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Januar 9, 2020 9:00 am

Unperfekt aber glücklich

Warum es sich lohnt, den Perfektionismus über Bord zu werfen

Kennst du das? Du hast eine Aufgabe vor dir und wirst einfach nicht fertig damit, weil du immer wieder Dinge findest, die noch nicht perfekt sind? Du gerätst immer wieder in zeitliche Bedrängnis, weil du unnötige Zeit dafür benötigst, sämtliche To Dos so zu bearbeiten, bis du 100%ig zufrieden bist? Herzlichen Glückwunsch, dann kannst du dich in die Riege der Perfektionisten einreihen. Gerade Working Moms sind von dieser Perfektionisten-Falle am meisten belastet: Denn Job & Familie unter einen Hut zu bringen, wenn man auf beiden Seiten am liebsten 150% geben möchte, funktioniert schlicht und einfach nicht. 

Kleine Beruhigung: Du bist nicht allein mit dem Perfektionisten-Gen!

Keine Sorge, du bist wahrlich nicht die einzige, die dieses Gen mit sich herum trägt. Der Perfektionismus ist einer der bekanntesten Stressverstärker – je mehr Rollen man im Alltag ausfüllt, desto eher kommt er ans Tageslicht. Ich war übrigens auch betroffen. Ich war im Job bekannt dafür, dass bei mir alles perfekt läuft, ich keine Fehler mache und man sich immer auf mich verlassen kann, weil bei mir nichts durchrutscht. Ich war eben perfekt. Das hat sich auch auf mein Privatleben übertragen: Meine Wohnung war immer perfekt aufgeräumt und natürlich geputzt (auch die hinteren Ecken, die man eigentlich gar nicht gesehen hatte). Seit der Geburt meiner Kinder hat sich das geändert: Mir ist klar geworden, dass ich den Perfektionismus nicht aufrechterhalten kann, weil einfach nicht so viel Zeit zur Verfügung steht. Meine Prioritäten haben sich geändert und ich kann viel leichter Fünfe gerade sein lassen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Ich habe hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich, wie du es schaffst, deinen Perfektionismus über Bord zu werfen:

Mit diesen 6 Tipps klappt es sicher:

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass der Perfektionismus natürlich auch positive Seiten hat: Perfektionisten arbeiten genau und korrekt. Und natürlich gilt bei bestimmten Aufgaben, dass eben keine Fehler passieren sollten. Aber es gibt genug Situationen, in denen weniger mehr ist. Wichtig ist Folgendes:

🔹Setze dir realistische Ziele und erwarte nicht zu viel von dir selbst.

🔹Weniger ist oft mehr. Versuche nicht, grundsätzlich die 100 % Zielerreichung zu überbieten. Oft sind 90-95% völlig ausreichend. Laut Pareto-Prinzip sogar 80%!

🔹Behalte das große Ganze im Auge und verzettle dich nicht in Details.

🔹Suche nicht nach Fehlern, sondern fokussiere dich auf das, was schon richtig ist. Ärgere dich nicht unnötig, wenn etwas nicht klappt, sondern schau nach vorne.

🔹Vergleiche dich nicht mit anderen. Mache dir stattdessen bewusst, wie viel du schon erreicht hast und freue dich über deine Erfolge.

🔹Setze dir strikte Zeitlimits, wenn du an einer Aufgabe sitzt und höre auf, wenn die Zeit abgelaufen ist.

Coaching-Tipp damit es noch besser klappt: Nimm dir einen gelben Klebezettel und notiere den Satz: „Ich darf Fehler machen und Fünfe gerade sein lassen.“ Diesen hängst du dir an deinen Badezimmerspiegel, wo du mindestens 2 Mal am Tag hineinschaust und daran erinnert wirst. Sag dir diesen Satz immer wieder vor, so lange, bis er in deinem Kopf deinen Glaubenssatz: „Ich muss perfekt sein“ verdrängt hat. Beobachte dann, was passiert. Bei mir hat allein diese Übung schon sehr viel bewirkt. Ich überlege inzwischen zum Beispiel, ob ich das Haus wirklich picobello aufräumen muss, bevor Besuch kommt. Und ich frage mich, wie perfekt nun mein Arbeitsergebnis noch sein muss und ob die Mühe hinterher überhaupt sichtbar ist. Die gewonnene Zeit verbringe ich doch viel lieber mit meinen Kindern. 

Herzlichst Dunja

Dunja Schenk ist Expertin für Effizienz und Autorin von dem „Anti-Stress-Trainer für Working Moms“

Mehr über Dunja erfahrt Ihr hier oder auf FB

Beitragsfoto: Von Sunny studiostutterstock.com

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