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November 30, 2019 9:00 am

Kolume: Ein Zwilling kommt selten allein

Mehrlingsmuttis unter sich

Als ich plötzlich vier Kinder unter einem Jahr hatte, war das irgendwie ganz komisch für mich Mütter zu sehen, die mit einem Baby im Kinderwagen spazieren gingen.  Ich kann bis heute nicht ganz genau sagen, was das eigentlich für ein Gefühl war/ist.

Ganz oft frage ich mich, was wohl Einlingseltern denken, wenn sie uns Mehrlingseltern sehen…oder bilde ich mir das etwa ein, dass da manchmal welche herüber schauen und sobald ich zurück gucke, verschwinden die Blicke ganz schnell in eine andere Richtung? Reden die etwa über uns? Was sagen sie wohl? Das soll sich gar nicht negativ anhören und ist es ja auch nicht.  Es bestehen doch aber so viele Unterschiede (wie auch Gemeinsamkeiten) zwischen uns. Das finde ich einfach wahnsinnig interessant, vielleicht auch weil ich nie wissen werde wie das mit einem Baby/Kind ist.

Wie ist das wohl mit nur einem Kind?

So wie ich mich frage “Wie ist das wohl, wenn man nur ein Kind hat”, fragen die sich auch “Wie ist das wohl, wenn man Zwillinge hat”?

Kinder haben ist kein Wettbewerb…

Mir hat mal ein Zwillingspapa gesagt:”Also wenn sich die Eltern mit nur einem Kind beschweren, da denk ich echt immer nur die haben ja keine Ahnung.” Fand ich irgendwie auch witzig, dass er das dann genau zu mir gesagt hat. Und in Zwillingsgruppen auf Facebook ist es immer eine heiße Diskussion, wenn sich jemand darüber aufregt, dass Eltern mit zwei Kindern von geringem Altersunterschied behaupten, es sei ja genau so als hätten sie Zwillinge. Viele Zwillingsmuttis regen sich über diese Aussage ganz enorm auf.

Das habe ich noch nie verstanden.

Ist das nicht ganz egal, wer es einfacher oder schwerer hat mit seiner Situation? Ich kann mich glücklich schätzen von Zwillingen und auch Geschwistern mit geringem Altersabstand Erfahrung zu haben und ich kann nur sagen, es ist beides ganz anstrengend wundervoll, jedes auf seine individuelle Art und doch auch teilweise ähnlich. Ich habe kaum Mama-Freunde die nur ein Kind haben und auch nur ein paar die vielleicht noch ein weiteres haben. Hauptsächlich sind es Zwillingsmamis, aber auch ein paar Drillings- und Vierlingsmütter, zu denen ich den meisten Kontakt habe.

Warum ist das so?

Ist doch klar…unter Gleichgesinnten fühlt man sich oft doch auch eher verstanden. Wir haben ähnliche Erfahrungen hinter uns und ich muss sagen, irgendwie ist da fast immer eine unmittelbare Verbindung zwischen Zwillingsmamas, als ob man sich schon ewig kennt.

Playdates

Einlingseltern, die alle gerne bei uns zuhause Playdates haben, laden mich mit meinen vier Kindern übrigens grundsätzlich nicht zu sich nach Hause ein. Ja, wir sind vielleicht viele, aber meine Kinder können sich wahnsinnig gut mit einer neuen Spielzeugkiste für sehr lange Zeit und sehr ruhig beschäftigen.  Bei den Mehrlingseltern scheint jeder bei jedem jederzeit herzlich willkommen. Wenn wir kurzfristig nach Playdates fragen, sprechen wir kurz ab wer unbedingt mal zuhause raus muss oder wer zu faul ist die Kinder alle fertig zu machen und dann kommen halt entweder alle zu uns oder wir kreuzen zu fünft bei wem anders auf.

6,7 oder 8 Kinder spielen

Die 6,7 oder 8 Kinder spielen zusammen und wir Mamas klönen und trinken Kaffee…mit Unterbrechungen natürlich…alle paar Minuten…von jedem Kind mal hier und da. Und ganz ehrlich es sind genau diese Playdates, die mein Leben zusammen halten. Ohne den fast täglichen Kontakt zu meinen Mehrlingsmamis, da weiß ich gar nicht so genau, ob ich das alles packen würde.

Gegenseitige Unterstützung

Auch interessant, es sind ebenfalls diese Mamis, die immer anbieten, dass man all seine Kinder da einfach absetzen kann, wenn mal was ist. Und ich weiß bei allen wie ehrlich sie das meinen, genauso wie ich jederzeit auf ihre 2,3,4 oder mehr Kinder aufpassen würde. Egal wann, egal warum und egal wie lange. 

Und dann grundsätzlich, vielleicht gerade in meiner Situation mit zwei Mal Zwillingen innerhalb von 11 Monaten…ja da mögen andere sich glaub ich manchmal gar nicht so richtig äußern wie sie sich fühlen. Oft hör ich sie sagen “wem erzähle ich das” oder “ich mag mich vor dir immer so ungern beschweren”. Das macht mich dann fast irgendwie traurig zu wissen, dass andere sich nicht wohl fühlen in meiner Gegenwart auch mal Dampf abzulassen und zu meckern.

Kinder sind anstrengend

Kinder sind anstrengend, ich sag es immer wieder, da ist einfach mal egal wie viele. Wer das mag, der findet immer wen, der es scheinbar besser oder schlechter hat, aber viel wichtiger ist, dass wir zusammen halten, wir Mamas. Ohne Vorurteile, mit offenem Ohr und eventuell auch mal mit offener Tür für eine Mehrlingstruppe wie uns. Wir sind gar nicht so chaotisch wie sich das anhört. 

Also Einlingsmamas, ich würde mich freuen, wenn ihr mir mitteilt, was ihr so denkt, wenn ihr Zwillingsmamas seht. Und Mehrlingsmamas von euch wüsste ich gerne, ob ihr euch in meinen Worten wiederfindet.

Schaut doch mal bei mir auf Instagram @twinsandmoretwins vorbei und sagt Hallo, das fänd ich mal super klasse, ihr Lieben.

Liebe Rebecca, wir danken Dir für diesen ehrlichen Bericht. Wir freuen uns auf das Feedback und die Meinungen unserer Leserinnen dazu.

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es im Dezember mit einem spannenden Thema für Euch.

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