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Dezember 21, 2019 9:00 am

Kolumne: Ein Zwilling kommt selten allein

Weihnachten auf “moderne englische Art”

Wie genau feiert eine halb englisch halb deutsche Familie, die in England lebt eigentlich Weihnachten? Kurze Antwort, wir feiern am 25. Dezember. Vielleicht ist das auch fast der einzige englische Aspekt. Wir feiern eher so wie es uns in den Kram passt und das sieht wie folgt aus….

Am Abend des 24.

Am 24. abends stellen die Kinder einen Teller mit Keksen, minced pies und ein Glas Milch für den Weihnachtsmann neben unsere Eingangstür und natürlich auch Karotten und eine große Schale mit Wasser für die Rentiere. Das kenne ich so aus meiner Kindheit, nur hat bei uns der Weihnachtsmann, sprich mein Vater, Whisky bekommen und nicht Milch.

Der Teller mit Krümeln, das leere Glas und die angeknabberten Karotten sind der erste Gang der Kinder am Morgen und mit großen Augen stellen sie fest….der Weihnachtsmann war da! Die Großeltern müssen ausnahmsweise mal früh aufstehen, denn Grampa (der englische Opa) muss ran. Kissen unter den roten Mantel, Mütze auf und schön viel Bart, damit niemand bemerkt wer unser Santa wirklich ist.

Der Moment auf den alle gewartet haben

Welch ein Glück, da haben wir ihn grad noch erwischt, wie er in unserem Garten davon stratzt und sich sogar zum Winken noch mal umdreht. Die Kinder stehen am Fenster und sind natürlich fasziniert, der Moment auf den sie die letzten 364 Tage gewartet haben ist endlich da!

Und dann geht auch schon das Geschenke-Chaos los. 

Leider musste ich schon vorletztes Jahr feststellen, dass bei meinen Schwiegereltern scheinbar die Regel gilt “Je mehr Geschenke man gibt, desto mehr liebt man die Kinder” und nach diversen Diskussionen, die Enkel doch einfach mal zu einem Ausflug irgendwo hin mitzunehmen, anstelle von so vielen Geschenken, habe ich inzwischen einfach aufgegeben und lasse den Konsumwahnsinn einfach passieren.

Geschenke, Geschenke, Geschenke!

Die leuchtenden Augen der Kinder lassen mich dann doch schnell über die Überflutung hinwegsehen. Und zu Weihnachten möchte ich nichts anderes als im Moment sein mit den Kindern, ihre Aufregung teilen, mit ihnen und den neuen Spielsachen spielen und jedes Lachen und Lächeln mit ihnen teilen. Wir unterbrechen dann die Aufregung mit etwas Frühstück. Alles gekauft und nicht viel zum Vorbereiten. Bisschen Lachs, Croissants, Käse, Speck, Erdbeeren. Nichts Traditionelles, sondern einfach nur Dinge, die wir alle gerne essen. Das Frühstück zieht sich dann bis ins Wohnzimmer rüber, damit die Kinder weiter spielen können.

Keine Mama in der Küche

Dieses Jahr gibt es auch zum späten Mittag  keine Mama in der Küche am stressen und Christmas Dinner kochen, nebenbei aufräumen und das alles für Stunden, was dann ja doch nur zu 20 Minuten am Tisch sitzen und essen führt. Ich habe dieses Jahr ganz bewusst entschieden, dass unsere Küche simpel bleibt oder sogar ganz geschlossen am 25.  Entweder wir bestellen etwas, gehen irgendwo essen oder ich bereite alles schon am 24. abends vor und dann wahrscheinlich was ganz untypisch englisches, nämlich japanisches Chicken Katsu Curry. Warum? Weil wir das alle lieben. Wie ihr seht es, wird eine spontane Entscheidung.

Oder bin ich vielleicht einfach nur zu faul für Traditionen?

Keine Werbung, aber Amazon Prime ist schon etwas Feines und hat uns auch dieses Jahr die Vorweihnachtszeit etwas stressfreier genießen lassen.

Nicht kochen und nicht mal shoppen gehen?

Ist das denn faul oder vielleicht doch ein kleines bisschen schlau? Ich erinnere mich gerne an Weihnachten bei meinen Eltern zuhause als ich noch klein war. Sie haben uns Geschwistern die Wahl überlassen, ob wir lieber “deutsch” am Heiligabend oder “englisch” am 25. Dezember unser Weihnachten feiern möchten.

Ich glaube uns hat einfach der Gedanke gleich morgens mit der ganzen Aufregung loszulegen so gut gefallen und irgendwie hatte es auch etwas “anders” als alle anderen in unserem Umfeld zu sein.

Es weihnachtet sehr

Aber das hieß für unsere Eltern nichts ist es mit “Stille Nacht, Heilige Nacht”, denn sie mussten uns immer so zwischen 4 und 5 Uhr morgens noch mal oder mehrfach zurück ins Bett schicken, doch spätestens um 6 Uhr war klar “Es weihnachtet sehr”. Für mich bedeutet Weihnachten ganz bewusst, intensive Zeit mit der Familie zu verbringen, voller Liebe, voller Zauber und voller Kinderlachen.

Gerne würde ich euch etwas mit auf den Weg geben… …es sind vielleicht gerade die Festtage an denen wir Menschen viel Stress mit machen.

Aber muss das so sein?

Vielleicht denkt ja der ein oder andere doch mal darüber nach, wie ihr eure gemeinsame Zeit am besten nutzen könnt und eventuell gerade mit eher weniger Arbeit und mehr Ruhe. Es heißt schließlich “Oh du Fröhliche”  und nicht “Oh du Mama wie du da am Herd stehst und dir stundenlang für alle einen abrackerst”.

Oder auch “Lasst uns froh und munter sein” und nicht “Lasst uns in letzter Minute bloß nochmal los in die überfüllten Kaufhäuser, um auf Biegen und Brechen in großer Panik noch mehr Weihnachtsgeschenke zu suchen”.

Wie auch immer ihr es möchtet, ich wünsche euch auf diesem Wege eine besinnliche und ganz besonders liebevolle Weihnachtszeit.

Liebe Rebecca, wir danken Dir für diesen authentischen Bericht und wünschen Dir und Deiner bezaubernden Familie wunderschöne Weihnachtstage voller Glücksmomente.

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es im neuen Jahr mit einem weiteren spannenden Thema für Euch.

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