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Juli 22, 2020 9:00 am

Sind Röteln gefährlich für mein ungeborenes Kind?

Liebe Mamas, liebe Papas,

auch Röteln werden durch ein Virus hervorgerufen. Diese Viruserkrankung verläuft in der Regel komplikationslos und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Bei vielen Patienten treten keine Krankheitssymptome auf. Was sie so besonders gefährlich macht, sind die Folgen für euer ungeborenes Kind. 

Schwere Fehlbildungen beim Ungeborenen

Kommt es in der Schwangerschaft zu einer Rötelninfektion der Mutter, so kommt es beim Ungeborenen zu schweren Fehlbildungen, auch bekannt als Röteln- Feto-Embryopathie, denn das Virus infiziert die Plazenta und das ungeborene Kind. Das Risiko dafür ist besonders groß, wenn Schwangere in den ersten 12 Schwangerschaftswochen an der Rötelninfektion erkranken. 

Da in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft bei eurem Baby die wichtigsten Organsysteme angelegt werden, kommt es bei ca. 90% der betroffenen Kinder zu:

  • Augenschäden
  • Taubheit
  • Herzfehlern 
  • Auch Hirnschädigungen, Leber-, Milz und Knochenmarkprobleme können die Folge sein. 

Die Gefahr für euer ungeborenes Kind bleibt leicht unerkannt, wenn die Erkrankung bei der Mutter symptomlos verläuft.

Auch bei einer Infektion in einer späteren Schwangerschaftswoche treten Schädigungen auf: Nach der 16. Woche ist mit Schwerhörigkeit, Milz-und Lebervergrößerung, Schielen und Entwicklungsverzögerungen zu rechnen.

Umgehende Behandlung mit Röteln-Antikörpern

Wenn du als Schwangere mit einem Rötelnerkrankten in Berührung gekommen bist, solltest du dich umgehend bei deinem Arzt mit Röteln-Antikörpern behandeln lassen. Das ist eine passive Impfung und man hofft damit, dass sich dein Körper schnell gegen das Virus wehren kann. Leider ist der Schutz für dein Baby damit nicht garantiert, auch wenn du diese Antikörper innerhalb der ersten Woche nach dem Kontakt mit dem Virus erhältst.  Viel wichtiger ist, dass du vor der Schwangerschaft gegen Röteln geimpft bist und bereits selber viele Antikörper bilden konntest, so dass das Rötelnvirus bei dir und deinem Baby gar nicht erst eine Infektion verursachen kann. Zwischen Impfung und Schwangerschaft sollten mindestens 3 Monate liegen. In der Schwangerschaft kann nicht mehr geimpft werden.

Prophylaxe durch Impfung!

Seit 1974 ist eine Impfung gegen Röten verfügbar. Die StiKo des Robert-Koch-Institutes empfiehlt die Impfung gegen Röteln zusammen mit der Masern-Mumps-Impfung im 11. Lebensmonat eines Kindes. Zusätzlich sollen Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter eine zweite Impfung erhalten. Habt ihr einen Kinderwunsch und plant eine Schwangerschaft und du bist unsicher, ob du ausreichend Antikörper durch deine Impfungen gebildet hast, unsicher, ob du 2x geimpft wurdest, so kannst du bei deinem Arzt in deinem Blut einen Antikörpernachweis machen lassen.

Symptome und Krankheitsbild der Rötelninfektion:

Nach einer Rötelninfektion zeigen sich die ersten Symptome oft erst nach zwei bis drei Wochen. Diese lange Inkubationszeit macht diese Erkrankung für Schwangere so besonders gefährlich, denn Virusträger sind bereits eine Woche vor dem typischen Hautausschlag bis eine Woche nach Abklingen des Hautausschlages besonders ansteckend. Nur 20 bis 30 Prozent der Erkrankten zeigen Symptome. Ganz oft geht diese Infektion auch ohne jegliche Symptome vorbei und dennoch ist der Patient Überträger des Virus.

🔹Das Virus befällt in erster Linie die Zellen der Haut und der Lymphknoten.

🔹Erste Hinweise sind leichte Entzündungen der Atemwege und etwas später tritt der typische Rötelnhautausschlag auf. 

🔹Die auffällige Rötung des Gesichtes fällt zuerst auf. Mit kleinen hellroten Flecken, die ineinander verschmelzen, beginnt der Ausschlag hinter den Ohren.

🔹Insgesamt zeigt sich eine hellrote, auffällige Rötung der Haut, die sich erst bei genauem Hinsehen als viele kleine Flecken zeigt. Der Ausschlag juckt nicht. Er breitet sich vom Gesicht aus über den ganzen Körper aus und nimmt gleichzeitig im Gesicht wieder ab.

Zusätzliche mögliche Symptome:

🔹Schmerzhafte Lymphknotenschwellung im Nacken und hinter den Ohren, selten an anderen Körperstellen wie Leisten und Achseln

🔹Kopfschmerzen

🔹Appetitlosigkeit

🔹Bindehautentzündung und Entzündung der Augenlieder

🔹Schnupfen, verstopfte Nase

Bei Erwachsenen kann es zu schwerwiegenderen Symptomen kommen. Auch du als Papa solltest einen ausreichenden Impfschutz oder Antikörper haben, um dein ungeborenes Kind nicht zu gefährden! Bitte schützt euer ungeborenes Kind vor dieser Infektion! 

Liebe Grüße

Eure Stefanie

Beitragsfoto: Von luanateutzi shutterstock.com

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