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Mai 17, 2020 9:00 am

Ungewollt kinderlos durch hormonell wirksame Schadstoffe?

Viele Frauen, auch junge Frauen müssen die Diagnose „ungewollt kinderlos“ hinnehmen. Die Ursache ist meist nicht zu diagnostizieren, man weiß nur, dass entweder die Spermienzahl beim Partner zu gering ist, die Geschwindigkeit der Spermien zu langsam oder die Befruchtung und Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter nicht stattfinden kann.

Synthetische Chemikalien

Weil synthetische Chemikalien lange Zeit ohne ausreichende Prüfung der Unbedenklichkeit zugelassen wurden, kam es zu einer globalen Verbreitung von endokrinen Disruptoren vor allem im Grundwasser und den Böden. 1990 gab es erstmalig die Überlegung Chemikalien, die endokrine Disruptoren enthielten zu regulieren. 1993 wurde von der WHO schließlich eine Liste von Stoffen mit vermuteten endokrindisruptiven Eigenschaften in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlicht.

1000 Stoffe mit endokriner Wirkung

Nach Angaben von WHO/UNEP sind bis zu 1000 Stoffe bekannt, für die eine endokrine Wirkung entweder nachgewiesen oder vermutet wird.  Bisher wurde nur ein geringer Anteil dieser Stoffe Tests unterzogen. Der weitaus größte Teil der synthetisch hergestellten Chemikalien wurde bisher nie auf hormonelle Effekte getestet.

Einige bekanntere und weit verbreitete Stoffgruppen, die zu den endokrinen Disruptoren gehören, sind:

Parabene

Parabene werden von der Industrie als Konservierungsstoffe in Kosmetikprodukten eingesetzt.  Sie finden sich z.B.in Cremes, Zahnpasten, Duschgels und Shampoos. Parabene wirken wie weibliche Hormone

Phthalate

Phthalate werden vor allem als Weichmacher in PVC-Produkten eingesetzt. Dieser Weich-PVC ist in vielen Alltagsprodukten wie Duschvorhängen, Wasserspielzeug, Schläuchen, Kabeln oder Bodenbelägen enthalten. 

Bisphenol A (BPA)

Bisphenol A ist in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs, wie Trinkflaschen, Konservendosen, Plastikgeschirr oder dem Thermopapier von Kassenbons, enthalten. BPA kann sich aus Gegenständen herauslösen und gelangt so über die Nahrung oder über die Haut in den menschlichen Körper. Auch in Gewässern wird BPA nachgewiesen. Seit 2011 ist der Einsatz von Bisphenol A in Babyfläschchen in der EU verboten. 

Seit 1.1.2020 ist die Verwendung in Thermopapier verboten. Altbestände dürfen die Geschäfte aber noch aufbrauchen.

Bromierte Flammschutzmittel

Bromierte Flammschutzmittel werden vielen Produkten zugesetzt, um sie schwerer entflammbar zu machen. Häufig werden sie in Textilien, Kunststoffen und elektrischen Geräten verwendet. Viele bromierte Flammschutzmittel sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und reichern sich in Lebewesen an. Sie lassen sich unter anderem in der Muttermilch und in Gewässern nachweisen. 

Perfluorcarbone (PFC)

PFCs kommen aufgrund ihrer wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften in Kochgeschirr, Textilien, Papier und anderen Produkten zum Einsatz. Viele PFCs sind kaum oder gar nicht abbaubar und reichern sich in der Umwelt an. Aufgenommen werden PFCs vor allem über die Nahrung, die Luft und in Einzelfällen auch über das Trinkwasser. 

Die Endocrine Society zur Vermeidung des Kontakts mit Endokrinen Disruptoren empfiehlt:

  • Vermeidung von industriell produzierten Nahrungsmitteln und in Dosen verpackten Nahrungsmitteln
  • Vermeidung von Aufbewahrungsmitteln aus Kunststoff (insbesondere solche, die mit dem Recycling-Code 3, 6 und 7 gekennzeichnet sind). 
  • Kein Erhitzen in Kunststoffprodukten (bspw. in der Mikrowelle)
  • Vermeidung der Verwendung von Kunststoffflaschen mit BPA
  • Die Verwendung von Spielzeug aus Kunststoff vermeiden, dringend auf BPA- Freiheit achten
  • Nutzung von Bio-Lebensmitteln, da zu deren Produktion keine Pestizide verwendet werden dürfen
  • Körperliches Training in Gegenden mit schlechter Luftqualität vermeiden
  • Beim Einkauf auf Produkte verzichten, die endokrine Disruptoren enthalten (Phthalate, Bisphenol A, Parabene)
  • Auf Kosmetikmittel zurückgreifen, die keine synthetischen Duftstoffe enthalten
  • Vermeidung von Kontakt mit Thermopapier, wie es oft für Kassenzettel o. ä. verwendet wird.
  • Keinen (Tabak-)rauch einatmen
  • Bäume pflanzen, um die Luft von endokrinen Disruptoren zu reinigen

Liebe Mamas, liebe Papas bitte seid umsichtig beim Einkauf und im Umgang mit diesen gesundheitsgefährdenden Umweltgiften. Schützt euch und eure Kinder!

Für mich ist die App ToxVox der wichtigste Einkaufsbegleiter geworden. Mit dieser App kann ich über mein Smartphone den Barcode eines Produktes einscannen und die App sagt mit die Inhaltsstoffe und gibt mir Hinweise ob und welche Umweltgifte enthalten sind, besonders auch die endokrinen Disruptoren.

Liebe Grüße Eure Stefanie

Liebe Stefanie, wir danken Dir für diesen informativen und wichtigen Beitrag. Es ist so wichtig, dass wir bewußter im Umgang mit solchen Stoffen werden.

Beitragsfoto: Von Kzenonshutterstock.com

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