Gartenarbeit ist nicht nur bei Erwachsenen beliebt, auch Kinder mögen fröhliches Gärtnern.

Der Wind weht uns um die Nase, es riecht nach frisch ausgehobener Erde. Ich gärtnere mit meinem Kind. Über uns scheint die Sonne. Wir haben uns Tücher in den Nacken gezogen, damit wir uns keinen Sonnenbrand holen. Behutsam buddeln wir alte Wurzeln aus und suchen Samen, die in die neuen Hochbeete gepflanzt werden sollen. Alle zusammen tragen wir fröhlich Steine durch den Garten, aus denen neue Umpflanzungsmauern entstehen werden. Es juckt in meinem linken Handschuh. Ich schaue, zucke und ziehe ihn ab: Warum sind da Engerlinge drin?

Gartenarbeit: Warum macht Gärtnern mit Kind Spaß?

Hinter mir kollert und kichert das Kind, dass ihm die blauen Gummistiefel von den Füßen rutschen. Wer das Glück hat, einen eigenen Garten zu haben, oder sich eine Parzelle mit Freunden teilt, versteht, wie viel Experimentierfreude und Schabernack bei der gemeinsamen Gartenarbeit möglich ist. Wir leben in einer Welt, in der alles ein Verfallsdatum zu haben scheint. Die neue Hose, das schnelle Auto, selbst der Jogurt im Kühlschrank ist schneller schlecht, als es möglich sein sollte. Gärtnern hingegen hat kein Verfallsdatum. Wenn ich gärtnere, bin ich im Moment. Zwischen den Pflanzen verfliegt die Zeit nicht. Sie verschwimmt und wird zu einem einzigen, goldenen Moment. Das gilt auch, wenn irgendwo pieksiges Unkraut wächst oder ich plötzlich Engerlinge im Handschuh habe. Meinem Kind scheint es ganz genauso zu gehen.

Ideen für das Gärtnern mit Kindern

Wenn wir gemeinsam zwischen Obst und Gemüse stehen, spüre ich etwas, dass ich sonst eher selten empfinde: Selbstwirksamkeit. Meine Tochter und ich sehen sofort, wo wir etwas bewegt haben. Aber Gärtnern mit Kind hat auch noch andere Vorteile:

  • Manche Kinder sprechen lieber, wenn sie dabei etwas tun. In Ruhe Samen aussäen oder Unkraut jäten kann für gute Gespräche sorgen
  • Schnellwachsende und leicht zu pflegende Pflanzen, beispielsweise Feldsalat im Sommer, liefern fixe Erfolgserlebnisse und ergänzen den Speiseplan
  • Gemeinsam Früchte wie Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Himbeeren pflücken verbindet und stärkt die Eltern-Kind-Beziehung
  • Küchenkräuter wie Thymian, Basilikum oder Dill passend zum Essen ernten weckt die Begeisterung fürs Kochen bei den Kleinen
  • Dem Kind die Verantwortung für einen Teil des Gartens übertragen (beispielsweise das Salatbeet) oder für eine bestimmte Aufgabe (das Gemüse abends wässern) vermittelt Wissen
  • Den Garten zu einem kreativen Raum machen, in dem auch das Kind einen persönlichen Ort hat, sei es durch Lieblingspflanzen oder eine Matschküche, macht glücklich.

Gartenarbeit mit Kindern ist ein Geschenk

Wenn ich mit meinem Kind gärtnere, erschaffe ich etwas, das bleibt. Nicht nur schöne Erinnerungen – voll von Blumen, Bienengesumm und dem leckeren Geschmack all der Erdbeeren, Gurken und Tomaten, die wir letzten Endes herangezogen haben. Nein, ich lege auch die Grundlage für eine lebenslange Freude an der Natur. Ein geteilter Garten oder ein gemeinsam angelegtes Beet ist wie ein Symbol für die gemeinsam verbrachte Zeit. Wie ein Geheimnis kann ich übrigens noch einen Entspannungstipp weiterreichen. Wer gärtnert, ist ganz im Moment. Und wer mit seinem Kind gärtnert, ist ganz eng bei seinem Kind und genießt diesen Moment mit ihm zusammen. Trotz oder gerade wegen der Engerlinge im Handschuh.

Olaf Bernstein schreibt für Barrio zu allen großen und kleinen Themen des Elternalltags. Weitere Gedanken findet ihr auf seinem Blog, bei Instagram oder bei Twitter.

Fotos: Olaf Bernstein

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