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Januar 2, 2019 9:00 am

Regulationsstörung des Säuglings

Was ist das? Und wie geht ich damit um?

Liebe Mamas, liebe Papas,

immer wieder begegnet mir im Zusammenhang mit den bekannten und gefürchteten „Drei- Monats- Koliken“ oder dem häufigen Schreien eines Babys ein neues Wort: „Regulationsstörung“.

Ich wollte wissen was das genau ist und möchte Euch heute mein neu erworbenes Wissen aus den Gesprächen mit Kinderärzten, Osteopathen und Heilpraktikern weitergeben.

Symptome der Regulationsstörung

Das Wort Regulationsstörung fasst einen Symptomenkomplex zusammen: starkes, häufiges Schreinen, unruhiges Trinken oder auch Trinkverweigerung, schwieriges Einschlafen, Unruhe und krampfhafte Bauchschmerzen.

Die Symptome können gemeinsam auftreten, meist aber steht ein Symptom im Vordergrund und fällt den Eltern besonders deutlich auf.

Integration der Umwelteinflüsse fehlt

Man geht davon aus, dass das Baby sich noch nicht in seine Umwelt außerhalb des Mutterbauches eingewöhnt hat und ihm die Möglichkeit noch fehlt alle Einflüsse seiner neuen Umwelt zu integrieren und selbst zu regulieren. Das äußert sich besonders dann, wenn es Ruhe benötigt. Beim Trinken, bei der Verdauung, beim Einschlafen, beim Finden des Tag-Nacht-Rhythmus.

Dazu kommt, dass sowohl die Eltern als auch die Babys noch auf der Suche nach gegenseitigem Verständnis sind. Die Suche nach einer verständlichen Sprache, um Ausdruck und Wahrnehmung zu interpretieren und sinnvoll zu reagieren. Findet nach einer Zeit der Gewöhnung, meist nach drei Monaten, eine aufeinander eingestimmte Interaktion statt, sind die Symptome meist wie weggeblasen.

Das liegt natürlich auch daran, dass ein Baby mit drei Monaten schon viel widerstandsfähiger ist, das kleine Nervenkostüm stabiler geworden ist, der Darm aktiver geworden ist und die Darmflora sich stärker ausgebildet hat und mit der Nahrung besser zurecht zukommt.

War das schon immer so oder was ist passiert, dass uns dieser Symptomenkomplex heute so viel häufiger begegnet?

Die Symptome gab es tatsächlich schon immer, aber es scheint so als ob unsere aller Nervenkostüm dünner geworden ist und so sehen wir die Symptome im Neugeborenenalter häufiger als früher. Die Anforderungen der Umwelt sind schneller, umfangreicher und anspruchsvoller geworden. Alle Mails, Mobiltelefonanrufe, ständige Erreichbarkeit und unmittelbare Reaktionsanforderungen belasten auch das Nervenkostüm eines Erwachsenen über die Maßen. Wir sehen in der Praxis immer häufiger Burn-Out-Situationen und Depressionen bereits im frühen Erwachsenenalter.

Nervenkostüm ist dünner geworden und die Ruhe fehlt

So hat eine werdende Mutter heute viel weniger Ruhe als früher, als eine werdende Mama von der Großfamilie umsorgt wurde und ihr möglichst viel abgenommen wurde, um das Wachsen des Babys in Ruhe geschehen zu lassen. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Schnelligkeit bereits Auswirkungen auf die Entwicklung des Ungeborenen in der Schwangerschaft hat.

Auch Partnerschaftskonflikte, unsichere Schwangerschaft, ungewollte Schwangerschaft, Risikoschwangerschaft, Umzug, unsicherere finanzielle Situationen, Existenzängste oder eine schwere Geburt können Stress verursachen, die sowohl in der Schwangerschaft als auch danach zu Unruhe führen können und sich beim Neugeborenen in Regulationsstörungen zeigen.

Aber Regulationsstörungen sind keine Einbahnstraße, es ist nur eine Situationsbeschreibung die uns die Möglichkeit gibt unser Leben, unsere eigene Situation, unsere Haltung zu hinterfrage und bewusst anzuschauen, um Lösungen für Euch und Euer Bay zu finden, die den gemeinsamen Beginn leichter machen können.

Sucht Euch Unterstützung! Bleibt auf keinen Fall allein! Ein ständig schreiender Säugling ist wirklich schwer auszuhalten!

Fragt Euren Kinderarzt und lasst abklären, ob organische Ursachen zum Unwohlsein, zum häufigen Schreien oder zum schwierigen Schlafen führen können.

Schreiambulanzen helfen …..

In den meisten Städten gibt es versierte Schreiambulanzen die Euch und Euerm Kind auf den Weg helfen können.

Wechselt Euch ab bei der Betreuung Eures Kindes, bittet Großeltern und Freunde Euch zu entlasten.

Gestattet Euch Auszeiten!

Es ist zum Beispiel ein perfektes Geschenk sich Zeit zu zweit zu wünschen.

Eines ist auf jeden Fall gewiss…. Euer Kind braucht Eure Hilfe! Sein Schreien ist der einzige Ausdruck den es dafür hat.

Seid geduldig, verständnisvoll und lieb zu Euch selbst! Dann könnt Ihr mit dieser Kraft allen Anforderungen gut begegnen.

Liebe Grüße

Eure Stefanie

 

Liebe Stefanie, Dein Wissen ist unerschöpflich und sehr hilfreich und unterstützend für viele Mamas und Papas, dafür danken wir Dir von Herzen.

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