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September 24, 2019 9:00 am

Tabu Thema Hämorrhoiden die Zweite!

Und so ist es bei Rebecca weitergegangen. In ihrer Kolumne „Ein Zwilling kommt selten alleine“ läßt sie uns daran teilhaben.

Hämorrhoiden aufgrund von Schwangerschaften, Geburten und auf Kleinkinder aufpassen, hatte ich nach fast 4 Jahren mal so richtig satt. Also ließ ich mich auf die Warteliste setzen und dann etwa 6 Monate später gabs einen OP Termin. Meine Mutter flog ich zu uns nach England ein um am Tag der Operation auf die Kinder aufzupassen und mich ein paar Tage im Alltag zu entlasten.

Warum wir 2 Mal ihren Flug verlängern mussten? 

Das kann ich gerne erzählen, aber wie gesagt, wer von After, Stuhlgang und Schmerzen im Allerwertesten nichts hören möchte, der liest dann jetzt lieber nicht weiter.

Die Vorbereitung auf den Eingriff war recht locker, ein paar Tage vorher nur leicht essen, ab 10 Uhr am Vortag regelmäßig Abführmittel trinken, nur klare Brühe essen und dann ab 6 Uhr morgens des Folgetages nur noch etwas Wasser trinken. Im Krankenhaus besuchte mich dann erstmal der zuständige Chirurg, um schon mal einen kleinen Blick auf meinen After zu werfen und um sich zu erkundigen wie sich das denn so im Hintern anfühlt mit meinen Hämorrhoiden. Dass da außen was zum Wegmachen war, sah er natürlich sofort. Meine laienhafte Aussage, dass ich keine Ahnung hab was alles innen los sei, aber ich hätte das Gefühl es gäbe auch dort etwas zu entfernen, half dem Chirurg nicht besonders, aber er sagte, dass er so oder so erst wüsste was es zu tun gäbe, wenn er sich alles während des Eingriffs genauer von innen ansieht.

Schicke Thrombose Socken

Schicke Thrombose Socken an, noch mal kurz meine Mutter anrufen um herauszufinden, ob die Kinder artig sind, Vollnarkose und fertig!

Es dauerte auch nicht lang bis der Arzt mich im halbwachen Zustand besuchte, um mir mitzuteilen, dass “da ja ganz schön was los war” in meinem Allerwertesten.

Es sei zu riskant gewesen alle Hämorrhoiden auf einmal zu entfernen und ich müsse ihn dann in 2-3 Monaten zur Nachbesprechung aufsuchen und einen Termin für Runde 2 festlegen. “Aha! Interessant, ja kein Problem, dann halt noch mal das Ganze…”, dachte ich mir.

Ohne Schmerzmittel ging nichts

Ja, und dann kam die Krankenschwester mit nem halben Liter Abführmittel und Kodeintabletten zum Mitnehmen für die bevorstehenden Schmerzen. Kodein….also so ein Quatsch. Ich hab eine sehr hohe Schmerzgrenze, da braucht man doch sowas nicht.

“Die Schmerzen….! Die Schmerzen….!”, redete die Krankenschwester weiter. “Meine Güte, wird schon nicht so schlimm sein…ob ich morgen wohl meinen geplanten 10 km Lauf in Angriff nehmen kann?”, fragte ich mich. Abends zuhause war ich platt, aber kuscheln mit den Kindern ging natürlich trotzdem noch.

Unangenehm war das Sitzen natürlich sofort. Die Schmerzen fingen aber erst so richtig an als ich das erste mal “gross” musste. Alter Schwede! Her mit dem Kodein und zwar ganz schnell!

Von Tag zu Tag wurde es schlimmer, ich ließ mir mehr Schmerzmittel verschreiben und erkundigte mich, was die absolut maximale Dosis sei, die ich nehmen könnte und ob es nicht etwas Stärkeres gab. 

Morphin, aber dazu müsste ich ins Krankenhaus und Auto fahren oder mich überhaupt großartig bewegen, war in meinem Zustand gar nicht möglich. Mir graute es vor jedem Gang zur Toilette so sehr, dass ich komplett aufhörte zu essen für ein paar Tage.

Runde 2

Runde 2 schrieb ich innerlich ab und wünschte mir ich hätte den Eingriff nie vornehmen lassen. Mir ging es insgesamt etwa 10 Tage so richtig beschissen und es wurde schnell klar, dass meine Mutter ihren Aufenthalt verlängern musste, gleich 2 Mal sogar, da es einfach nicht besser wurde. Ohne sie hätte ich es mit den Kindern nicht geschafft und das habe ich zuvor so noch nie gehabt. Inzwischen sind knapp 3 Monate vergangen. Mir geht es hervorragend, ich weiß endlich wieder wie es sich anfühlt, wenn einen die Hämorrhoiden nicht jeden Tag in Gedanken begleiten. Alles ist besser. Und so schmerzhaft die 10 Tage auch waren, ich werde selbstverständlich Runde 2 in Angriff nehmen.

Extremfall

Meine Hämorrhoiden Geschichte ist definitiv ein Extremfall. Man erklärte mir, dass die Schmerzen so intensiv waren, weil noch weitere, von der Operation geschwollene, Hämorrhoiden vorhanden seien. Im Normalfall kann man also davon ausgehen, dass es nicht ganz so schlimm ist sich Hämorrhoiden entfernen zu lassen und mit diesem Artikel möchte ich niemanden entmutigen, im Gegenteil. Die Tatsache, dass ich es alles wieder tun würde, sagt wohl alles. Jeder der mit Hämorrhoiden zu kämpfen hat, dem würde ich dazu raten schnellst möglichst einen Arzt aufzusuchen und das Problem beheben zu lassen.

Persönliches Highlight

Ich sag es auch auf jeden Fall jetzt zum Schluss noch einmal: Die Entscheidung meine Hämorrhoiden entfernen zu lassen und das Resultat des Eingriffs, war dieses Jahr ein persönliches Highlight für mich und ein weiterer Schritt in Richtung “mich nach dem Mama werden wieder selbst zu finden”.

Ich, eine selbstbewusste Frau, mit eigenen Gedanken und Dingen die ich im Leben anstrebe, bin auch noch da, auch wenn das in all dem “Mama-sein” manchmal in Vergessenheit gerät. Ihr seid übrigens auch alle noch jemand – nicht nur Mamas und Papas.

Falls jemand weitere Fragen in Bezug auf meine Hämorrhoiden Geschichte hat, der kann sich gerne per Nachricht bei mir auf Instagram @twinsandmoretwins  melden. Ich freue mich immer von euch zu hören.

Liebe Rebecca, wir danken Dir dafür, dass Du für unsere Leserinnen dieses unangenehme Thema aus der Tabu-Zone geholt hast. Es betrifft viele Mamas und es wird Zeit, dass wir ehrlich darüber reden können. Wir freuen uns schon auf Deine nächste Kolumne.

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es mit interessanten Themen im Oktober für Euch.

Alle Fotos: ©Rebecca twinsandmoretwins

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