Wie das Leben mit Haustier den Alltag mit Kind verändert….. Jetzt hatten wir also eine Katze. Eines Abends war sie plötzlich da. Sie kam desorientiert in einem Körbchen zu uns und blinzelte verängstigt ins Licht. Wir hatten nicht nach ihr gefragt – zumindest dachten wir das. 

Wir bekommen eine Katze geschenkt

Dazu muss man wissen, dass wir im Norden Thailands wohnen. Unser Thai ist ungefähr so gut wie das Englisch unserer Vermieter – das heißt, wir nutzen regelmäßig Grimassen, Füße und Hände zur Kommunikation. Normalerweise klappt das problemlos. Aber wenn auf die theoretische Frage: „Wäre eine Katze hier im Garten erlaubt?“ erst einige Tage lang seltsam spezifische Nachfragen kommen und dann eines Abends plötzlich ein Tier auf die Terrasse geliefert wird – dann gab es wohl ein sprachliches Missverständnis.

Unsere Tochter hingegen war begeistert. Wenn es jemanden gibt, der das „Bestellen beim Universum“ perfektioniert hat, ohne je davon gehört zu haben, dann ist sie es. Das Haustier war Bestandteil der Verhandlungen zum Schulstart, längst noch nicht erlaubt und mit strengen Auflagen versehen („Sie kommt auf keinen Fall ins Schafzimmer!“). Und da war sie nun. 

Was wir gelernt haben

Seit diesem Abend haben wir viel über uns und unser Haustier gelernt. Katzen können auf erstaunlich hohe Regale, Bäume und Balken klettern. Sie sind dann allerdings nicht unbedingt in der Lage, unfallfrei wieder herunterzukommen (ruhe in Frieden, Geschirr). Kinder können den brennenden Wunsch nach einem kleinen Fellknäuel verspüren. Damit drohen, dass sie nie – NIE! – auch nur ansatzweise zur Schule gehen würden ohne den sofortigen Einzug eines Stubentigers. Dieselben Kinder können dann nach drei Tagen kaltherzig äußern, dass dieses Tier, dass ja nun tatsächlich da sei, atme und Aufmerksamkeit beanspruche, gerne wieder gehen könne. Zu erklären, dass es bei Haustieren, die uns unaufgefordert in einem Korb geliefert werden, kein Rückgaberecht gibt, war eine meiner schwersten Vermittlungsleistungen als Vater. 

Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos

Mittlerweile haben wir uns alle aneinander gewöhnt. Die Katze schläft bei uns im Schlafzimmer, weil sie sonst einsam ist und sich maunzend am Fenster festkrallt wie Spiderman. Das Tier hat die liebevollen Beauty-Behandlungen des Kindes (ich sage nur: Nagellack auf die Krallen) gut überstanden und fühlt sich wohl bei uns. Erst jetzt verstehen wir so langsam, was dieser Satz: „Ein Haustier ist ein Familienmitglied“ wirklich bedeutet. Ein Wesen, dass so viel innere Ruhe und elegante Gemütlichkeit mitbringt, passt einfach zu zwei Erwachsenen, die bevorzugt von zu Hause aus arbeiten.

Wir können gar nicht mehr verstehen, warum Menschen nicht 25 Schlaffotos einer ihnen nicht persönlich bekannten Katze anschauen wollen (deshalb sind sie diesem Text beigefügt). Und manchmal, ganz heimlich, wenn keiner hinschaut, kuscheln unsere Tochter und unsere Katze miteinander. Das ist, wenn man so will, ein ganz kleines, handfestes Stück vom Glück.

Olaf Bernstein

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