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Oktober 8, 2019 9:00 am

Tabu-Thema Blasenschwäche

Ein tabuisiertes Thema -Beckenbodenschwäche nach der Geburt und Harninkontinenz-

Liebe Mamas, 

heute möchte ich euch Mut machen über ein Thema zu sprechen, was für Generationen von Frauen so unangenehm ist, dass nur wenige sich offen mitteilen. 

Die Blasenschwäche nach einer Geburt

Der gelegentliche Tropfen der nicht zurückgehalten werden kann. Schlimmer ist es meistens, wenn du Husten oder Niesen musst. Es riecht unangenehm und du kommst dir unsauber vor. 

Du stellst dir die Frage: Bleibt das jetzt so? 

Es ist den meisten Frauen so unangenehm, dass sie noch nicht einmal ihren Arzt oder Gynäkologen darauf ansprechen möchten. Und nur ganz wenige von uns geben diese Erfahrung an andere Schwangere und Mütter weiter. Aber es ist wichtig und wir sollten über dieses Thema offen sprechen! Denn es gibt Hilfe und du kannst vorbeugen. Es ist ein Fakt, dass etwa 25 % aller Frauen nach einer normalen Entbindung an einer Störung der Beckenbodenfunktion leiden und entsprechende Symptome haben. Je nach Schweregrad der Beckenbodenfunktionsstörung können die Symptome kurzfristig auftreten, aber auch lange anhalten und vor allem im höheren Lebensalter verstärkt wieder auftreten. 

Mögliche Beschwerden der Beckenbodenfunktionsschwäche sind:

  • Harn- und Stuhlinkontinenz
  • ein „ständiger Druck nach unten“
  • Fremdkörpergefühl
  • Blasen- und Darmentleerungsstörungen

Was ist der Beckenboden?

Der Beckenboden stützt, hält fest und gleichzeitig kann er sich öffnen und loslassen. Der Beckenboden sorgt dafür, dass die Organe in unserem Unterbauch dortbleiben, wo sie hingehören.

Die Beckenboden-Muskulatur kontrolliert auch die Körperöffnungen. Sie hilft uns dabei, dass wir etwas „aufhalten“ können, wenn gerade keine Toilette in Sicht ist. Und sie öffnet sich, wenn es geboten ist

Abbildung 1https://www.rund-ums-baby.de/images/content/anatomie-becken.jpg

Bei einer Schwangerschaft kommt es zu einer starken Belastung des Beckenbodens

Der gesamte Beckenboden wird durch die schwangerschaftsbedingten hormonellen Veränderungen weicher und elastischer. Dies dient zur Vorbereitung auf die Geburt. Der Druck auf den Beckenboden steigt während der Schwangerschaft zusätzlich immer mehr an, je größer und schwerer das Baby im Mutterleib wird. Diese Bedingungen können bereits während der Schwangerschaft zu einer Überbelastung des Beckenbodens führen, was ein Grund für eine Urininkontinenz bereits währen der Schwangerschaft sein kann. 

Verletzungsrisiko während der Geburt

Während der Geburt werden Bindegewebe, Muskeln, die Nerven des Beckenbodens und im unteren Rücken stark gedehnt oder können verletzt werden. Das Verletzungsrisiko steigt, wenn geburtshilfliche, operative Unterstützungen wie die Zange oder die Saugglocke zum Einsatz kommen. Zusätzlich führt die veränderte Hormonausschüttung während der Stillperiode zu ähnlichen Veränderungen im Köper wie es in den Wechseljahren geschieht, was dazu führt, dass das Bindegewebe des Beckenbodens weich bleibt und die Verschlussfunktion eingeschränkt ist.

Eine gesunde Lebensweise, körperliche Aktivität und Beckenbodenübungen kann die Beschädigung des Beckenbodens durch die Entbindung wesentlich beeinflussen und reduzieren.

Verschiedene Sportarten wie Yoga oder Pilates schließen den Beckenboden und die Wahrnehmung dieser Muskelgruppe in die Übungen mit ein. Nutze die Schwangerschaft dazu deinen Beckenboden auf die erhöhte Anforderung des größer werdenden Kindes und die Geburt vorzubereiten.

Rückbildungsgymnastik

Besonders nach der Geburt ist das Beckenbodentraining besonders wichtig, damit die Muskeln und die Beckenorgane wieder in ihre normale Form zurückfinden können. An erster Stelle steht eine Kräftigung und Harmonisierung der Beckenbodenmuskulatur. Deine Hebamme wird dich unterstützen und dir die entsprechenden Übungen zur sanften Rückbildung direkt nach der Geburt zeigen. Ca 4-6 Wochen nach der Entbindung darfst Du mit der Rückbildungsgymnastik beginnen.

Solltest Du das Gefühl haben, besonders wenn die Geburt schon einige Monate zurückliegt, dass Du zu häufig Urin oder Stuhlgang unkontrolliert verlierst, so vertraue dich deiner Hebamme, deinem Gynäkologen oder einem Urologen an. In selten Fällen kann durch eine schwere Geburt, ein großes Baby, unterstützenden Eingriffen bei der Geburtshilfe wie Zange oder Saugglocke, auch Schäden an Nerven, Beckenboden, der Blase oder der Harnröhre entstanden sein.

Unter diesen Symptomen leiden viele Frauen und deine medizinischen Vertrauten werden dir zur Seite stehen.

Du bist nicht allein! Lass Dir helfen!

Liebe Grüße eure Stefanie

Beitragsfoto von Von aslysun shutterstock.com

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