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April 11, 2019 11:00 am

Orientierungsdebatte zum pränatalen Gentest im Bundestag

Heute wird der Deutsche Bundestag auf Drängen von 118 Bundestagsabgeordneten eine Orientierungsdebatte zu dem umstrittenen, pränatalen Gentest veranstalten.

Pränataler Bluttest

Der Bluttest stellt anders als die Fruchtwasser-Untersuchung kein Risiko für Mutter und ihr ungeborenes Kind dar. Es geht unter anderem darum, ob die Tests eine Kassenleistung werden kann. Dies ist allerdings nicht nur eine Entscheidung der Politik, im Spätsommer berät darüber ebenfalls der „Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten, Kliniken und Patientenbeauftragten“. Erst dann fällt die Entscheidung, ob die Krankenkassen zukünftig den Bluttest bezahlen werden.

Kontroverse Diskussionen

Unter Politikern und Ethikexperten wird der Test kontrovers diskutiert, da sich viele werdende Eltern nach einem positiven Ergebnis gegen das werdende Leben für eine Abtreibung entscheiden. Der Test gibt Aufschluss darüber, ob eine Trisomie 13, 18 oder 21 vorliegt.

Fruchtwasser-Untersuchung und ihr Risiko

Bislang wird bei sogenannten Risiko-Schwangerschaften eine Fruchtwasser-Untersuchung von den Frauenärzten gemacht, die allerdings das Risiko einer Fehlgeburt beinhaltet.  Darüber hinaus birgt sie Gefahren für die Schwangere, wie z.B. Infektionen, Blutungen oder die Verletzung von Nachbarorganen (Harnblase, Darm oder Blutgefäße), diese sind aber selten. Da der Eingriff unter Ultraschall-Sichtkontrolle verläuft sind unmittelbare Gefahren für das Ungeborene z.B. Verletzungen durch die Nadel ebenfalls eher selten. Es besteht die geringe Gefahr, dass nach der Untersuchung Wehentätigkeit, Gebärmutterblutungen, Fruchtwasserabgang oder eine fieberhafte Infektion auftreten können.

Schonen nach Fruchtwasserentnahme

Nach der Fruchtwasserentnahme (der optimale Zeitpunkt liegt bei der 17. und 18. SSW) muss die werdende Mama sich in den nächsten drei Folgetagen schonen und jegliche Anstrengungen (wie z.B. Sport, Sex, schweres Heben, schwere Belastung der Bauchmuskulatur, häufiges Treppensteigen, langer Fußmarsch etc.) vermeiden. Berufstätige erhalten eine Arbeitsbefreiung für diesen Zeitraum.

Bundesgesundheitsminister befürwortet risikoarmen Bluttest

Der Bundesgesundheitsminister Jens Span hat sich gegenüber der „Bild“ Zeitung für den Bluttest und damit für eine erhebliche Risikominimierung ausgesprochen.

„Wenn jetzt ein Test kommt, der quasi kein Risiko mehr hat, dann müssen die Kassen das zahlen.“ meint der Minister.

Kritiker weisen hingegen darauf hin, dass der Test eine Falsch-Positiv-Rate von 0,3 Prozent besitzt. Bei 30.000 getesteten Frauen würden demnach 89 Kinder falsch-positiv auf Down-Syndrom getestet.

Außerdem handle man nicht im Sinne von Menschen mit Down-Syndrom.

Wie steht Ihr als Mamas und Papas zu diesem Thema, schreibt uns an

kirsten.hilling@barrio-app.com

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