeln.

Ein Neugeborenes, aus der 26. Woche muss vielleicht wochenlang künstlich beatmet werden und lange Zeit im Inkubator auf der Intensivstation einer Kinderklinik bleiben. Für diese ganz Kleinen sind die Risiken für Komplikationen entsprechend groß. Auch für die Eltern ist ein so kleines Frühchen eine große Herausforderung, ist doch nun alles ganz anders als sie es sich vorgestellt haben.  Es braucht viel Kraft und Durchhaltevermögen das winzige Baby bis zum ersehnten Entlassungsgewicht zu begleiten. Oft machen Keime, die unreife Lunge und das niedrige Gewicht das Überleben so fragil und die Angst schwingt immer mit. Zum Glück sind die heutigen Frühchenintensivstationen auf diese Situation gut vorbereitet und die Eltern werden in ihren Sorgen, Ängsten und Nöten von einem ganzen Team aus Ärzten, liebevollen Kinderkrankenschwestern, Psychologen und Physiotherapeuten gut unterstützt und aufgefangen.

Ich wünsche Euch eine gesunde Schwangerschaft und viel Kraft, Stärke und Zuversicht für den Weg.

Eure Stefanie

 

Liebe Stefanie, wir sagen Danke für einen weiteren sehr interessanten Bericht.

 

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