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August 31, 2020 9:00 am

Ultimative Ratschläge: So erklären wir unserem Kind unsere Trennung

Wenn die Liebe zu Ende geht…..Wie erklären wir unseren Kindern unsere Trennung? Wenn sich zwei Menschen trennen, ist das schon für Erwachsene nicht leicht. Für Kinder aber ist eine Trennung ungleich schwerer. Wir haben einige Ratschläge gesammelt, wie wir unseren Kindern helfen können, die Trennung der eigenen Eltern besser zu verstehen.

Wie fühlt sich unsere Trennung fürs Kind an?

Um dem eigenen Kind die Trennung erklären zu können, ist es zuerst wichtig, zu verstehen, wie sich die Trennung für unser Kind anfühlt. Für Kinder sind viele Prozesse, die Erwachsenen für selbsterklärend halten, genau das Gegenteil: große, unauthentische Wellen von Empfindungen, Zuschreibungen und Vorwürfen, alles wild gemischt. Gerade weil wir Erwachsenen dazu neigen, auf der Gefühlsebene viele Dinge nicht klar auszusprechen, und wir große Teile unserer Streitkultur unbewusst von anderen übernommen haben, ist es auch für uns Eltern in einer Trennungssituation nicht leicht, unser Gegenüber oder gar uns selbst zu verstehen. Wie viel schwerer muss es da für unser Kind sein? Wir müssen also zuerst unser Kind verstehen und die Situation aus seiner Perspektive sehen, bevor wir ihm helfen können, sie zu begreifen.

Kinder nehmen Emotionen direkter wahr

Kinder verarbeiten Emotionen und Situationen anders als Erwachsene. Vieles nehmen sie unmittelbarer und wörtlicher wahr, als es von uns gemeint sein mag – gerade, weil ihnen noch das Netz aus Erfahrung fehlt, in dem sie Aussagen und Stimmungen einsortieren und bewerten können. Wenn außerdem die wichtigsten Bezugspersonen im Leben eines Kindes, die ursprünglich Anker und Halt waren, auf einmal instabil zu werden drohen, bricht für jedes Kind ein Großteil der gewachsenen Strukturen weg – im Alltag wie im Kopf. Das Wut, Trauer, regressives Verhalten wie ein plötzlich zurückkehrendes Saugbedürfnis kein Versuch unseres Kindes sind, uns zu reizen, sollte klar sein. Vielmehr sind sie Ausdruck des Wunsches nach Schutz und Sicherheit unseres Kindes – und damit Strategien, mit denen unser Nachwuchs versucht, eine zutiefst unübersichtliche Situation zu meistern. 

Wie können wir unseren Kindern helfen die Trennung zu verarbeiten?

Wie können wir nun also mit diesem Wissen unseren Kindern helfen, ein spezifische Situation wie eine Trennung zu begreifen? Im Grunde hilft jede einzelne Geste und jeder Schritt, welcher aus der abstrakten Bedrohung „Deine Eltern gehen auseinander und verlassen dich“ ein „Du bist sicher bei uns und wir lieben dich wie zuvor“ werden lässt. Beispiele zur Einordnung einer Trennung helfen ebenso wie positive Metaphern, die den Nutzen des Wandels im Blick haben. Statt „Nichts wird je wieder wie zuvor“ hilft also eine Haltung, die den Wandel als etwas Gutes sieht: „Schau, Mama und Papa waren in der letzten Zeit nicht glücklich miteinander, aber wir haben einen Weg gefunden, wie wir weniger streiten müssen und mehr schöne Zeit mit dir haben.“

Gefühle benennen und Selbstwirksamkeit stärken

Es hilft, den wilden Wirbel der innren Gefühle zu benennen und diese auch bewusst laut auszusprechen. Ein „Ich empfinde Wut“ statt „Ich bin wütend!“ nimmt dem inneren Brennen die Kraft und setzt es ins Verhältnis. Ihr seid nicht eure Gefühle, auch wenn es manchmal so scheinen mag. Erst mit dem Wissen, was wir empfinden, können wir diese Stimmungen in Handlungen ausdrücken. Für diese Handlungen wiederum gilt: Konkrete Pläne, die die Lebenswirklichkeit des Kindes massiv verändern, sollten nur unter Einbeziehung der Kinder gemacht werden. Der Königsweg ist also: Nichts verschleiern und achtsam begleiten, aber das Kind auch nicht mit Problemen und Ängsten schockieren, die außerhalb seines Verständnishorizonts oder seiner Handlungsmöglichkeiten liegen. Das Kind darf sich in einer solchen Situation nicht machtlos fühlen. Gute Wege, um das Kind seine Selbstwirksamkeit spüren zu lassen, sind beispielsweise Kontaktsport, Meditation oder Autogenes Training.

Ein so großer Lebenseinschnitt fühlt sich für unsere Kinder ganz anders an als für unsere Erwachsene. Aber mit einigen wenigen Schritten können wir unseren Kindern den Übergang deutlich erleichtern. Das Wichtigste im Angesicht einer Trennung ist, dass unsere Kinder weiter das Urvertrauen in ihre Eltern haben, die ja weiterhin ihre Elternteile bleiben.

Olaf Bernstein

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