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November 5, 2018 9:00 am

Geburt: Wie möchte ich mein Kind zur Welt bringen? Teil 2

Liebe Mamas, liebe Papas,

wie versprochen geht’s heute, in Teil II unserer Serie „Wie möchte ich mein Kind zur Welt“ bringen weiter mit Informationen zu geburtsunterstützenden Maßnahmen.

Hier sei an erster Stelle die PDA, Periduralanästhesie erwähnt, die die Schmerzen der Wehen und den Geburtsschmerz durch anästhetische Medikamente reduziert.

Was passiert eigentlich genau bei der Geburt? Und wie ist das mit den Schmerzen?

Am Ende der Schwangerschaft signalisiert das Hormon Oxytocin das Auslösen der Wehen. Es bewirkt die Kontraktion des Gebärmuttermuskulatur, was die Mutter als Wehenschmerz wahrnimmt. Das Oxytocin verursacht nicht nur die Kontraktionen der Gebärmutter, sondern auch das Ausschütten der Endorphine, die es der werdenden Mutter möglich machen den Schmerz der Geburt auszuhalten.  Gleichzeitig werden Prostaglandine ausgeschüttet, die das Gewebe von Bändern und Muskulatur weich und dehnbar werden lassen.

Damit das Baby auf die Welt kommen kann, kontrahiert sich die Gebärmuttermuskulatur rhythmisch. Der Geburtskanal mit dem Muttermund dehnt sich auf 10 cm. Der Beckenboden und die Muskulatur weiten sich, sodass das Baby Kopf voran mit einer Spiralbewegung ganz langsam durch den Geburtskanal gleiten kann.

Insgesamt sollte dieser Vorgang bis zur vollständigen Geburt ca. 8-10 Stunden dauern. Lass Dir und Deinem Baby Zeit und vertraue Deinem Körper. Die Natur hat es mit einem engen Zusammenspiel von Hormonen so eingerichtet, dass du in der Lage sein wirst dein Baby auf natürliche Weise ohne medizinische Hilfsmittel auf die Welt zu bringen.

Sollte es aber doch länger dauern und Du benötigst Unterstützung so gibt es in der Geburtsklinik als unterstützende Maßnahme zum Beispiel die PDA, die Periduralanästhesie.

Die PDA ist eine Erleichterung, wenn der Geburtsverlauf schon sehr lange dauert.  Der Muttermund sich nicht wie vorhergesehen öffnet, die Gebärende, durch einen langen Geburtsverlauf mit vielen Wehen und Schmerzen in eine Verkrampfung geraten ist und erschöpft ist.

Mit Hilfe der PDA tritt Entspannung ein. Die Gebärende kann für den Rest der Geburt neue Kraft schöpfen.  Die Muskulatur kann wieder weich werden. Die Schmerzen reduzieren sich deutlich oder werden gar nicht mehr wahrgenommen. Meistens geht nach einer kurzen Zeit der Ruhe und Entspannung die Geburt ganz von alleine weiter und das Baby kann durch den Geburtskanal schlüpfen.

Immer häufiger ist es leider der Fall, dass werdende Eltern schon von vornherein mit dem Wunsch nach einer PDA in der Klink zur Geburt ankommen. Sie können sich nicht vorstellen, sich auf eine natürliche Geburt einzulassen.

Das ist schade, denn auch wenn die PDA heute ein erprobter und risikoarmer Eingriff ist, so bleibt sie doch eine Anästhesie mit der Gabe von Betäubungs- und Schmerzmitteln.

Wichtig ist, dass Ihr beide Aspekte mit Bewusstsein für die werdende Mutter und für Euer Baby im Blick habt

Für die Anlage der PDA wird die Schwangere aufgefordert sich auf der Seite zusammenzurollen oder vornüber geneigt zu sitzen. Durch diese Position kommt es zu einer leichten Dehnung der Wirbelkörper, die es dem Arzt erleichtert die PDA zu setzen. Mit einer dünnen Hohlnadel sticht der Anästhesist auf Höhe der Lendenwirbelkörper zwischen die Rückenmarkshäute in den Periduralraum. Über die Hohlnadel wird ein kleiner Plastikschlauch eingeführt, der für die Dauer der Geburt dort verbleibt. Über diesen kleinen Schlauch können Schmerz- und Betäubungsmittel unmittelbar in die Nähe der Nerven gegeben werden, die für die Geburtsschmerzen verantwortlich sind.

Nach etwa 15 Minuten tritt die Wirkung ein und die Schmerzen lassen deutlich nach. Heute wird mit leichten Mitteln und einer Mischung aus sowohl Schmerz- als auch Betäubungsmittel gearbeitet, sodass das Empfindungsvermögen von der Hüfte abwärts nur leicht reduziert ist, aber der Schmerz nicht oder kaum mehr zu spüren ist.

Vorteile der PDA

  • Entspannung der Mutter bei langem und erschöpfenden Geburtsverlauf
  • Reduktion der Wehenschmerzen

Nachteile der PDA:

  • Verlängerung der Wehenphase, da die Gebärende den Drang zum Pressen weniger spürt
  • Die Austreibungsphase verlängert sich, was zur Belastung des Kindes führen kann
  • Die Geburt muss häufig mit der Saugglocke oder Geburtszange oder dem Kristeller- Handgriff unterstützt werden, da die Wehenstärke in der Austreibungsphase nicht ausreicht um das Baby durch den Geburtskanal zu schieben
  • Es kann zu Kopfschmerzen unter der Geburt und nach der Geburt bei der Mutter kommen

Wissen ist Macht und in diesem Sinne geht’s gleich weiter mit Teil III unserer Serie „Wie soll mein Kind auf die Weltkommen“. Dann mit weiteren Geburtsunterstützenden Maßnahmen wie Saugglocke, Geburtszange und Kristeller-Handgriff.

Liebe Grüße Eure Stefanie

Liebe Stefanie wir danken Dir das Du dieses wichtige Thema für unsere Mamas genau erklärt hast. Am 19. November geht es weiter mit diesem wichtigen Themenkomplex.

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