Mit Kindern über Vergänglichkeit sprechen….. Wir sollten mit unseren Kindern generell über den Tod sprechen. Und das bevor jemand im näheren Umfeld stirbt.

Der Tod gehört zum Leben

Wenn der Tod kein Sonderthema ist, das nur im Trauerfall herausgekramt wird, ist der Umgang damit leichter. Unsere Kinder werden bereits mit dem Thema vertraut sein. So verliert es seine Unheimlichkeit. Wir Eltern haben dann an den vielen Fragen und Gedanken unseres Kindes bereits geübt, wie wir dieses schwierige Thema erklären können. Wir können also im Trauerfall auf Versatzstücke alter Gespräche zurückgreifen und an das anknüpfen, was wir bereits gesagt haben. Das hilft. Ganz besonders in einer Zeit, in der wir selbst kaum wissen, wo uns der Kopf steht.

Über die eigenen Ängste nachdenken

Wenn wir mit unseren Kindern über den Tod und Vergänglichkeit sprechen, müssen wir uns vor allem mit unseren eigenen Vorstellungen und Ängsten auseinandersetzen. Denn so sehr der Tod und das Sterben zum Leben gehören – so mysteriös und unheimlich kommen sie uns vor. Wenn wir mit unseren Kindern über den Tod sprechen macht es Sinn, vorher über die eigenen Vorstellungen nachgedacht zu haben. Was passiert eigentlich, wenn wir sterben? Wie fühlt sich das an? Wenn mir das Angst macht, wieso ist das so? Erst, wenn wir unsere eigene innere Haltung hinterfragt und gefestigt haben, können wir unsere Gedanken an unsere Kinder weiter geben.

Metaphern können helfen

Sicher, wir wollen unseren Kindern keinen Bären aufbinden. Auf der anderen Seite wollen wir ihre kindliche Unschuld schützen. Damit dieser Balanceakt gelingt, können wir auf Metaphern zurückgreifen.

Verschiedene Vorstellungen neben einander stellen, oder eine klare Geschichte wählen?

Hier kommt es wieder sehr darauf an, was wir selbst glauben. Sind wir christlich oder buddhistisch geprägt? Glauben wir an ein Leben nach dem Tod, an das große Nichts oder an Wiedergeburt? Wer keine feste Überzeugung hat, kann hier die verschiedenen Vorstellungen erklären und ohne Wertung nebeneinander stehen lassen. Es ist ok, wenn wir Eltern nicht immer die perfekte Antwort haben. Manchmal reicht es, wenn wir dabei helfen, viele verschiedene Antworten einzuordnen. So helfen wir unseren Kindern, zu verstehen.

Was bleibt? Tröstende Gedanken

„Was passiert mit uns, wenn wir sterben?“ Die Antwort auf diese Frage hilft nur über einen Teil der Ängste und Sorgen von kleinen Fragestellern hinweg. Die weitaus akutere Frage ist doch: „Was passiert mit mir, wenn du stirbst?“ Hier hilft es, ein paar tröstende Gedanken zu finden. Zum Beispiel:

  • „Ich bin vielleicht irgendwann nicht mehr da. Aber unsere gemeinsamen Erlebnisse, unsere Erinnerungen, die bleiben für immer bei dir.“
  • „Das Leben besteht aus Veränderung. Das ist im ersten Moment nicht immer leicht, aber wir Menschen sind dafür gemacht, mit Veränderungen zurecht zu kommen.“ (Vielleicht können wir hier ein Beispiel einer einschneidenden Veränderung nennen, die unser Kind großartig gemeistert hat.)
  • „Du wirst immer Menschen in deinem Leben haben, die dich lieben. Auch, wenn ich weg bin.“

Alle Gefühle sind wertvoll

Ja, der Tod gehört zum Leben. Und trotzdem ist es unendlich traurig, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Diese Trauer ist absolut ok und normal. Das dürfen auch unsere Kinder wissen. Es ist aber auch möglich, dass vor allem sehr kleine Kinder einen großen Verlust im ersten Moment gar nicht richtig fassen können. Zeigen wir unseren Kindern, dass jede Reaktion völlig in Ordnung ist. Es gibt keine Regel, die besagt, wie man trauern muss. Jeder Mensch verarbeitet einen schweren Verlust auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Tempo. Diese Freiheit sollten wir auch unseren Kindern zugestehen. Ist also ein naher Angehöriger verstorben, genügt es, immer wieder Gesprächsangebote zu machen. Wenn unsere Kinder aus heiterem Himmel über das Thema Tod sprechen wollen, sind heftige Reaktionen und intensive Gefühle normal. Auch diese Emotionen sollten wir ernst nehmen und nicht bewerten. Gefühle und Wahrnehmung sind individuell. Genau wie unsere Kinder auch.

Josephine Bernstein

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Beitragsfoto: Olaf Bernstein

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