Wo Eltern Hilfe bei Fragen zu Kindererziehung suchen – und finden

„Familie ist, wo Leben beginnt und Liebe niemals endet“. Das Familienleben in seiner höchst romantischen Form. Doch dass Elternsein nicht immer nur Zuckerschlecken und Ponyhof ist, spüren wir fast alle irgendwie, irgendwann. Wir haben vor einigen Monaten über 700 Eltern befragt, wie es ihnen im Familienalltag geht. 75% der befragten Eltern haben zugegeben, dass sie das Familienleben als eine Herausforderung ansehen – und das war vor Corona! Wir sind also in guter Gesellschaft, wenn wir ganz ehrlich dazu stehen, dass nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. 

Viele Mütter und Väter finden es besonders schwierig, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen und den eigenen Ansprüchen im Familienleben gerecht zu werden. Darüberhinaus empfinden viele Paare auch die Pflege der eigenen Partnerschaft als herausfordernd, nachdem sie Eltern geworden sind. 

Unterstützungsangebote sind gefragt

Was wir total spannend fanden, ist, dass sich die meisten Eltern Unterstützung suchen. Über 80% der Befragten haben sich in den vergangenen sechs Monaten Rat oder Tipps zum Thema Kindererziehung eingeholt. Doch wessen Hilfe ist am beliebtesten? Und muss professionelle Hilfe immer teuer sein? Dazu heute mehr. 

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Wir stellen Dir heute fünf Möglichkeiten vor, wie Du Dir Hilfe zum Thema Kindererziehung holen kannst. 

1. Sich auf sich selbst verlassen

Ganz oft begegnen wir Eltern, die uns erzählen, dass sie nicht über ihre Herausforderungen im Familienalltag sprechen. Klar, klingt im ersten Moment einfach. Aber egal, ob es eine bewusste Entscheidung ist oder eher aus Scham oder Zeitmangel passiert: so ganz von alleine lösen sich die wenigsten Themen. 

Zeitlicher Aufwand: null im ersten Moment, aber möglicherweise ist später viel mehr Investition nötig

Vorteile

  • Es kostet nichts und Du musst auch nicht ändern
  • Einige Themen lösen sich ja wirklich vom Abwarten und Tee trinken

Nachteile

  • Steigender Leidensdruck macht Dich nicht glücklich – und das wirkt sich irgendwann auf die Beziehung zu Kids und Partner*in aus
  • Keine Vorbildfunktion für die Kinder: sie lernen nicht, dass Unterstützung holen total in Ordnung ist

2. Elternratgeber lesen

Laut unserer Umfrage suchen Eltern besonders häufig Unterstützung in Büchern und: sie empfinden sie als hilfreich. Kein Wunder, denn Lesen an sich hat positive Effekte: Lesen ist gut gegen Stress und kann helfen, die eigene Empathiefähigkeit zu steigern. 

Zeitlicher Aufwand: ein paar Stunden muss man für einen guten Ratgeber schon einplanen.

Vorteile

  • Vielfalt an Themen: jede*r wird auf dem Buchmarkt fündig
  • Fachkundiger, validierter Rat und viel Hintergrundwissen (vor allem bei renommierten Verlagen)
  • Intensive Beschäftigung mit dem Thema

Nachteile

  • Hoher Zeitaufwand: Studien belegen, dass viele der gekauften Bücher nicht zu Ende gelesen werden
  • Fehlender Austausch über das Gelesene
  • Direkte Umsetzbarkeit oft schwierig. Nicht alle Ratgeber haben konkrete Tipps

3. Rat im persönlichen Umfeld einholen

Mit Freund*innen oder Eltern/Schwiegereltern zu sprechen, ist eine weitere Möglichkeit, Unterstützung zu Erziehungsfragen zu bekommen. Ob’s etwas bringt, da spalten sich die Meinungen: während der Rat der eigenen Eltern bzw. der Schwiegereltern nur bedingt als hilfreich bewertet wurde, werden die Ratschläge von Freunden als sehr hilfreich angesehen. Aus diesem Grund sind Freund*innen für Eltern die beliebteste Anlaufstelle. 

