Struktur im Alltag mit Kindern zuhause schaffenKinder brauchen Rituale

Während der Corona-Krise und dem damit einhergehenden Lockdown wird besonders deutlich, wie wichtig feste Strukturen für Kinder sind. Kita-Schließungen, geschlossene Schulen sowie fehlende Kontakte zu den Freunden machen es den Kindern gerade jetzt besonders schwer Ruhe im Alltag zu finden.

Alltags-Rituale

Uns Müttern ist natürlich klar, wie wichtig feste Strukturen und Rituale für Kinder sind. Im Alltag fällt es nur nicht immer so auf. Mein Sohn geht morgens in die KiTa und meine Tochter in die Großtagespflege. Nachmittags gehen wir auf den Spielplatz oder sie verabreden sich mit Freunden. Dann spielen sie abwechselnd bei uns oder bei den Freunden zu Hause. An zwei Tagen in der Woche gehen wir zum Turnen und in die Musikschule.

All diese festen Termine fallen aber nun schon seit längerer Zeit aus.

So geht es nicht weiter – ein fester Plan muss her

Unsere Kinder fanden es in den ersten Tagen noch ganz lustig, so in den Tag hineinzuleben. Das Urlaubsfeeling war aber schnell vorbei! Die Unzufriedenheit wuchs und die Langeweile stieg ins unermessliche. Ich überspringe hier mal den nicht enden wollenden Streit der beiden. Meinem Mann und mir wurde schnell klar, wir brauchen einen Plan! Irgendetwas, das den Kindern und uns durch den Tag Struktur gibt, etwas an dem wir uns festhalten können, wenn uns nichts mehr einfällt. Der Plan bezieht natürlich nicht nur die Kinder ein, sondern die ganze Familie.

Mein Mann arbeitet im Homeoffice und benötigt daher Ruhe, um seine Arbeit zu erledigen. Das führte zunächst zu Problemen. Die Kinder freuen sich, dass Papa den ganzen Tag zu Hause ist. Sie verstehen aber nicht, dass er trotzdem keine Zeit für sie hat. Ich denke, ihr kennt ähnliche Situationen, denn mit dem Lockdown müssen wir ja alle zurechtkommen. Inzwischen erleichtert der Plan aber uns allen den Lockdown. Papa hat genügend Zeit und Ruhe für seine Arbeit und die Kinder sind wieder viel ausgeglichener. Ich selbst genieße es so gut es geht, meine Zeit so intensiv mit den Kindern zu verbringen.

Rituale im Alltag: und so sieht unser Plan jetzt aus

Da unsere Kinder noch klein sind, können sie weder lesen, noch die Uhrzeit erkennen. Sie wissen aber, dass:

  • sie morgens aufstehen,
  • wir uns waschen, Zähne putzen und anziehen,
  • frühstücken,
  • mittags das Mittagessen ansteht,
  • danach Ruhezeit ist,
  • sie am Nachmittag spielen können,
  • sie vor dem Abendessen eine halbe Stunde fernsehen dürfen,
  • es nach dem Abendessen ins Bad geht
  • und danach im Bett die Vorlesestunde den Tag ausklingen lässt.

Uns war es wichtig, diesen gewohnten Rahmen beizubehalten, quasi wie Alltags-Rituale und nur die Zeiten dazwischen auszufüllen. Da wir die Kinder nicht überfordern möchten, gilt dieser Plan für jeden Wochentag. 

Am Wochenende werfen wir dann alles über Bord und genießen es in den Tag hinein zu leben – Urlaubszeit. Die Kinder genießen es besonders, dass Papa mehr Zeit für sie hat. Sie freuen sich, dass wir die meisten Aktivitäten alle gemeinsam verbringen.

Unser Tagesplan:

  • 7:30 Uhr aufstehen und eine Viertelstunde in unserem Bett kuscheln.
  • Dann decken wir gemeinsam den Frühstückstisch.
  • 8 Uhr Frühstück
  • Anschließend räume ich mit den Kindern zusammen den Frühstückstisch ab, befüllen die Spülmaschine oder räumen Sie leer.
  • Danach geht es zum Zähneputzen, Waschen und Anziehen.
  • 9:30 Uhr wir gehen raus: In den Garten, einen Spaziergang mit Rollern, Fahrrädern oder sonstigen Fahrzeugen, fahren mit den Rädern zu einem Bauernhof oder laufen zu einem der Spielplätze in der Nähe. Das entscheiden die Kids!
  • Während ich das Mittagessen zubereite, spielen die Kinder etwas.
  • 12:30 Uhr Mittagessen
  • 13 – 14:30 Uhr eine Stunde Mittagsschlaf für die Kleine und eine Ruhestunde mit der Toniebox für den Großen. Ich räume während dieser Zeit die Küche wieder auf und mache die Wäsche.
  • Nach dem Mittagsschlaf sitzen wir noch für eine halbe Stunde gemütlich zusammen und machen einen Snack.
  • 15 Uhr: Wir gehen zusammen einkaufen oder nochmal in den Garten, führen den Nachbarshund aus, bemalen die Straße mit Kreide, Spielen Ball oder machen Wettrennen (sehr wichtig für unseren Sohn ;))
  • 16:30 Uhr: Spielen zu Hause. Mal sind wir kreativ und malen und basteln etwas, mal spielen wir einfach im Kinderzimmer oder lesen 1 bis 5 Bücher. Das entscheiden die Kids!
  • 17.30 Uhr Fernsehprogramm. Die Kinder einige sich auf etwas.
  • 18.00 Uhr Abendessen (mit Papa!)
  • 19 Uhr langsam Bett fertigmachen. 
  • 19.30 Uhr Vorlesen im Bett und Gute-Nacht-Lied singen

So merken die Kinder sich den Tagesablauf

Den Tagesplan haben wir gemeinsam entworfen. Morgens besprechen wir aber immer was wir bis mittags machen und mittags besprechen wir immer was wir bis abends machen und abends frag ich sie, was das Beste an dem Tag war und was morgen das beste werden soll. Nach 3 Tagen wussten bereits beide, wie der Tag abläuft. Besonders lieben Sie übrigens ihre Entscheidungsspielräume. Gesetzt ist z.B., dass wir rausgehen, was wir dort machen entscheiden die beiden (manchmal helfe ich mit Ideen aus)!

Liebe Steffi, wir danken dir für diesen sehr interessanten und wichtigen Beitrag für unsere Leser. 

Steffi und Sebastian haben ihren eigenen Blog für Elter – Lalemie. Sie sind inzwischen erfahrene Eltern und wollen mit diesem Blog anderen jungen Müttern und Vätern auf ihrem Weg durch die Babyzeit zur Seite stehen. 

Mehr über und von Steffi lest ihr hier

Fotos: Steffi von Lalemie

**********

Diesen und weitere interessante Artikel findest du in der Barrio App. Hast du schon? Super! Hast du noch nicht? In der App findest du aufgrund der aktuellen Lage noch mehr digitale Angebote, virtuelle Playdates zum Austauschen, Online-Kursempfehlungen für die ganze Familie sowie Angebote, Gutscheine und andere Vergünstigungen. Jetzt App installieren: barrio-app download