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Juni 11, 2019 9:00 am

Impfung ja oder nein? Teil 1

Das Thema Impfung fand sich in den letzten Jahren häufig in aller Munde und regte die ein oder andere angeregte Diskussion an. Natürlich gerade unter Eltern ist das ein Aspekt mit dem man gleich nach Geburt seines Kindes konfrontiert wird.
Da einige eigene Impfungen teilweise bereits so lange zurückliegen, fehlt oftmals das genaue Wissen bzw. die Erinnerung über Bedeutung, Konsequenzen für Kind und Gesellschaft, sowie, was überhaupt in den Körper unsere Kindes passiert, wenn sie geimpft werden.

Impfung: wichtiges Thema als Eltern 

Dabei entstehen natürlich auch viele Theorien, Halbwahrheiten oder auch Missinformationen. Eltern bleiben dabei teilweise völlig verwirrt auf der Strecke und dabei kann das Vertrauen verständlicherweise auch mal auf der Strecke bleiben. Dabei ist die Wissenschaft und Ärzteschaft dabei ganz klar positioniert. Oftmals fehlt einfach eine zufriedenstellende Aufklärung und Erläuterung dieser potentiell lebensrettenden Spritzen. 

Die aktuellsten Empfehlungen, die von einem unabhängigen Expertengremium beschlossen werden, findet man stets bei der Stiko (Ständige Impfkommission).

Wichtige Informationen rund um die Impfungen für Kinder

In den nächsten Wochen möchte ich euch daher gerne ein wenig über das Thema berichten.
Einige von euch bei BARRIO kennen mich vielleicht aus der Vergangenheit, für alle anderen – ich bin Hubert und studiere aktuell Medizin an der Charité Berlin im 6. Semester. Da ich auch Papa bin und quasi direkt an der Quelle sitze, habe ich mich in den letzten Semestern damit viel auseinandergesetzt. Anfangen möchte ich heute mit der Frage, wie funktionieren diese Impfungen eigentlich und welchen nutzen haben sie nicht nur für das Kind, sondern auch für unsere Gesellschaft?

Impfungen verhindern Infektionen im Organismus des Menschen

In einem sind sich die Ärzte sicher – Impfungen sind das wirksamste und wichtigste Werkzeug der Medizin um Infektionen im Organismus des Menschen zu verhindern. Dabei unterscheidet man zwei verschiedene Formen der Impfstoffe.

1.Welche Impfstoffe gibt es?

Einmal verfügen wir über die sogenannten Lebendimpfstoffe (z.B. Mumps-Masern-Röteln).
Diese Impfstoffe sind zwar „lebendig“ aber stark abgeschwächt und in geringer Menge appliziert. Der Vorteil dieser Impfungen ist die stärkere Immunantwort des Körpers. Was vielleicht erstmal unheimlich klingt, ist aber tatsächlich ein großer Vorteil – denn diese stärkere Immunantwort erlaubt es uns, im Anschluss lebenslang immun gegen das geimpfte Virus zu sein.
Unser Organismus durchlebt in minimaler Form eine Auseinandersetzung mit dem Virus, bekämpft sie erfolgreich und immunisiert sich ein Leben lang. Entgegen so mancher Befürchtung ist der Körper und das Immunsystem eines gesunden Kindes in bester Verfassung diesen Prozess erfolgreich zu meistern.

Den Lebendimpfstoffen stehen die Totimpfstoffe gegenüber. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um abgetötete Erreger und dabei um ganze oder auch nur Teile des zu impfenden Stoffes. Das reicht bereits aus um in unserem Körper eine Immunantwort auszulösen und zu einer Immunisierung zu führen. Aber im Gegenteil zu den Lebendimpfstoffen, ist die Immunreaktion hier deutlich schwächer, was dazu führt, dass man bestimmte Impfstoffe auffrischen bzw. in mehreren Gaben durchführen muss, um eine Grundimmunisierung im Körper zu erreichen.

Viele Eltern fragen sich aber, wozu das Ganze?

Wenn die Krankheiten so selten sind und zum Teil kaum noch vorkommen, warum muss sich mein Kind diese Spritzen überhaupt beim Kinderarzt abholen? Auf viele dieser und weiterer Fragen, werde ich in meinem letzten und abschließenden Beitrag eingehen. Aber auf zwei gehe ich hier schon ein.

1. Geringe Nebenwirkungen

Die Möglichkeit einer Nebenwirkung ist dermaßen gering, dass sie nicht im Verhältnis zu einer doch Möglichen Infektion wäre. Gerade eine potentielle Maserninfektion kann nicht nur verheerende, sondern leider auch fatale Folgen für das eigene Kind haben.

2. Der Herdenschutz

Ich spreche hier immer von der Impfung gesunder Kinder. Das hat den einfachen Grund, dass es eben Kinder gibt die nicht geimpft werden können bzw. dürfen. Das ist entweder der Fall, wenn die Kinder einfach noch zu jung sind oder ihr Immunsystem zu schwach ist, wie das beispielsweise bei krebskranken Kindern der Fall ist. Aber auch Kinder, die zum gewollten Impftermin einen Infekt haben, können zu diesem Zeitpunkt nicht geimpft werden und müssen auf einen neuen Termin warten, bis der Infekt gänzlich abgeklungen ist. Und hier bekommt der Begriff Herdenschutz eine besondere Bedeutung.

Ist ein Großteil der Gesellschaft gegen einen bestimmten Erreger geimpft, so ist es für den Erreger fast unmöglich sich in dieser Gesellschaft zu verbreiten. Wenn man sich vorstellt, dass von 100 Menschen 98 geimpft sind, so schützen die 98 die beiden anderen, wenn sie nicht geimpft werden können oder wollen. Dieser Herdenschutz ist eine essentielle, präventive Maßnahme um Infektionen in Schach zu halten oder gar gänzlich zu eliminieren. Außerdem schützt man so die Schwächsten der Gesellschaft und leistet so seinen Beitrag, um diese Kinder nicht in Gefahr zu bringen.

Eine interaktive Grafik des Robert-Koch-Instituts dazu findet ihr hier, um am Modell mal auszuprobieren, wie denn der Herdenschutz so funktioniert. 

Alle weiteren Infos und aktuelle Empfehlungen zum Thema Impfungen findet ihr immer auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

In meinem nächsten Beitrag am 23. Juni beleuchte ich wogegen wir impfen und welche Gefahr von den möglichen Infektionen ausgeht.

Mehr von Hubert findet Ihr auf Instagram https://www.instagram.com/herbhoodiny/

Lieber Hubert, wir danken Dir ganz herzlich für diesen informativen Beitrag für unsere Eltern.

 

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