Zeitlicher Aufwand: oft reichen schon ein paar Minuten, um ein bestimmtes Thema auszusprechen und eine Rückmeldung zu bekommen. Größere Themen brauchen ein längere Gespräch und dafür muss man erst mal die Zeit finden.

Vorteile

  • Persönliche Bindung zu Freund*innen und Eltern. MIt den eigenen Eltern zu sprechen, hat zudem den Vorteil, dass Erinnerungen an die Kindheit dabei helfen können, die eigenen Erziehungsmethoden besser zu verstehen
  • Familie und Freunde sind mit den Kindern, den Eltern und dem Kontext vertraut 
  • Kein finanzieller Aufwand

Nachteile

  • Man möchte Freund*innen und Familie nicht mit den eigenen Problemen belasten
  • Ein Zeitfenster zu finden, um in Ruhe zu sprechen, ist gar nicht so leicht
  • Die Ratschläge passen vielleicht nicht zur eigenen Erziehungsphilosophie
  • Freund*innen und Familie können keinen fachkundigen Rat geben und haben ggf. ganz andere Anschauungen

4. Austausch in soziale Medien und Foren

Laut unserer Umfrage suchen sich viele Eltern Hilfe im Internet, egal ob aktiv oder passiv in Internetgruppen und Foren oder beim Lesen von Blogartikeln. 

Zeitlicher Aufwand: kommt ein wenig darauf an: wenn man sehr ausgewählte Quellen liest, ist er begrenzt, wenn man aktiv Teil einer Internetgruppe ist, kann das Lesen und Beantworten schnell ein paar Stunden in Anspruch nehmen.

Vorteile

  • Vielfalt an Gruppen, Webseiten und Blogs: man wird zu jedem Thema, zu jedem Erziehungsstil fündig
  • Community-Gefühl und direkter Austausch mit anderen Betroffenen
  • Schnelle Hilfe. Schon nach wenigen Minuten Recherche findet man etwas zum eigenen Thema

Nachteile

  • Unklar, ob es fachkundiger Rat ist: durch die Anonymität weiß man nicht, wer schreibt. Und nicht jeder Rat passt zu jeder Familie
  • Kein Kontextbezug: viele Themen ergeben sich vor dem Hintergrund eines ganz bestimmten Familienkontexts. Diesen Kontext zu vermitteln, wenn man eine bestimmte Frage stellt, ist oft nicht möglich
  • Destruktives Feedback und negative Kommentare können verletzen 
  • Suchtgefahr: schnell kann man sich von den eigentlich Themen und Fragestellungen, denen man nachgehen wollte, ablenken lassen

5. Online-Kurse belegen

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Onlinekursanbietern, die Wissen, Rat und oft auch das Community-Gefühl ins eigene Wohnzimmer bringen. Meistens werden die Kurs von einem oder zwei Kursleiter*innen präsentiert. 

Zeitlicher Aufwand: alles zwischen 2 und 10 Stunden. Dazu kommen manchmal noch “Workbooks”, die man durcharbeitet und der Austausch in Gruppen

Vorteile

  • Fachkundiger Rat, auf moderne Weise präsentiert
  • Oft anschaulicher und praxisnaher als ein Buch
  • Austausch mit den anderen Teilnehmern des Kurses und dem Kursleiter/der Kursleiterin

Nachteile

  • Hoher Zeitaufwand, vor allem bei längeren Kursen
  • Noch mehr Bildschirmzeit: Video-Kurse leben davon, dass man zuschaut, egal ob auf dem Handy, Tablett oder Laptop
  • Eingeschränkte Flexibilität: viele Kurse werden nach und nach freigeschaltet, man lernt im vorgegebenen Rhythmus 
  • Fixierung auf den Kursleiter/die Kursleiterin: Lernerfolg ist davon abhängig, ob man sich mit der Person verbunden fühlt und identifizieren kann

Egal, um welches Thema es geht: unsere Erfahrung zeigt, dass es besser ist, aktiv zu werden, statt zu hoffen, dass sich die Herausforderung im Familienalltag oder in der Kindererziehung von selbst löst. 

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Fotos: FamilyPunk

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