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November 12, 2019 9:00 am

Kinderbuchautor Arne Ulbricht

Das Werk von Arne Ulbricht umfasst sowohl Romane als auch Sachbücher sowie Artikel für verschiedene Zeitungen. Jetzt ist im Urachhaus Verlag sein erstes Kinderbuch erschienen Luna – Ein Fliegenpilz im Erdbeerkleid. 

Als Vater kennt er sich in der Welt der Kinder bestens aus. Er liebt es mit seinen Kindern Karten und Gesellschaftsspiele zu spielen und auch Kino, Theater und Oper begeistern ihn. Wenn Arne Ulbricht nicht gerade am Schreibtisch sitzt und Bücher schreibt, arbeitet er als Lehrer für Französisch und Geschichte. Oder er ist als Autor auf Autorenlesungen unterwegs. 

Arne Ulbricht bei BARRIO auf der Babywelt Frankfurt

Am 16. November wird Arne Ulbricht auch für BARRIO auf der Babywelt in Frankfurt anlässlich des Vorlesetags aus seinem neusten Werk für die Besucher eine Autorenlesung geben. Dies haben wir zum Anlass genommen, dem Autor schon vorab ein paar Fragen zu stellen

Wie kommt man als Autor von Romanen und Sachbüchern dazu, ein Kinderbuch zu schreiben?

Ich habe zwei Kinder, denen ich jahrelang vorgelesen habe. Zuerst vor allem Pixi-Bücher, später so ziemlich alle Werke von Otfried Preußler, Michael Ende, Astrid Lindgren, den gesamten Harry Potter und vieles mehr. Erst meinem Sohn, dann meiner Tochter. Diese Vorleseabende waren einfach herrlich. Alle Hektik des Alltags haben wir eine halbe Stunde lang vergessen, um gemeinsam in ein Paralleluniversum einzutauchen. Wenn ich nicht ein derartiger Vorlesepapa gewesen wäre, wäre ich vermutlich nie auf die Idee gekommen, selbst ein Kinderbuch zu schreiben.

Was ist für Sie an einem Kinderbuch wichtig?

Es sollte immer etwas zum Schmunzeln, bestenfalls auch mal etwas zum Lachen geben. Ein Kind sollte immer wissen wollen, wie es weitergeht und sich mit den Figuren oder Tieren irgendwie identifizieren können oder sich brennend für sie interessieren. Wenn meine Luna für irgendeinen jungen Menschen so eine Art Freundin werden würde, dann könnte ich als Kinderbuchautor nicht mehr erreichen und wäre ziemlich happy. Was ich selbst nicht so mag sind Bücher, in denen eine Botschaft so extrem transportiert wird, dass man den erhobenen Zeigefinger des Autors quasi sieht. (Ich hoffe, es ist mir gelungen, genau dies zu vermeiden.)

Wie sind Sie auf die Themen des Buchs gekommen?

Ich selbst habe ein großes Problem damit, dass viele Menschen ein fast schon hysterisches Verhältnis zu ihrem Smartphone haben. Das, was in den WhatsApp-Gruppen geschieht, ist oft ja das Wichtigste überhaupt. Die größte Alltagskatastrophe ist ein leerer Akku. Ich finde es grässlich, und besonders grässlich finde ich Eltern, die gar nicht merken, dass ihr Kind ihnen gerade etwas zeigt, weil sie sich gerade ein YouTube-Video anschauen. Es war ein großer Genuss, das zweite Kapitel zu schreiben. In diesem Kapitel lässt Luna das Smartphone ihrer Mama im Eisschrank verschwinden.

Hat das Buch autobiographische Züge?

Sie sind ja auch ein Papa, der oft und viel an seinem Schreibtisch sitzt und aus der Sicht ihrer Kinder vielleicht auch langweilige Erwachsenen-Bücher schreibt.

Meine Tochter, die inzwischen 12 ist, liest das Buch gerade und markiert alles, was ihrer Ansicht nach autobiografisch ist. Zuerst wollte sie das Buch gar nicht lesen, weil sie genau weiß, dass sie das Vorbild für Luna ist. (Obwohl sie das Handy meiner Frau noch nie im Eisschrank versteckt hat.) Abgesehen davon, dass ich auch noch einen Sohn habe, ist die Familienkonstellation sehr autobiografisch. Meine Frau arbeitet in einem Unternehmen in leitender Funktion und ist tatsächlich viel unterwegs, ich sitze oft am Schreibtisch und schreibe meine langweiligen Erwachsenenbücher, die natürlich gar nicht langweilig, sondern wahnsinnig spannend sind 😊. Meine Kinder kennen das gar nicht anders, für sie ist es vollkommen normal, dass Papa ständig zu Hause ist. Und einige Episoden haben wir so oder so ähnlich erlebt: In einer Szene möchte Luna zum Beispiel heimlich schnitzen… und das geht gehörig schief. (Allerdings war es mein Sohn, der mit sieben dachte: „Ich kann das!“)

Worauf sollten Eltern bei der Auswahl der Bücher für Ihre Kids achten?

Sie sollten vor allem darauf achten, dass Kinder schon sehr früh jeden Tag in einem echten Buch blättern dürfen und vorgelesen bekommen. Jeden Tag. Ein heruntergeladenes Buch ist auch toll, aber auf dem Tablet kann man eben auch noch viel anderes machen, während das leibhaftige Buch ausschließlich zum Lesen und zum Blättern da ist. Und außerdem fühlt sich jedes Buch anders an, auch das ist eine Erfahrung, die man den Kindern nicht vorenthalten sollte. Also erstmal Finger weg von elektronischen Büchern.

Letztendlich entscheidet das Kind, was es mag. Ich war jetzt eher nicht so ein Fan der Conni-Geschichten, aber wissen Sie was: Meiner Tochter war das egal, sie fand diese Geschichten einfach toll!

Beitragsfoto: talent! 2014®, Coverfoto: Urachhaus Verlag

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