Liebe Mamas, liebe Papas,

was die Postpartale Depression (post = nach/ partus = geburt) ist und welche Ursachen sie haben kann, habe ich euch in meinem letzte Artikel geschrieben.

Heute möchte ich euch schreiben, welche Symptome auf eine Wochenbettdepression hinweisen können.

Symptome

Die Unterscheidung des häufig vorkommenden Baby Blues und der Wochenbettdepression ist meist gar nicht so einfach. Tatsache ist, dass die Wochenbettdepression lange anhält, selten von allein vorbei geht und auch noch längere Zeit nach der Geburt plötzlich da sein kann. Die genaue Zeit lässt sich schwer definieren. In seltenen Fällen kann sie auch noch bis 24 Monate nach der Geburt auftreten. Wichtig ist, die Situation schnell zu erkennen und für Lösungen zu sorgen.

Meistens nehmen die Mütter die Depression und die Veränderung ihres Wesens gar nicht wahr. Umso wichtiger ist es, dass ihr als Partner einer frischen Mutter und das vertraute Umfeld darauf achten, wie es einer frischen Mama wirklich geht und ob sich ihr Wesen verändert hat.

Mama kann keine Nähe zum Baby aufbauen

Oft beginnt es damit, dass die frische Mama kein Gefühl der Nähe für ihr Baby entwickeln kann. Es stellt sich für sie einfach keine Freude über ihr Baby ein. Es ist so, als ob eine Mauer zwischen Mutter und Kind steht und die Mama diese Mauer nicht überwinden kann. Da sie diese Mauer auf irgendeine Weise spürt, aber nicht einschätzen kann, kann sie kaum äußern was los ist.

Mögliche Symptome:

Das Verhalten der Mama ihrem Baby gegenüber bleibt mechanisch. Es entsteht keine liebevolle Einheit. Sie versucht die Signale des Kindes zu deuten, da sie aber kein Gefühl dazu entwickeln kann, bleiben ihre Reaktionen auf das Baby distanziert. Wir sehen häufig, dass die Mama ihr Baby nach einer ganz bestimmten Anzahl von Stunden wickelt, weil sie weiß, dass das sein muss, dabei entsteht aber keine Interaktion. Die Babysprache bleibt aus, sie kuschelt ungern mit dem Neugeborenen und wendet den Blick eher auf die Dinge die noch getan werden müssen als dem Baby zu. 

Regulationsstörungen

Das Baby versucht immer wieder auf sich aufmerksam zu machen z. B. durch verstärktes Kindchenschema, oder vermehrten Schreinen. Kann die Mutter weiterhin nicht in Interaktion treten, entsteht beim Kind erst Frustration, später Resignation. Es wird zunehmend teilnahmsloser und meldet sich deutlich weniger. In der Folge können wir beim Kind Regulationsstörungen sehen z.B. Blähungen, Koliken, Schreikinder, Fütterungsstörungen, Schlafstörungen.

Da es der Mama schwer fällt ihr Kind wahrzunehmen entwickelt sie ein System aus Plänen was wann zu tun ist, um die Versorgung ihres Babys, dem Haushalt, der Wäsche usw gerecht zu werden. Es bereitet ihr große Sorge ihr Kind nicht einer „guten Mutter“ entsprechend zu versorgen. Häufig entstehen Interpretationen für das Verhalten des Kindes, auf die sie als Mutter nach einem bestimmten Vorgehen reagieren muss, um ihr Kind „gut“ zu versorgen. Die Nähe, die dem Bedürfnis des Babys entspräche bleibt aus. Beide Seiten werden zunehmend frustrierter. 

Mauer zwischen Mutter und Baby

Durch die Depression kann die Mama die Mauer zum Baby nicht überwinden und sie empfndet starke Versagensängste. Der Berg ihrer „To do´s“ wird immer größer. Sie kann ihn nicht bewältigen. Sie stellt sich als Mutter und Frau zunehmend in Frage. Die Depression lässt sie auch nicht schlafen Das Leben ist nicht mehr lustig. Dunkle Wolken senken sich auf sie herab. Als Vater wirst du vielleicht einen verstärkten Aktionismus bei deiner Frau bemerken. 

Papas achtet auf die Hinweise

Du wirst evtl. wahrnehmen, dass sie euer Baby nicht so gern auf den Arm nimmt, dass sie nicht kuschelt und beim Wickeln und Baden keine typischen Mamageräusche macht. Vielleicht ist sie auch gern in einem dunklen Zimmer, geht nicht gern hinaus, mag Eure FreundeInnen nicht sehen und weint häufiger. Ihr Lachen hast du schon lange nicht mehr gesehen? Achte auf diese Zeichen und sprich sie darauf an. Vielleicht fühlt sie sich dir gegenüber schlecht, weil sie fürchtet, dass sie in deinen Augen keine „gute“ Mutter für euer Baby ist; weil sie sich nicht mit dir über euer Baby freuen kann.

Versichere ihr, dass sie die beste Mami dieser Welt ist und Du dir keine tollere und hübscher Frau vorstellen kannst. Sei bei ihr und nimm sie häufig mit eurem Baby in den Arm.

Gemeinsam Hilfe suchen

Die Wochenbettdepression kann gut behandelt werden. Sucht gemeinsam Hilfe! Sprecht mit eurem Gynäkologen oder eurer Hebamme über die Situation! Das wichtigste ist die Situation zu erkennen und Mutter und Kind schnell aus der dunklen Wolke herauszuholen.

Ohne Hilfe treten Bindungsstörungen auf, die vor für die Entwicklung der sozialen Kompetenz eures Babys langfristige Konsequenzen hat.

Folgende Links sind Hilfreich

  • Schatten & Licht e. V.

Krise rund um die Geburt

https://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/

  • Fragebogen zur postpartalen Erkrankung

https://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/fragebogen-zur-postpartalen-erkrankung

Liebe Grüße

Eure Stefanie

Beitragsfoto: By Antonio Guillem shutterstock.com

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