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August 27, 2020 9:00 am

Was Euch gleichberechtigte Elternschaft bringt

Gleichberechtigte Elternschaft ist ein tolles Ideal, aber der Weg dahin ist lang. Warum das so ist und was wir unterwegs besser machen können, haben wir hier für euch aufgeschrieben.

Was ist gleichberechtigte Elternschaft?

Hinter dem Begriff versteckt sich die Idee, als Eltern nicht nur das Berufsleben gemeinsam und gleichberechtigt zu gestalten. Sondern darüber hinaus auch alle „versteckte“ Arbeit im Haushalt und Familienleben, also die sogenannte „Mental Load“, gerecht aufzuteilen. Im Idealfall im Verhältnis von 50 zu 50, wobei einem hier schon das Ehegattensplitting und die Gender-Pay-Gap das Leben schwer machen, bevor man überhaupt angefangen hat. Allerdings sind die äußeren Gegebenheiten überraschenderweise nicht die größten Hürden, die auf dem Weg zu einem wirklich gleichberechtigten Familienleben genommen werden müssen.

Warum ist das so verdammt schwer?!

Die Crux an der gleichberechtigten Elternschaft ist, dass es mit dem reinen Willen, alle Erwerbs-, Care- und Gedankenarbeit fair aufzuteilen, nicht getan ist. Dafür sind wir schlichtweg zu ungleich sozialisiert. Alles, was dringend und wichtig ist, wird im Familienalltag meist von weiblich sozialisierten Menschen übernommen. Ihnen wurde schon als Kind beigebracht, dass sie eine innerliche To-Do-Liste in ihrem Kopf mitlaufen haben müssen, da ohne diese jeglicher Alltag zusammenbricht. In der weltbekannten Eisenhower-Matrix deckt das meist alles ab, was nicht unter „wichtig, aber nicht dringlich“ fällt, inklusive „unwichtig und nicht dringend“, obwohl das doch eigentlich liegen gelassen gehört. Nun haben wir alle leider selten den Personalstab eines US-Präsidenten, der sich um den Kleinkram kümmern würde, der in einer normalen Familie schon fünf Minuten nach dem Aufstehen angefallen ist.

Den Rasen ein Jahr lang ungemäht lassen

Erschwerend kommt hinzu, dass klassische „Männer“-Aufgaben wie Rasen mähen, das Auto zum TÜV bringen oder auch die Steuererklärung frei geplant werden können. Meist fällt einem auch nicht alles auf die Füße, wenn diese Dinge mal eine Woche liegen bleiben. Wenn es aber eine Woche lang keine warmen Mahlzeiten oder keine frischen Unterhosen gäbe und das Kind einfach mal in der Kita übernachten muss, weil keiner daran gedacht hat, es abzuholen, fiele das schon auf. Was ist in dem Bereich also die Lösung? Den Rasen ein Jahr lang ungemäht lassen?

Tiefsitzende Glaubenssätze

Am meisten hilft die Einsicht, dass wir alle trotz gutem Willen eine Reihe tiefsitzender Glaubenssätze haben, die uns aktiv davon abhalten wollen, die Mental Load mit einem beherzten Hieb in der Mitte zu trennen. Wir müssen also nicht nur etwas gerechter aufteilen wollen, sondern auch aktiv daran arbeiten, dass unser Unbewusstes unseren Alltag nicht hinterrücks ungerechter macht. Erst wenn im Kopf beider Elternteile eine (kleinere) To-Do-Liste wohnt, der Rasen von dem gemäht wird, der mehr Spaß daran hat (und nicht zufällig die traditionell bevorzugten Chromosomen) und am Ende des Tages das Kind von dem aus der Kita abgeholt wird, der sich wie abgesprochen die Zeit dafür nimmt (anstatt zu sagen: „Ich hab da noch eine Präsentation, die ich fertig machen muss“) sind wir auf dem Weg in die gleichberechtigte Elternschaft.

Buchtipp: Weitere kluge Schleichwege aus dem Mental Load Dschungel hat Patricia Cammarata in ihrem neuen Buch „Raus aus der Mental Load Falle“ gesammelt. Ab auf die To-Do-Liste damit als klare Leseempfehlung! 

Olaf Bernstein

Mehr zum Thema erfahrt ihr in Olafs Artikel zur Vaterrolle.

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