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März 12, 2019 9:00 am

Studium mit Kind

Liebe Barrio-Leser,

einige von euch kennen mich bereits als @herbhoodiny aus dem Takeover vor ein paar Wochen. Meine Frau Alina (29) und ich (29) studieren gemeinsam Medizin an der Charité in Berlin. Wir sind beide ebenso Eltern eines 2,5-jährigen Energiebündels namens Elisa.

Das kann oftmals ganz schön abenteuerlich sein und stellt unseren Alltag vor die ein oder andere Probe. Wie das für uns so abläuft und wie so manche Hürde aussehen kann, darüber will ich euch hier ein wenig erzählen. Aktuell befinde ich mich im 5. und meine Frau im 4. Semester. Das liegt daran, dass unsere Tochter 3 Monate vor Beginn des Studiums geboren wurde und meine Frau sich entschieden hat, ein Semester mit der Kleinen Zuhause zu bleiben.

Studium und Familie

Nun befinden wir uns quasi mittendrin und haben einen gemeinsamen Rhythmus gefunden. Dieser sichert uns sowohl ein geordnetes Familien- als auch Unileben. Das war natürlich nicht immer so.

Von Anfang an überrumpelt einen dieser Studiengang ganz schön, gerade weil unser Abitur bereits paar Jahre zurückliegt. Die Unmengen an Stoff, das Tempo und diese verflixte Biochemie.

Es fühlte sich manchmal an, als würde ich versuchen auf der Autobahn Fahrrad zu fahren. Du strampelst, wie verrückt, aber irgendwie rast alles an dir vorbei. Glücklicherweise pendelte sich das aber nach einer Weile ein.

Ich sitze zwar nicht mehr auf dem Fahrrad, ein Sportwagen ist es aber trotzdem nicht. Ein großes Familienauto vielleicht. Auf jeden fall, kommt man irgendwie ins Ziel.

Man verschwindet natürlich ein wenig von der Oberfläche, sobald Prüfungen anstehen, das ist dann aber auch nur etwas mehr als ein Monat.

Familie steht an erster Stelle

Für uns stand jedoch immer eine Sache fest: Die Familie kommt an erster Stelle. Und diesem Motto sind wir treu geblieben. Wir lernen beispielsweise immer nur Vormittags, wenn unsere Tochter bei der Tagesmutter oder Abends, wenn sie im Bett ist.

So haben wir immer eine feste Zeit zu dritt. Und wenn wir eine große Erkenntnis aus den letzten Jahren gewonnen haben, dann das die Zeit der größte Luxus ist, den wir besitzen. Wir nutzen jede freie Minute für unser Familienleben und planen nach Möglichkeit viel vor.

Gute Planung

So sitzen wir manchmal Sonntagabend am Tisch und schauen uns unseren Stundenplan für die kommenden Wochen an.

„Wann können wir wieder gemeinsam in den Zoo?“

„Alina, kannst du sie am Donnerstag abholen?“

„Schau mal, wollen wir hier zusammen essen gehen?“

Das mag vielleicht etwas unflexibel klingen. Ist es manchmal auch. Aber so haben wir gelernt alles unter Dach und Fach zu kriegen. Nichts geht unter, wir bestehen unsere Prüfungen und am wichtigsten, wir haben immer Zeit für Elisa. Und es ist tatsächlich ein Rhythmus. Wir stören uns nicht daran und merken wie gut es für uns funktioniert. Vor allem aber, wir haben richtig Spaß dabei und können uns nichts Schöneres vorstellen, als das Leben wie es gerade ist.

So anspruchsvoll ein Medizinstudium auch sein mag, so spannend und aufregend ist es auch. Dazu kommt, dass die Charité richtige Rahmenbedingungen für Eltern geschaffen hat, um uns das Leben etwas leichter zu machen. Eltern mit Kindern bis zum 14. Lebensjahr dürfen sich Gruppen aussuchen mit einem kinderfreundlichen Stundenplan. Das bedeutet, dass man meistens um spätestens 16 Uhr Zuhause sein kann und die Kurse in der Regel am Vormittag stattfinden. Außerdem hat man so mit all den anderen Eltern Kontakt und kann so nicht nur Tipps zum Studieren mit Kind austauschen, aber auch Freundschaften knüpfen und auf viel Verständnis treffen.

Richtige Rahmenbedingungen

Hier herrschen vor dem Seminar die gleichen Themen, wie Zeitmangel, Kinderarzttermine oder geschlossene Kitas. Es gibt sogar einen Account, der sich @promedikidscharite nennt, auf welchen Situationen festgehalten werden, wenn der Nachwuchs mal mit in die Uni muss. Diese Initiative ist eine AG der Uni, die Eltern Hilfestellung anbietet, wenn es mal Probleme mit der Betreuung oder dem Stundenplan gibt.

Menschen, die uns begleiten

Es gibt aber vor allem zwei Personen, ohne die wir trotz umfangreicher Planung das alles nicht bewältigen könnten. Das ist einmal Elisa´s Oma, welche nur einen Katzensprung entfernt wohnt. Sie hat für uns schon so manches Feuer gelöscht, um als Babysitterin des Jahres jederzeit zur Verfügung zu stehen.

Zum anderen ist das unsere Tagesmutter, die als gute Seele mehr als nur ihren Job macht und irgendwie wie eine dritte Oma für Elisa ist. Wie so oft sind es diese Menschen die einem Sicherheit für den eigenen Weg geben und besonders Zuversicht.Gemeinsam diesen Weg gehen, das macht ihn deutlich leichter und es ist schön Menschen um sich zu haben, auf die man jederzeit bauen kann.

Aber wenn man etwas aus Freude und Liebe angeht, dann besteht man jede Prüfung. Auch Biochemie.

Mehr von Hubert findet Ihr auf Instagram https://www.instagram.com/herbhoodiny/

Lieber Hubert, wir danken Dir ganz herzlich für den Einblick, den Du uns in Eurer Leben gewährt hast. Ich bin beeindruckt, wie Ihr alles unter einen Hut bekommt.

Wenn Ihr Lust habt uns von Eurem Alltag mit Kind zu erzählen, meldet Euch bei Redaktion@barrio-app.com

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