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August 29, 2020 9:00 am

Hinterlassene Spuren Covid-19: Die erste Welle

Das Thema stand schon länger fest, aber “Die erste Welle” habe ich tatsächlich erst später dazu geschrieben. Obwohl ich grundsätzlich absolut kein pessimistischer Typ bin, muss ich doch sagen, dass ich eine baldige zweite Viruswelle erwarte.
Vielleicht an dieser Stelle gar nicht mal pessimistisch, sondern realistisch. Zu allererst kommen da Gedanken an überfüllte Krankenhäuser und Betroffene, denen beigebracht wird, dass sie sterben werden und sich per Telefon von ihren Liebsten verabschieden müssen. Ich denke viel an Familien, die in kleineren Wohnungen leben…ohne Garten.
Menschen, die ihre Arbeit verlieren und die damit verbundenen Sorgen für ihre Zukunft. Und ganz viel denke ich an alleinerziehende Eltern.

Covid-19 bringt viel Einsamkeit mit sich

Etwas was ich als Mutter von vier kleinen Kindern auch ohne Virus immer um jeden Preis versucht habe zu vermeiden. Obwohl ich ja nie allein war und um mich herum immer Trubel herrscht, nach dem Mama werden, wurde mir ganz schnell bewusst, dass für mich persönlich der tägliche Austausch mit anderen Erwachsenen unglaublich wichtig ist.

Termine gegen die Einsamkeit

Warum bin ich fast jeden Tag mit den Kindern unterwegs? Warum verabreden wir uns fast täglich zum Playdate?
Ja nee, nicht nur der Kinder wegen. Nicht nur, weil ich den Kindern einen aufregenden Tag voller Spaß mit vielen sozialen Kontakten bieten möchte.
An erster Stelle sind wir meinetwegen so viel unterwegs.
Egoistisch? Vielleicht ein bisschen, aber so wahnsinnig wichtig für meinen eigenen gesunden Verstand und mein persönliches Wohlbefinden. Und den Kindern gefällt das natürlich auch, wobei ich glaube, dass sie gern öfter mal einfach einen Tag zuhause abgammeln wollen würden.

Playdates sind immer drin

Egal wohin, wir sind flexibel und bei uns zuhause sind Playdates auch immer möglich.
Hauptsache ich bekomme ein paar Stunden am Tag mich mit jemandem zu unterhalten, der mich nicht Mama nennt und am besten jemand, der auch eine Vorliebe für Kaffee hat wie ich, dass der unterwegs immer direkt irgendwie mit eingeplant werden kann.

Covid 19 hat alles geändert

Ja und dann plötzlich heißt es: Wir befinden uns mitten in einer Pandemie und müssen zuhause bleiben.
Was weiß ich unseren Platz und den Wald vor der Tür heutzutage so viel mehr zu schätzen, aber die Zeit mit Freunden und Familie hat nun einen anderen Wert erhalten.

Mehr Naturverbundenheit durch Covid 19

Die Monate während der ersten Ausgangssperre habe ich eigentlich sehr genossen. Diese intensive Zeit mit den Kindern hat uns deutlich mehr naturverbundener gemacht.
Der Wald und die vielen Felder waren unsere neuen Spielplätze und meine vier Kinder sind tatsächlich enger zusammen gewachsen, was ich gar nicht für möglich gehalten hätte, weil sie sich immer schon sehr nahe standen.

Gedanken an 2. Welle

Aber beim Gedanken an eine zweite Welle….ein weiteres Mal keinen face-to-face Kontakt zu anderen Menschen zu haben über Wochen/Monate? Ob auch die Kinder das noch mal so einfach mitmachen? Die Isolation von Menschen, die mir sehr nah stehen, ja selbst nur daran zu denken, fällt jetzt schon schwerer als es in den Lockdown Monaten war.

Ich halte mich viel an dem Gedanken fest, dass wir gesund sind. In unserer Familie, auch im größeren Familienkreis war niemand direkt von Covid-19 betroffen, aber die Auswirkungen, die das alles so mit sich bringt, sind natürlich viel breiter gefächert, als wir zu Beginn ahnen konnten.

Sorge vor dem Ungewissen

Für mich ist es das Ungewisse, was mir Sorgen bereitet. Was kommt jetzt? Was kommt später? Wie geht das alles weiter?
Und mittendrin die Kinder und ja, es muss halt alles auch für sie irgendwie weitergehen. Seve fragt:”Wenn wir zur Schule gehen im September ist dann der Virus wieder weg?” Bella hustet und Lulu sagt:”Bella! Du musst in deinen Ellenbogen husten!” Und Tj möchte wissen, ob wir uns mal wieder bei Mc Donalds reinsetzen können, anstelle von nur drive-thru.

Die Zeiten haben sich geändert

Zeiten haben sich geändert und vieles wird nie wieder so sein wie zuvor. Und ohne zu philosophisch zu klingen, aber ich betrachte die Welt nun doch mit anderen Augen.
Es ist eine neue Stufe von Sorge entstanden, die ich doch ab und an ganz bewusst versuche auszublenden, um mich nicht verrückt zu machen.

Also wo befinden wir uns jetzt?

Mir graut es vor Einsamkeit und ich hoffe, dass ich egal was kommt meinen Kindern immer das Gefühl vermitteln kann, dass sie bei mir sicher sind und sich nicht sorgen müssen, egal was kommt. Und bei allem, was in der Welt geschieht, ihr Lieben, vergesst euch nicht.
Du bist wichtig!
Und es gibt kein falsch oder richtig, wenn es um Gefühle, Sorgen und Ängste geht.
Wer sich einsam fühlt, der kann sich gerne jederzeit melden, hier ist niemand allein.
Bleibt gesund und passt gut auf euch auf.

Mehr von Rebecca lest ihr in unserem Magazin

Liebe Rebecca,  mal wieder ein super wichtiger und genauso ehrlicher Beitrag von Dir. Wir wünschen Dir und uns allen, dass wir gut durch diese Zeit kommen und wir uns alle da unterstützen, wo wir Hilfe brauchen. 

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es im nächsten Monat mit einem neuen spannenden Thema. 

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