Pausenlose Kinderfreude – was es bedeutet, ein High-Need-Kind zu haben

Dass unsere Tochter Lola besonders willensstark, temperamentvoll, munter, kreativ und energiegeladen ist, war uns schon vor ihrer Geburt klar. Wo andere Familien selig lächelnde Ultraschallbilder ihrer Neugeborenen herumzeigen, hatten wir einen Fuß. Jawohl, einen Fuß, fröhlich tanzend. Sie hätten in der Frauenarztpraxis eben nicht Musik im Hintergrund laufen lassen sollen. So ging es auch im Babyalltag weiter. Der Witz war, dass wir Lolas hohes Energielevel anfangs für normal hielten. Wenn die eigene Tochter von früh bis spät wie ein Gummiball durch das eigene Leben hüpft, kommen einem andere Kinder fast sediert vor. Dass wir unser Kind nach der Geburt jeden Abend für anderthalb Jahre und auch tagsüber stundenlang in den Schlaf getragen haben, war unser Alltag. Wann immer wir Statistiken über das normale Schlafverhalten von Babys ansahen, mussten wir lachen. Lola lag meist vier oder fünf Stunden darunter. Eine normale Festanstellung wäre in der Zeit für uns der totale Genickbruch gewesen. Meinen Uni-Abschluss habe ich damals bei 38 Grad im Schatten auf der Wickelkommode geschrieben – mit dem Kind in der Trage. Erst durch Nora Imlaus extrem lesenswertes Buch „So viel Freude, so viel Wut“(https://amzn.to/2tUwTD7 ) wurde uns plötzlich klar, dass wir ein „High-Need-Baby“ oder auch ein „gefühlsstarkes“ Kind haben.

Manche Kinder brauchen einfach mehr

Der Begriff „High-Need-Baby“ stammt von Dr. William Sears, einem kalifornischen Professor für Kinderheilkunde, der unter anderem das „Attachment-Parenting“, also die bindungs- und bedürfnisorientierte Erziehung mitentwickelt hat. Sein viertes von insgesamt acht Kindern stellte sich als extrem fordernd heraus. Es schlief schlecht – und wenig – wollte andauernd gestillt werden und war hochsensibel. Insgesamt stand seine Tochter emotional und körperlich ständig unter Strom. Sears, der bislang erschöpfte Eltern in seiner Praxis immer darauf hingewiesen hatte, dass Kleinkinder nun einmal anstrengend seien, wurde schlagartig eines Besseren belehrt. Er entwickelte ein 12-Punkte-System(https://www.askdrsears.com/topics/health-concerns/fussy-baby/high-need-baby/12-features-high-need-baby), das helfen sollte, „High-Need-Babys“ oder auch „gefühlsstarke“ Kinder zu erkennen. Denn krank oder gar sonderbar ist keines von ihnen, auch wenn manche panische Eltern im ersten Moment vielleicht an ADHS denken mögen. Im Gegensatz zu „einfachen“ Kindern benötigen High-Need-Babys kurz gesagt nur viel weniger Schlaf und dafür enorm viel Zuwendung.

 

Olaf Bernstein

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Wir danken Dir lieber Olaf für diesen sehr interessanten Beitrag. Morgen geht es weiter mit den persönlichen Erfahrungen, die Olaf und seine Frau mit ihrer Tochter gemacht haben.

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