Liebe Barrio-Leser,

in den letzten Beiträgen zum Thema Impfung habe ich etwas beleuchtet, wogegen wir impfen, warum und wie das eigentlich funktioniert. Bei diesem abschließenden Beitrag zu dem Thema möchte ich auf ein paar Fragen eingehen, die häufig von Impfskeptikern und einfach verunsicherten Eltern gestellt werden.

Häufige Fragen

Ich war erstaunt wie häufig diese Fragen tatsächlich kursieren und Eltern oftmals ratlos sind, weil ihnen irreführende Informationen in die Hände fallen oder sie sich vom Kinderarzt nicht zufriedenstellend beraten fühlen.

Bevor ich loslege möchte ich, wie in den anderen Beiträgen auch, auf das Robert Koch Institut verweisen. Ob man unsicher ist oder überhaupt nicht weiß, was man machen soll – dort erhält man wissenschaftlich seriöse Fakten, an denen man sich mit gutem Gewissen orientieren kann.

Impfgegner

Aus persönlichen Gesprächen habe ich das Gefühl, dass unter den Impfgegnern allen voran eine Skepsis gegenüber der Pharmaindustrie besteht. Dabei ist das wirtschaftliche Interesse der Pharmakonzerne der häufigste Kritikpunkt. Es versteht sich von selbst, dass die Pharmaindustrie eben eine Industrie ist und deshalb auch stets ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten werden. Daher ist ein kritischer Umgang mit Ihnen immer empfohlen. Vor allem auch für mich als angehender Arzt.
Nichts desto trotz wissen diese auch von ihrer großen Verantwortung. Denn ohne Big Pharma wären viele Impfungen gar nicht erst möglich und viele Krankheiten überhaupt nicht heilbar. Und um beim Thema Impfungen zu bleiben – diese sind nämlich bei weitem nicht mehr ein allzu lukrativer Markt für diese Unternehmen.
Als 2014 die gesetzlichen Krankenkassen 194 Milliarden € an die Unternehmen auszahlten, entfielen 33 Milliarden € auf Arzneimittel. Und von diesen 33 Milliarden war es „nur“ 1 Milliarde € für Impfungen. Das ist natürlich immer noch sehr viel Geld, in Bezug auf die 194 Milliarden, ist diese 1 Milliarde aber lediglich 0,65%.

Mythos MMR begünstigt Autismus

Ein sich ganz schön hartnäckig haltender, jedoch mittlerweile mehrfach widerlegter Mythos ist, dass die MMR (Mumps-Masern-Röteln)-Impfung Autismus begünstigen kann. Diese Theorie wurde von Andrew Wakefield aufgestellt und publiziert. Kurze Zeit später kam heraus, dass dieser seine eigene Studie manipuliert, gefälscht und dabei unethisch gehandelt habe.
Er verlor seine Approbation als Arzt und seine Publikation wurde zurückgezogen.
Im Anschluss wurden auch mehrfache Studien durchgeführt, die keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus nachweisen konnten. Somit war in der Wissenschaft eigentlich völlig klar, dass seine Theorien absolut haltlos sind.
Umso frustrierender ist es für Ärzte und Wissenschaftler, dass Sie sich immer noch mit den Auswirkungen dieser diskreditierten Studie herumschlagen müssen. Vor allem in den USA ist dieser Irrglaube noch sehr stark verbreitet.

Impfungen können auch Nebenwirkungen haben

Aber selbstverständlich möchte ich nicht unterschlagen, dass auch Impfungen Nebenwirkungen haben können. Wie bei jedem Arzneimittel, ist es auch bei Impfungen nicht anders. Jedoch beschränken sich diese in den meisten Fällen auf lokale Reaktionen, ein leichtes Krankheitsgefühl etc.
Beispielsweise entwickeln einige gegen Masern geimpfte Kinder sogenannte „Impfmasern“ (5% der geimpften). Diese Reaktion ist allerdings i.d.R. völlig harmlos und klingt von allein nach ein paar Tagen wieder ab.
Schwere allergische Reaktionen oder Erkrankungen sind dermaßen selten, dass der Impferfolg der Gefahr eindeutig überwiegt. Darin sind sich die Ärzte in Deutschland einig.

Vielzahl der Impfungen in den ersten Lebensjahren

Eine weitere Sorge mancher Eltern ist die Vielzahl von Impfungen und Injektionen, die Kinder bereits in den ersten Lebensjahren bekommen. Oftmals besteht der Einwand, dass das Immunsystem eines Kindes gar nicht gewappnet ist für die Kombinationsimpfungen.
Dem kann ich nur entgegnen, wenn ein Kleinkind den ganzen Tag mit anderen Kindern in der Kita ist und dann, am besten, im Anschluss noch über den Spielplatz tobt, wird es mit einer Vielzahl von Keimen und Antigenen regelrecht überschüttet. Dagegen sieht eine Impfung im Verhältnis wie eine Handvoll Bakterien für den Körper aus. Gesunde Kinder mit einem intakten Immunsystem sind also bestens gewappnet für alle empfohlenen Impfstoffe. Sie sind tagtäglich weitaus mehr Belastungen ausgesetzt, welche sie eben auch mit Bravour meistern.

Früher starben jährlich hunderte Kinder an den Folgen dieser Krankheiten

Mein persönlicher Favorit aus den Kommentarspalten der sozialen Medien ist die Aussage: „Meine Kinder und ich haben auch all diese Krankheiten durchlebt und uns geht es gut.“ Das mag in einigen Fällen auch durchaus stimmen. Das kann man aber eben nur so mitteilen, weil es gut ausging für die Betroffenen. Bevor Impfungen in unserer Gesellschaft so stark integriert waren wie heute, starben jährlich hunderte bist tausend Kinder an den Folgen dieser Erreger.
Heutzutage lassen sich diese Todesfälle verhindern und auch die Folgeerkrankungen, welche nach Infektion mit dem Erreger auch Jahre später erst auftreten könnten (zB Mumps, Masern).

Glaubt nicht alles und hinterfragt selbst

Um einen kleinen Abschluss zu dieser Reihe zu finden möchte ich euch nur ermutigen – habt keine Angst vor der Impfung eurer Kinder. Glaubt nicht alles was in diesen Kommentarspalten steht aber hinterfragt auch die Dinge, die euch Unbehagen bereiten. Und wenn ihr dennoch unsicher seid in eurer Entscheidung, dann redet darüber mit eurem Kinderarzt, informiert euch Online auf seriösen Seiten. Ihr schützt eure Kinder vor vermeidbarem Leid und schützt ebenso die Kinder, die auf die sogenannte Herdenimmunität angewiesen sind. Kinder, die zu krank oder zu jung sind um geimpft zu werden.

Ein großer Dank an Barrio, dass ich hier ein paar Zeilen zu dem Thema hinterlassen durfte, denn es liegt mir am Herzen wenigstens diesen kleinen Beitrag zu leisten.
Ihr könnt mir natürlich jederzeit auch bei Instagram (@herbhoodiny) schreiben, wenn ihr Fragen zum Thema Impfungen oder Medizin im Allgemeinen habt.

Euer Hubert aka Herbhoodiny 

Mehr von Hubert findet Ihr auf Instagram https://www.instagram.com/herbhoodiny/

Lieber Hubert, wir danken Dir ganz herzlich Deine tolle Arbeit und all die wichtigen Informationen. Wir freuen uns, wenn Du mal wieder ein so wichtiges Thema für unsere Leser fachlich kompetent und verständlich aufbereitest.

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