Kindergeburtstag in Thailand

Es ist laut. Fröhliche Kinder rennen schreiend durch den Garten. Einige von ihnen versuchen, Plastikfische aus einem Bottich zu angeln. Andere fragen, wann denn endlich die Piñata in Form eines Einhorns geknackt werden darf. Und dann findet jemand ein elektrisches Spielzeugklavier. Ein Kindergeburtstag im Norden Thailands wirkt – und klingt – auf den ersten Blick nicht viel anders als eine Feier in Europa.

In Thailand kommt die Familie zuerst

In Thailand kommt die Familie zuerst. Ein Geburtstag des Enkels oder der Enkelin ohne die Oma? Unvorstellbar, selbst wenn dafür in ein entlegenes Bergdorf gefahren werden muss oder die Großeltern aus einer anderen Provinz anreisen. Das bedeutet, dass die Feiern schon von Anfang an eine gewisse Größe haben. Wer als Farang (also als Nicht-Thai) eingeladen ist, wird erstmal gründlich allen Verwandten vorgestellt. Verbeugungen, Lächeln und – je nach Sprachkenntnis – viele freundliche Gesten eingeschlossen. Meine Tochter scheucht währenddessen mit den anderen Kindern die Hühner und die Hunde im Garten auf.

Keine Feier ohne gutes Essen in Thailand

Ein Grund zum Feiern ist immer auch ein Grund zu essen. Während für die Kids kleine Saftpackungen und die Thai-Variante von Würstchen im Schlafrock angeboten werden, gibt es für die Erwachsenen (also auch mich) super scharfe Glasnudeln und Hibiskussaft. Die anwesenden Verwandten sind meist auch jeweils für eines der mitgebrachten Gerichte verantwortlich und sichtlich stolz auf ihre Kreationen. Nicht so leicht, da den mit extra Chili angerichteten Papayasalat voller Krabbenscheren freundlich abzulehnen. 

Ein wilder Mix

Thailändische Kindergeburtstage sind eine wilde Mischung aus verschiedenen Einflüssen. Viel buntes Plastikspielzeug mischt sich mit traditioneller Musik, und neben all dem heimischen Essen wartet natürlich eine uramerikanische Torte mit einem Berg an Frosting auf die Kinder. Auch die Playlist der Feier ist dank YouTube-Kids international und sehr verständlich. „Baby Shark“ können alle mittanzen, auch die Oma. Ganz zum Schluss, nach Fangen spielen und singen, wird dann endlich die Piñata tiefer gehängt.

Einige gezielte Schläge von den größeren Kids, und aus dem Bauch des Einhorns ergießt sich ein reger Strom an bunten Süßigkeiten. Wehe dem Erwachsenen, der jetzt noch im Weg steht! Meine Tochter, die bislang gebannt zugesehen hat, wirft sich in die Menge und steht am Ende verschwitzt mit zwei Oreo-Packungen da. Als sie sieht, dass das Geburtstagskind eine Packung mehr hat, drückt ihr die Mama verschwörerisch schnell noch eine in die Hand.

Am Ende pflückt sich meine Tochter noch glücklich einen weißen Ballon aus dem Baum und wir laufen zu unserem Roller, während die Party hinter uns noch bis in die Nacht weitergeht. 

Olaf Bernstein

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