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Oktober 26, 2019 9:00 am

Ja, das sind meine Brüste…

Kolumne: Ein Zwilling kommt selten alleine

Rektusdiastase, Schwangerschaftsstreifen und hängende Haut gab es gratis dazu.

Nein das sind nicht die alten Luftballons von der Party von vor 4 Monaten…das sind tatsächlich meine Brüste. Naja oder was davon über ist, meine ich natürlich. Ich fange jetzt auch gar nicht davon an, dass das bei zweimal Zwillingen innerhalb von elf Monaten zu erwarten ist, denn ich denke der größte Teil der Mamas stellt eine oder mehrere Veränderungen an ihrem postnatalen Körper fest. Ob ein oder vier Babies spielt da keine Rolle. Einige stören diese neuen Erscheinungen nicht, andere sind stolz darauf und sehen sie als Zeichen und Erinnerung daran, dass Leben in ihnen gewachsen ist. Manche sind unglücklich und empfinden es, als wäre es nicht mehr ihr eigener Körper und dann gibt es Mamas, die sich so fühlen wie ich.

Ich war die ersten zwei Jahre mit Kindern zu beschäftigt, um wirklich über meinen Körper nachzudenken, aber inzwischen mit etwas mehr Zeit und Energie, die ich damit verbringe Sport zu treiben um mich wohl zu fühlen…ein paar Kilos weniger und zack….ja da fallen mir jetzt manche Bereiche meines Körpers mehr auf.

Kann man da nicht was beim ersten Ultraschall mit Baby ankreuzen?

Möchten Sie so oder so nicht stillen und somit die jetzige Form und Größe ihrer Brüste beibehalten? Dann klicken sie bitte “ja”… Alles bleibt wie es ist, Milch gibt es nicht, mögliche Mastitis und Co bleiben aus, das Baby fängt direkt mit Fläschchen an und Mutti behält wenigstens ihren gewohnten Oberkörper. Nein, das hätte ich natürlich nicht angekreuzt. Konnte ja auch vorher gar nicht wissen, dass ich insgesamt nur drei Wochen stillen würde, aber meine alten Brüste hätte ich schon gern behalten. Ist es nicht auch interessant, dass manche (wie ich) immer was am eigenen Körper auszusetzen hatten, man bekommt Kinder und wünscht sich dann seinen “alten” und “perfekten” Körper zurück?

Man wünscht sich den alten Körper zurück

Komischerweise macht mir mein verrunzelter Bauch am Strand in Spanien im Bikini gar nichts aus und selbst auf Instagram kann man hin und wieder mal was hängen sehen. Es macht mir nichts aus wie andere meinen Körper sehen, aber wohl fühlen tue ich mich damit trotzdem noch lange nicht.

Ich empfinde es auch gar nicht so, als hätte das etwas mit meinem Selbstbewusstsein zu tun, ich fände es einfach besser, wenn meine Brüste wieder da wären, wo ich sie gerne hätte und meine überschüssige Haut am Bauch nicht durch die Gegend baumelt, wenn meine Kinder mal wollen, dass Mama ein Tiger ist und sich auf Händen und Knien fortbewegt.

Unzufrieden mit dem postnatalen Körper

Es wird viel auf Social Media drüber geschrieben….Frauen lernen ihre Körper nach Kindern wieder zu lieben, wir sollen Veränderungen akzeptieren und nett zu uns selbst sein. Und für wen das tatsächlich so funktioniert, ja das finde ich klasse.  Aber lässt diese ganze “Selbstliebe-Bewegung” genug Freiraum für uns Mamas die eben nicht akzeptieren möchten, dass es jetzt so sein muss? Darf ich das laut sagen, dass ich mit meinem postnatalen Körper unzufrieden bin? 

Ja, klar darf ich das! Und es liegt mir sogar sehr am Herzen meine Einstellung dazu zu teilen.

Letztens habe ich einen Post gelesen, der beinhaltete so in etwa folgende Aussage: “Ich als Mama habe die Verantwortung meinen Töchtern ein gesundes Selbstwertgefühl über ihre eigenen Körper beizubringen”…..

Den Satz musste ich erstmal eine Weile in meiner ‘Gehirn-Inbox’ liegen lassen, um kurz ein schlechtes Gewissen zu bekommen, weil ich doch ernsthaft darüber nachdenke mir die Bauchhaut straffen und die Brüste anheben zu lassen. Ja, und dann wurde mir klar, dass ich auch mir selbst gegenüber eine Verantwortung habe. Ich darf mich in meiner hängenden Haut unwohl fühlen. Ich darf nachhelfen lassen meinen Bauch so zu haben, wie ich ihn gerne hätte.

Was sage ich meinen Töchtern?

Und meine Töchter? Was erzähle ich denen? Dass es ok ist unters Messer zu gehen, um sich im eigenen Körper wohl zu fühlen?

Ja, genau das. Wenn sie soweit sind um zu verstehen, dass ich auch ohne Eingriff eine selbstbewusste Frau bin, meinen Körper lieben kann und mir trotzdem der eigene Bauch nicht besonders gut gefällt. Und der wichtigste Teil dieses Gespräches wird sein ihnen klar zumachen, dass sie sich vor niemanden außer sich selbst über ihren eigenen Körper zu rechtfertigen haben. Sie sind für ihre eigenen Körper verantwortlich und es wird Dinge geben mit denen sie unzufrieden sind. Ich möchte dass sie lernen damit umzugehen und damit meine ich nicht alles so hinzunehmen und zu akzeptieren wie es ist sondern lernen, was ihre Optionen sind um sich besser zu fühlen.

Was fühlt sich für uns stimmig an?

Wie viel sie selbst dazu beitragen können in Bezug auf Ernährung und Sport und auch, dass es wichtig ist sich verschiedene Meinungen und Rat einzuholen um letztendlich selbst zu entscheiden, was sich für ihr eigenes Selbstwertgefühl richtig anfühlt.  Ganz allgemein denke ich, ist es total wichtig, dass wir Mamas uns genug Zeit für uns selbst nehmen, auf unsere innere Stimme hören und manchmal doch einfach mal etwas Gutes für uns selbst tun um uns wohl zu fühlen.

Liebe Rebecca, wir danken Dir für diesen authentischen Bericht. Ein Thema, was viele von uns kennen, was aber selten angesprochen wird.  Wir freuen uns schon auf Deine nächste Kolumne.

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es im November mit einem spannenden Thema für Euch.

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