Unsere Atmung funktioniert vom ersten bis zum letzten Atemzug scheinbar von selbst. Das hat zur Folge, dass wir uns selten darüber Gedanken machen und uns kaum mit der Atmung auseinandersetzen. Mit ein bisschen Bewusstheit ist es möglich die Atmung zu optimieren. Dazu gibt es bestimmte Techniken und Übungen, die wir uns heute anschauen wollen.

Atemtechnik und Atemübungen zur perfekten Atmung

Vielen von uns sind die unterschiedlichsten Atemübungen aus dem Yoga bekannt, aber nicht nur im Yoga ist es sinnvoll bewusst zu atmen. Die folgenden Übungen und Techniken sind aus der Praxis entstanden und keinem bestimmten Lehrer oder Yoga-System zuzuordnen. Die Übungen sind für jedermann und in jeder Situation leicht zu machen. Wenn man sich aktiv und intensiv mit einer Atemtechnik beschäftigt, hat man normalerweise auch eine höhere Sauerstoff-Aufnahme, was sehr positiv ist.

Richtige Atmung

Viele Menschen atmen normal nur bis in den Bauchraum hinein und ihre Atmung ist eher flach als tief, dadurch bekommt der Körper deutlich weniger Sauerstoffe als es möglich wäre. Sollte die erhöhte Sauerstoffaufnahme dazu führen, dass man merkt, dass es einem schwindelig oder übel wird, was anfänglich passieren kann, sollte man erstmal normal weiterarbeiten, bis sich dies wieder gegeben hat. Auch wenn man gerade dabei ist, den Atem zu beruhigen und das Bedürfnis verspürt, ein oder mehrmals tief durchzuatmen, dann sollte man das einfach tun. Hier ist es ganz wichtig auf sein eigenes Körpergefühl zu hören und nichts zu unterdrücken. Gerade, wenn man in der Natur unterwegs ist, kann es sein, dass man einen erhöhten Atemdrang verspürt.  

Im Folgenden einige Atemübungen und Atemtechniken, die sowohl ihren Gebrauch in der Meditation als auch im Alltag haben.

1. Tief atmen

Achtet darauf das Atemvolumen möglichst voll auszuschöpfen und darüber hinaus noch weiter zu vergrößern. Je größer das Lungenvolumen ist, desto mehr Sauerstoff und Lebenskraft könnt ihr aufnehmen und desto langsamer braucht ihr zu atmen. Zuerst in den Bauch und dann in die Brust einatmen, danach zuerst aus der Brust und dann aus dem Bauch wieder ausatmen. Idealerweise atmet ihr schließlich in alle Richtungen ein. 

2. Ruhige, weiche und feine Atmung

Atmet möglichst langsam. Wenn eine Kerze vor eurem Mund stehen würde, solltet ihr so sanft atmen, dass sie nicht flackert. Der Atem sollte so weich und fein sein wie eine Feder.

3. Rhythmisch atmen

Versucht genauso lange einzuatmen wie auszuatmen. Eine sinnvolle Möglichkeit um dies zu kontrollieren ist es, während des Ein- und Ausatmens zu zählen, zum Beispiel 5 Sekunden einatmen und 5 Sekunden ausatmen. Später dann 6 Sekunden einatmen und 6 Sekunden ausatmen. Nach langem Training seid ihr dann vielleicht bei 12 Sekunden Einatmen und 12 Sekunden Ausatmen angelangt, oder sogar mehr. Macht euch aber bitte keinen Stress, sondern hört auf die Signale des Körpers. Jedes Leistungs- oder Erfolgsdenken ist hier fehl am Platz. Achtet darauf, dass ihr weder Sauerstoffmangel noch Überschuss bekommt. 

4. Rund atmen (Kreisatmung)

Hier könnt ihr euch die Erde vorstellen, wie sie sich langsam und gleichmäßig vorwärts dreht. Hoch = einatmen, runter = ausatmen. 

5. Keine Aussetzer beim Atmen

Zwischen Einatmen und Ausatmen sollte keine Lücke sein. Das Einatmen geht direkt ins Ausatmen über und das Ausatmen geht wieder direkt ins Einatmen über. Der immerwährende Kreislauf hat keine Aussetzer, sondern läuft ruhig in einander über. 

Hier noch ein paar zusätzliche Atemübungen und Atemtechniken

Stärkende und hilfreiche Energien einatmen

Wenn ihr einatmet, nehmt ihr stets etwas in euch auf. Nutzt dies, indem ihr euren Fokus beim Einatmen auf positive und stärkende Energien richtet und euch vorstellt, dass ihr positive Energie in euch aufnehmt. Diese wird euch auffüllen und energetisieren. Wer mag kann zusätzlich helles oder farbiges Licht, Liebe, Lebenskraft, Lebensfreude, Leichtigkeit und alles, was gut tut visualisieren. 

Belastende und schwächende Energien und alles was ihr loslassen möchtet ausatmen

Wenn ihr ausatmet, gebt ihr etwas von euch ab. Beim Ausatmen könnt ihr alles, was ihr loslassen möchtet, was euch belastet oder schwächt wie Stress, Angst, Ärger, Sorgen, Traurigkeit oder Verletzungen ausatmen und bewusst ziehen lassen. So lösen sich eure Probleme quasi in Luft auf. 

Dies unterstützt ihr dadurch, dass ihr euren Fokus bewusst auf das Loslassen der Themen legt und zusätzlich zum Beispiel ganz bewusst die Luft durch die geschlossenen Lippen presst oder Geräusche und Töne dabei macht und seufzt.

Versucht es mal! 

Beitragsfoto: Von Yolya Ilyasovashutterstock.com

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